Category: Lokales Itapúa

  • San Bernardino rüstet sich für den Sommer

    San Bernardino rüstet sich für den Sommer

    SAN BERNARDINO. Seit Generationen steht der Name San Bernardino in Paraguay für Sommer, Wochenenden am See, Restaurants, Nachtleben und Ferienhäuser.

    Gerade erst hat die Stadt ihren 145. Geburtstag gefeiert. Jetzt beginnen bereits die Vorbereitungen für die nächste Sommersaison.

    Die Secretaría Nacional de Turismo (SENATUR), der Hotelverband ASOTEL und die Initiative Pro Sanber wollen gemeinsam Infrastruktur, Sicherheit und touristische Dienstleistungen verbessern.

    Das Ziel geht jedoch über eine erfolgreiche Hochsaison hinaus: San Bernardino soll sich langfristig als professioneller und konkurrenzfähiger Tourismusstandort etablieren.

    145 Jahre zwischen Paraguay und Europa

    San Bernardino wurde am 24. August 1881 gegründet.

    Die Geschichte der Stadt ist eng mit deutschen und schweizerischen Einwanderern verbunden, die nach dem verheerenden Tripel-Allianz-Krieg nach Paraguay kamen.

    Bis heute ist dieses Erbe sichtbar.

    Beim Festumzug zum 145. Geburtstag präsentierten Schüler neben paraguayischen Trachten auch Kleidung, die an die deutschen und schweizerischen Wurzeln der Stadt erinnerte.

    Rund 37 Bildungseinrichtungen beteiligten sich an den Feierlichkeiten.

    Aus der ehemaligen Einwandererkolonie wurde im Laufe der Jahrzehnte etwas völlig anderes: Paraguays bekanntester Sommerferienort.

    Jetzt beginnt die Vorbereitung auf die Saison

    Ende August trafen sich Vertreter von SENATUR, ASOTEL und Pro Sanber, um die kommende Hochsaison vorzubereiten.

    Im Mittelpunkt stehen vier Bereiche: Infrastruktur, Sicherheit, Qualität der touristischen Dienstleistungen und Vermarktung.

    Dabei sollen öffentliche Institutionen und private Unternehmen enger zusammenarbeiten.

    Die Vorbereitungen beginnen bewusst Monate vor dem eigentlichen Sommer.

    Denn während der Hochsaison verändert sich San Bernardino innerhalb weniger Wochen erheblich.

    Ferienhäuser werden wieder bewohnt, Hotels und Restaurants füllen sich, Veranstaltungen ziehen Besucher an und vor allem an den Wochenenden steigt die Zahl der Menschen in der Stadt stark an.

    Mehr als Nachtleben

    San Bernardino hat dabei ein interessantes Problem.

    Fast jeder Paraguayer kennt den Ort.

    Doch das Bild der Stadt ist stark vom Sommer geprägt.

    Wer San Bernardino sagt, denkt häufig an Dezember und Januar, an Wochenenden, Partys und den Lago Ypacaraí.

    Touristisch liegt darin gleichzeitig Stärke und Schwäche.

    Eine vorhandene Marke muss nicht erst aufgebaut werden. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, aus einem saisonalen Ferienort ein Reiseziel zu machen, das auch außerhalb weniger Sommerwochen funktioniert.

    Dafür besitzt San Bernardino durchaus Voraussetzungen.

    Neben Gastronomie und Nachtleben gibt es Natur, historische Gebäude, Wassersport, Veranstaltungen und die Nähe zu Asunción.

    Die Hauptstadt liegt nur rund 50 Kilometer entfernt.

    Damit eignet sich San Bernardino auch als Tages- und Wochenendziel.

    Der See bleibt die entscheidende Frage

    Über allen touristischen Plänen steht allerdings ein Thema, das San Bernardino seit Jahren begleitet: der Lago Ypacaraí.

    Der See ist das Wahrzeichen der Stadt.

    Gleichzeitig leidet er seit Jahren unter einer hohen Nährstoffbelastung und wiederkehrenden Problemen mit Cyanobakterien.

    Wissenschaftliche Untersuchungen der vergangenen Jahre zeigen erhebliche Schwankungen bei deren Konzentration an den Stränden von San Bernardino, Ypacaraí und Areguá.

    Die Wasserqualität ist deshalb nicht nur ein Umweltproblem.

    Sie ist auch eine wirtschaftliche Frage.

    Eine Stadt, deren touristische Identität unmittelbar mit einem See verbunden ist, kann dessen Zustand langfristig nicht von ihrer Tourismusstrategie trennen.

    Neue Hotels, Restaurants und Veranstaltungen können Besucher anziehen.

    Den Lago Ypacaraí können sie nicht ersetzen.

    Vom Ferienort zum ganzjährigen Reiseziel?

    Die kommende Saison wird deshalb mehr sein als die nächste Runde eines bekannten sommerlichen Rituals.

    San Bernardino befindet sich in einem Wandel.

    Die Stadt wächst. Neue gastronomische Angebote und Immobilienprojekte entstehen. Gleichzeitig bleibt ihr historisches Zentrum erhalten und die Verbindung zur europäischen Einwanderungsgeschichte ist weiterhin Teil ihrer Identität.

    Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob San Bernardino im kommenden Sommer wieder voll sein wird.

    Davon kann man mit einiger Wahrscheinlichkeit ausgehen.

    Interessanter ist, ob es gelingt, aus der traditionellen „Villa Veraniega“ Schritt für Schritt ein Reiseziel für das ganze Jahr zu entwickeln.

    Ein besonderer Ort in Paraguay

    Vielleicht liegt gerade darin die Stärke San Bernardinos.

    Der Ort ist weder ausschließlich historisch noch ausschließlich modern.

    Er ist paraguayisch und trägt gleichzeitig sichtbare Spuren europäischer Einwanderung.

    Er ist Kleinstadt und während des Sommers zeitweise touristisches Zentrum.

    Und er besitzt mit dem Lago Ypacaraí ein Wahrzeichen, das zugleich seine größte Attraktion und eine seiner größten Herausforderungen darstellt.

    145 Jahre nach seiner Gründung beginnt deshalb nicht nur die Vorbereitung auf einen weiteren Sommer.

    San Bernardino muss entscheiden, was für ein Tourismusort es in Zukunft sein möchte.

    Quellen

    Secretaría Nacional de Turismo (SENATUR), August 2026: Vorbereitung der Sommersaison in San Bernardino gemeinsam mit ASOTEL und Pro Sanber.

    Revista FOCO, 29. August 2026: „San Bernardino se prepara para recibir la temporada de verano“.

    Circunscripción Judicial de Cordillera, 24. August 2026: Feierlichkeiten zum 145. Gründungsjubiläum San Bernardinos.

    ABC Color, 24. August 2026: „San Bernardino: fiesta por los 145 años de la Villa veraniega“.

    Universidad Nacional de Asunción / FACEN: Untersuchung zur Konzentration von Cyanobakterien an den Stränden des Lago Ypacaraí 2022–2024.

  • Sechs Tage Bücher und Kultur: Libroferia startet morgen in Encarnación

    Sechs Tage Bücher und Kultur: Libroferia startet morgen in Encarnación

    ENCARNACIÓN. Bücher, Musik, Theater, Workshops und Begegnungen mit Autoren: Am Dienstag, 1. September, beginnt in Encarnación die 22. Libroferia. Bis Sonntag verwandelt sich der Campus der Universidad Autónoma de Encarnación in einen der größten kulturellen Treffpunkte im Süden Paraguays.

    Der Eintritt zu sämtlichen Veranstaltungen ist kostenlos.

    Unter dem Motto „Lectura y Cultura para la Paz“, Lesen und Kultur für den Frieden, umfasst das Programm mehr als 100 kulturelle und pädagogische Aktivitäten.

    Mehr als eine Buchmesse

    Die Libroferia versteht sich ausdrücklich nicht nur als Verkaufsmesse für Bücher.

    Während der sechs Veranstaltungstage stehen Begegnungen mit paraguayischen und internationalen Autoren, Buchpräsentationen, Schreibwerkstätten, Vorträge und Lesungen auf dem Programm.

    Dazu kommen Comics, Poesie und Rap, Theateraufführungen, Konzerte, gastronomische Angebote und Veranstaltungen verschiedener kultureller Gemeinschaften.

    Auch Gäste aus Argentinien und Brasilien werden in Encarnación erwartet.

    Damit verbindet die Libroferia Literatur mit Musik, Bildung und regionaler Kultur.

    Tausende Besucher erwartet

    Die Libroferia gehört inzwischen zu den größten regelmäßig stattfindenden Kulturveranstaltungen in Itapúa.

    In den vergangenen Jahren kamen jeweils mehr als 20.000 Besucher. Für die diesjährige Ausgabe rechnen die Veranstalter mit einer nochmals höheren Beteiligung.

    Mehr als 50 Bildungseinrichtungen, die bereits während des Jahres eigene Leseprojekte durchgeführt haben, sollen mit Schülern und Lehrkräften teilnehmen.

    Gerade für junge Menschen soll die Messe Literatur nicht nur als Unterrichtsstoff präsentieren, sondern als persönliche und gemeinschaftliche Erfahrung.

    Von morgens bis abends

    Die offizielle Eröffnung findet am Dienstag statt.

    Ab Mittwoch läuft das Programm täglich vom Morgen bis in die Abendstunden. Viele Veranstaltungstage reichen von etwa 8 Uhr bis 22 Uhr.

    Besucher können zwischen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, Angeboten für Erwachsene, Fortbildungen für Lehrkräfte sowie kulturellen und musikalischen Programmpunkten wählen.

    Ein Höhepunkt des musikalischen Programms ist für Samstag der Auftritt von Puraheí Soul auf der Hauptbühne angekündigt.

    Auch dieser Auftritt ist kostenlos.

    Paraguayische Literatur im Mittelpunkt

    Neben neuen Büchern und zeitgenössischen Autoren beschäftigt sich die Libroferia auch mit dem literarischen und kulturellen Erbe Paraguays.

    Im Programm finden sich unter anderem Veranstaltungen zu Elvio Romero und Coqui Ruiz.

    Gleichzeitig sollen lokale Autoren aus Itapúa sichtbar gemacht werden. Damit bietet die Messe gerade Schriftstellern und Künstlern außerhalb Asuncións eine Plattform für den direkten Kontakt mit einem größeren Publikum.

    Auch Guaraní bekommt seinen Platz

    Eine besondere Anerkennung erhielt die diesjährige Libroferia von der Secretaría de Políticas Lingüísticas.

    Die Behörde erklärte die Veranstaltung offiziell von sprachpolitischem Interesse.

    Damit wird insbesondere der Beitrag der Libroferia zur Förderung der beiden Amtssprachen Paraguays, zur Zweisprachigkeit und zum sprachlichen Kulturerbe des Landes hervorgehoben.

    Neben Spanisch soll deshalb auch Guaraní als Sprache von Literatur, Kultur und Wissensvermittlung sichtbar sein.

    Lesen in Zeiten von Smartphone und künstlicher Intelligenz

    Die Libroferia bekommt 2026 noch eine andere Aktualität.

    Informationen, Texte und Unterhaltung sind heute jederzeit auf dem Smartphone verfügbar. Künstliche Intelligenz kann innerhalb von Sekunden Texte zusammenfassen, übersetzen oder selbst erzeugen.

    Damit stellt sich zunehmend die Frage, welche Rolle Bücher und bewusstes Lesen künftig noch spielen.

    Die Antwort der Libroferia ist bemerkenswert einfach: Technologie und Lesen müssen keine Gegensätze sein.

    Ein Buch verlangt jedoch etwas, das digitale Medien immer seltener verlangen: Zeit, Konzentration und die Bereitschaft, über längere Strecken bei einem Gedanken zu bleiben.

    Vielleicht liegt gerade darin heute ein Teil seines Wertes.

    Sechs Tage für die ganze Region

    Die Libroferia findet vom 1. bis 6. September 2026 auf dem Campus Urbano der Universidad Autónoma de Encarnación statt.

    Der Eintritt ist frei.

    Für Encarnación beginnt damit unmittelbar nach dem internationalen Rally-Wochenende die nächste große Veranstaltung.

    Diesmal stehen allerdings keine Motoren im Mittelpunkt.

    Sondern Bücher, Sprache und Begegnung.

  • 100 Jahre nach dem Zyklon: Encarnación und Posadas erinnern gemeinsam an die Katastrophe von 1926

    100 Jahre nach dem Zyklon: Encarnación und Posadas erinnern gemeinsam an die Katastrophe von 1926

    ENCARNACIÓN / POSADAS. Am 20. September 1926 veränderte eine der schwersten Naturkatastrophen in der Geschichte Encarnacións die Stadt innerhalb weniger Minuten. Ein verheerender Zyklon zerstörte große Teile der damaligen Unterstadt, forderte Hunderte Todesopfer und prägte die Erinnerung der Region bis heute.

    Zum hundertsten Jahrestag bereiten Encarnación und die argentinische Nachbarstadt Posadas nun ein gemeinsames Gedenkprogramm vor. Unter dem Leitmotiv „100 Jahre Resilienz, Solidarität und Hoffnung“ sollen am 20. und 21. September Ausstellungen, Vorträge, Filmvorführungen, künstlerische Beiträge und weitere Veranstaltungen stattfinden.

    Eine Stadt wird innerhalb weniger Minuten verwüstet

    Der Zyklon traf Encarnación am Abend des 20. September 1926.

    Zeitgenössische Berichte beschreiben, wie sich der Himmel gegen 18:30 Uhr plötzlich verdunkelte. Heftiger Regen setzte ein, dazu kamen extreme Windgeschwindigkeiten, Blitze und ein ohrenbetäubender Lärm.

    Innerhalb kurzer Zeit wurden Dächer abgerissen, Häuser zerstört und Bäume entwurzelt.

    Besonders schwer betroffen war die damalige Unterstadt von Encarnación. Auch der wichtige Hafenbereich wurde verwüstet. Der erst wenige Jahre zuvor errichtete Kai wurde durch den Sturm weitgehend zerstört.

    Bei der Zahl der Todesopfer unterscheiden sich historische Quellen. Die Stadt Encarnación nennt mehr als 300 Tote. Andere zeitgenössische und spätere Darstellungen sprechen von mehr als 400 Opfern.

    Unstrittig ist, dass der Zyklon zu den schwersten Katastrophen in der Geschichte Paraguays und der gesamten Region gehörte.

    Hilfe kam über den Paraná

    Ein zentraler Teil der Erinnerung betrifft die Hilfe aus Posadas.

    Nach der Katastrophe überquerten der Priester José Kreuser und Jorge Memmel gemeinsam mit dem Ruderer Fulgencio Amarilla den Paraná, um in der argentinischen Nachbarstadt Unterstützung zu organisieren.

    Posadas reagierte schnell.

    Ärzte, Medikamente, Kleidung, Lebensmittel und weitere Hilfsgüter wurden nach Encarnación gebracht. Die Katastrophe wurde damit auch zu einem historischen Moment der Zusammenarbeit zwischen beiden Städten.

    Genau diese Verbindung soll beim hundertsten Jahrestag besonders hervorgehoben werden.

    Gemeinsames Programm auf beiden Seiten des Paraná

    Die Municipalidad de Encarnación und die Secretaría de Estado de Cultura der Provinz Misiones koordinieren derzeit ein umfangreiches Programm.

    Geplant sind unter anderem historische Vorträge, Ausstellungen mit Fotografien und Dokumenten, Filmprogramme sowie künstlerische Veranstaltungen.

    Auch Schulen, Universitäten, kulturelle Einrichtungen und gesellschaftliche Organisationen beider Städte sollen beteiligt werden.

    Die zentralen Veranstaltungen sind für den 20. und 21. September vorgesehen.

    Neues Buch erinnert an die Katastrophe

    Bereits im August wurde in Encarnación das Buch „Encarnación: a 100 años del Ciclón“ vorgestellt.

    Die Publikation entstand gemeinsam mit der Sociedad de Escritores del Paraguay, Filial Itapúa, und der Kommission zum hundertsten Jahrestag der Katastrophe.

    Neun Autorinnen und Autoren haben historische Forschungen, Dokumente, Erinnerungen und literarische Beiträge zusammengetragen.

    Dabei geht es nicht nur um die Zerstörung selbst. Ein Schwerpunkt liegt auf den Geschichten von Solidarität und gegenseitiger Hilfe, die unmittelbar nach dem Zyklon entstanden.

    Erinnerung soll auch der Prävention dienen

    Die Universidad Autónoma de Encarnación hat das Jahr 2026 zum „Jahr der Resilienz und der Katastrophenvorsorge“ erklärt.

    Damit bekommt das Jubiläum auch eine aktuelle Dimension.

    Denn die Geschichte von 1926 ist nicht nur Erinnerung an eine vergangene Katastrophe. Sie wirft auch die Frage auf, wie Städte heute mit extremen Wetterereignissen umgehen.

    Gerade die jüngsten schweren Unwetter in Itapúa zeigen, dass diese Frage keineswegs nur historisch ist.

    Eine gemeinsame Geschichte zweier Städte

    Encarnación und Posadas sind heute durch Handel, Familien, Arbeit, Tourismus und tägliche Grenzbewegungen eng miteinander verbunden.

    Der Zyklon von 1926 zeigt, dass diese Verbindung wesentlich älter ist.

    Vor hundert Jahren wurde der Paraná für einige Stunden nicht zur Grenze zwischen zwei Ländern, sondern zur Verbindung zwischen einer zerstörten Stadt und ihren Helfern.

    Genau daran wollen Encarnación und Posadas im September gemeinsam erinnern.

  • Rally sorgt für volle Unterkünfte: Tourismus in Itapúa zieht Bilanz

    Rally sorgt für volle Unterkünfte: Tourismus in Itapúa zieht Bilanz

    ITAPÚA. Das Rally-Weltmeisterschaftswochenende hat nicht nur die Straßen von Itapúa gefüllt. Auch zahlreiche touristische Unterkünfte in der Region waren vollständig ausgebucht. Besonders stark war die Nachfrage in Encarnación, Cambyretá und Capitán Miranda.

    Nach einer Erhebung der Asociación de Alojamientos y Posadas Turísticas de Itapúa erreichten die touristischen Posadas in diesen Gebieten während des WRC Rally del Paraguay eine Auslastung von 100 Prozent.

    Die Zahlen zeigen aber auch: Der wirtschaftliche Effekt verteilte sich nicht gleichmäßig über das gesamte Departamento.

    Encarnación im Zentrum des Besucherandrangs

    Den größten Andrang verzeichnete erwartungsgemäß Encarnación. Hier befanden sich mit Service Park, Fan Zone, Veranstaltungen und Siegerehrung wesentliche Teile des Rally-Geschehens.

    Die Präsidentin des Verbandes der touristischen Unterkünfte, María Estela Castillo, sprach von einer zeitweise stark ausgelasteten Stadt.

    Nach Einschätzung des Verbandes kamen rund 80 Prozent der Gäste in Encarnación aus Paraguay selbst. Etwa 20 Prozent waren internationale Besucher.

    Damit zeigt sich auch, dass eine internationale Großveranstaltung nicht zwangsläufig überwiegend ausländische Touristen anzieht. Ein wesentlicher Teil des wirtschaftlichen Effekts entstand durch paraguayischen Inlandstourismus.

    Bella Vista mit auffällig vielen internationalen Gästen

    Anders stellte sich die Situation teilweise in Bella Vista dar.

    Dort registrierten die Anbieter nach Angaben des Verbandes einen deutlich höheren Anteil internationaler Besucher. Das dürfte auch mit den Wertungsprüfungen in Bella Vista und Hohenau sowie mit der Lage der Stadt im Zentrum der Colonias Unidas zusammenhängen.

    Für die Region könnte gerade dieser Effekt langfristig interessant sein.

    Viele Besucher kamen wegen des Motorsports erstmals nach Bella Vista, Hohenau und in die umliegenden Gemeinden. Gleichzeitig lernten sie eine Region kennen, die touristisch bisher deutlich weniger international wahrgenommen wird als Encarnación.

    Neben dem Rally wurden deshalb auch die Yerba-Mate-Kultur, lokale Gastronomie, Naturangebote und die Geschichte der Einwanderung als touristische Angebote präsentiert.

    Rund 90 touristische Posadas in Itapúa

    Nach Schätzungen des Branchenverbandes gibt es im gesamten Departamento rund 90 touristische Posadas.

    35 davon gehören derzeit dem Verband an.

    Eine besonders hohe Konzentration gibt es neben Encarnación auch in Carmen del Paraná. Dort befinden sich rund 25 Posadas. In Cambyretá gibt es drei registrierte Betriebe, während Pirapó, Bella Vista, San Juan del Paraná und Capitán Meza jeweils über mehrere kleinere Unterkünfte verfügen.

    Zum erweiterten Angebot gehören außerdem Hostels, Ferienhäuser, Campingplätze und andere Formen privater Beherbergung.

    Der Verband betreut insgesamt mehr als 60 solcher Betriebe.

    Preise blieben vergleichsweise moderat

    Bemerkenswert ist auch die Preisentwicklung.

    Trotz der enormen Nachfrage seien die Preise bei den touristischen Posadas nicht generell stark erhöht worden.

    Für eine Übernachtung wurden während des Rally nach Angaben des Verbandes zwischen 100.000 und 200.000 Guaraní pro Person verlangt. Frühstück war dabei in vielen Fällen bereits enthalten.

    Gerade für Familien und Besucher aus Paraguay stellen die Posadas damit eine Alternative zu klassischen Hotels dar.

    Temporäre Unterkünfte werden zum Problem

    Der Besucheransturm brachte allerdings auch ein Problem deutlicher zum Vorschein.

    Während großer Veranstaltungen entstehen kurzfristig zahlreiche private und temporäre Übernachtungsangebote. Nicht alle davon sind offiziell als touristische Unterkunft registriert.

    Für reguläre Anbieter bedeutet das Konkurrenz durch Vermieter, die teilweise nicht denselben gesetzlichen und qualitativen Anforderungen unterliegen.

    Der Verband arbeitet deshalb gemeinsam mit SENATUR und den Gemeinden an Möglichkeiten, solche Angebote künftig besser zu erfassen und zu kontrollieren.

    Dabei geht es nicht nur um Wettbewerb. Eine Registrierung soll auch sicherstellen, dass grundlegende Anforderungen an Sicherheit und Qualität eingehalten werden.

    Rally wird zum Beginn der Sommersaison

    Für viele Tourismusbetriebe in Itapúa hat das Rally inzwischen noch eine weitere Funktion.

    Es markiert praktisch den Beginn der touristischen Hochsaison.

    Normalerweise steigt die Nachfrage in Encarnación, Carmen del Paraná und anderen Orten der Region erst mit Beginn des paraguayischen Sommers deutlich an. Das Rally bringt bereits Ende August eine erste große Besucherwelle.

    Die Betriebe können damit Personal, Abläufe und Angebote mehrere Monate vor der eigentlichen Sommersaison unter realen Bedingungen testen.

    Entscheidend ist, was nach dem Rally bleibt

    Volle Unterkünfte während einer internationalen Großveranstaltung sind zunächst ein wirtschaftlicher Erfolg.

    Für die langfristige Entwicklung des Tourismus in Itapúa ist jedoch eine andere Frage wichtiger: Kommen die Besucher wieder?

    Gerade Bella Vista, Hohenau, Trinidad, Carmen del Paraná und andere Orte außerhalb Encarnacións haben durch die Rally die Möglichkeit, sich einem Publikum zu präsentieren, das sonst möglicherweise nie in diese Teile Paraguays gekommen wäre.

    Wenn aus einem Rally-Besucher später ein Urlaubsgast wird, entsteht ein nachhaltigerer wirtschaftlicher Effekt als durch eine einzige ausgebuchte Woche.

    Ob das tatsächlich gelingt, werden erst die kommenden Monate zeigen.

    Auch die endgültige wirtschaftliche Bilanz des Rally-Wochenendes steht noch aus. Die im Vorfeld genannten Besucherzahlen und Umsatzerwartungen waren Prognosen. Sie sollten deshalb nicht mit den tatsächlich erreichten Ergebnissen verwechselt werden.

  • Historischer Heimsieg: Diego Domínguez gewinnt WRC2 in Itapúa

    Historischer Heimsieg: Diego Domínguez gewinnt WRC2 in Itapúa

    ENCARNACIÓN. Ein Paraguayer gewinnt auf heimischem Boden: Diego Domínguez Bejarano hat beim Rally del Paraguay 2026 die WRC2-Wertung für sich entschieden. Der 26-Jährige ist damit der erste paraguayische Fahrer, der einen Lauf der WRC2 in der Rally-Weltmeisterschaft gewinnt.

    Gemeinsam mit seinem spanischen Beifahrer Rogelio Peñate brachte Domínguez seinen Toyota GR Yaris Rally2 am Sonntag nach drei anspruchsvollen Tagen auf den roten Straßen Itapúas als Sieger seiner Klasse ins Ziel.

    Auf der Costanera von Encarnación wurde der Erfolg anschließend vor heimischem Publikum gefeiert.

    Von Beginn an an der Spitze

    Domínguez übernahm bereits am ersten Rallytag die Führung in der WRC2 und gab sie bis zum Ziel nicht mehr ab.

    Dabei gewann er fünf Wertungsprüfungen. Besonders passend für einen Heimsieg: Zu seinen Bestzeiten gehörten Strecken in Cambyretá, Nueva Alborada und Yerbateras sowie die Wertungsprüfung an der Costanera von Encarnación.

    Nach 21 tatsächlich gefahrenen Wertungsprüfungen benötigte Domínguez eine Gesamtzeit von 3 Stunden, 21 Minuten und 9 Sekunden.

    Der Brite Gus Greensmith wurde mit einem Rückstand von 22,7 Sekunden Zweiter.

    Auch Platz drei ging nach Paraguay: Alejandro Galanti beendete das Rally 2 Minuten und 42,5 Sekunden hinter Domínguez.

    Damit standen zwei Paraguayer auf dem WRC2-Podium ihres Heimrennens.

    Siebter unter allen Teilnehmern

    Bemerkenswert ist auch das Ergebnis im Gesamtklassement.

    Die WRC2-Fahrzeuge treten eine Klasse unter den leistungsstärkeren Rally1-Autos an. Trotzdem erreichte Domínguez den siebten Gesamtrang und ließ damit zahlreiche internationale Teilnehmer hinter sich.

    Den Gesamtsieg des Rally del Paraguay holte der 24-jährige Finne Sami Pajari im Toyota GR Yaris Rally1. Hayden Paddon aus Neuseeland wurde Zweiter, der Franzose Adrien Fourmaux Dritter.

    Domínguez lag am Ende 7 Minuten und 40,5 Sekunden hinter dem Gesamtsieger.

    Eine Rally fast ohne Probleme

    Während zahlreiche Teilnehmer auf den schwierigen Strecken Itapúas mit Unfällen, Reifenschäden und technischen Problemen kämpften, kam Domínguez weitgehend problemlos durch das Wochenende.

    Eine ungewöhnliche Schwierigkeit gab es trotzdem.

    Am Samstag verlor er nach einer Wertungsprüfung seine Brille. Ohne seine gewohnte Sehhilfe musste er weitere Kilometer absolvieren und erklärte anschließend, dass ihm dadurch zunehmend das Vertrauen beim Fahren fehle.

    Beim nächsten Service erhielt er Ersatz und konnte seine Führung weiter verteidigen.

    Ein Sieg mit besonderer Bedeutung

    Für Domínguez ist der Erfolg auch persönlich ein wichtiger Meilenstein.

    Der Sohn des bekannten paraguayischen Rallyfahrers Diego Domínguez Sr. begann seine Motorsportkarriere zunächst im Kart und wechselte später in den Rallysport. Bereits 2024 gewann er die WRC3-Weltmeisterschaft.

    Nun folgt der erste Sieg in der höheren WRC2-Kategorie.

    Nach der Zieleinfahrt widmete Domínguez den Erfolg besonders seinem Vater, der seine Motorsportkarriere über Jahre unterstützt hatte.

    Der Sieg sei der Traum seines Lebens gewesen, erklärte der sichtbar emotionale Fahrer nach dem Rennen.

    Paraguay feiert einen historischen Erfolg

    Das zweite Rally del Paraguay endete damit gleich mit mehreren bemerkenswerten Ergebnissen für den heimischen Motorsport.

    Neben Domínguez auf Platz eins und Galanti auf Platz drei gewann der Paraguayer Miki Zaldívar außerdem die Masters Cup.

    Vor allem der WRC2-Erfolg von Diego Domínguez dürfte jedoch in Erinnerung bleiben.

    Die Weltmeisterschaft war nach Itapúa gekommen. Und erstmals stand am Ende eines WRC2-Laufs ein Paraguayer ganz oben auf dem Podium.

    Quellen

    World Rally Championship (WRC), offizieller Rennbericht, 30. August 2026.
    ABC Color, 30. August 2026.
    D10 / Última Hora, 30. August 2026.

    Offizieller WRC-Bericht zum Sieg von Diego Domínguez
    ABC Color: Historischer WRC2-Sieg

  • 300 Kilometer bessere Straßen: Was vom Rally für Itapúa bleibt

    300 Kilometer bessere Straßen: Was vom Rally für Itapúa bleibt

    ITAPÚA. Der Rally-Weltmeisterschaft bringt Itapúa für vier Tage internationale Aufmerksamkeit. Ein Teil der Investitionen soll der Region jedoch wesentlich länger erhalten bleiben. Rund 300 Kilometer Erd- und Schotterstraßen wurden nach Angaben des paraguayischen Ministeriums für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) im Vorfeld des WRC Rally del Paraguay 2026 verbessert.

    Die Arbeiten beschränkten sich nicht auf die eigentlichen Wertungsprüfungen. Auch Zufahrtsstraßen, Verbindungswege, Rettungswege und Teile des bestehenden Straßennetzes wurden instand gesetzt.

    Insgesamt investierte das MOPC nach eigenen Angaben 7.846.232.452 Guaraní in die für den Rally vorgenommenen Infrastrukturmaßnahmen.

    Arbeiten in mehreren Distrikten

    Die Verbesserungen verteilen sich auf zahlreiche Teile Itapúas.

    In General Artigas wurden zwei Strecken mit einer Länge von 20 beziehungsweise acht Kilometern hergerichtet. Dazu kamen rund 49 Kilometer Zufahrts- und Verbindungsstraßen.

    Arbeiten erfolgten außerdem in Trinidad und Nueva Alborada. In Nueva Alborada waren unter anderem die Bereiche Cordoba’i, Yerbatera, Samu’u und Ita Cajón betroffen.

    Auch in Bella Vista Sur wurden mehrere Straßenabschnitte verbessert, darunter Bereiche in der Nähe des Club de Pesca.

    Weitere Maßnahmen betrafen Carmen del Paraná, Fram, La Paz, Cambyretá und Encarnación.

    Neuer Straßenabschnitt bei Ypecurú

    Eine der umfangreicheren Maßnahmen erfolgte im Bereich Ypecurú. Dort wurde ein rund fünf Kilometer langer Abschnitt nahe dem Stausee Quiteria praktisch neu angelegt und mit Schotter befestigt.

    Zusätzlich wurden Entwässerungsanlagen eingebaut. Sie sollen verhindern, dass starke Niederschläge den Straßenkörper zu schnell beschädigen.

    Gerade angesichts der wiederkehrenden heftigen Regenfälle in Itapúa dürfte sich zeigen, wie nachhaltig diese Arbeiten tatsächlich ausgeführt wurden.

    Mehr als 1.600 Meter neue Leitplanken

    Nicht nur die Fahrbahnen wurden bearbeitet.

    An gefährlichen Stellen installierte das MOPC insgesamt rund 1.620 Meter Metallleitplanken. Sie befinden sich unter anderem an Kurven, Gefällen und Abschnitten in der Nähe des Río Paraná und des Stausees Quiteria.

    Diese Sicherheitseinrichtungen wurden zwar im Zusammenhang mit dem Rally errichtet, bleiben aber nach der Veranstaltung bestehen.

    Auch ein Holzbrückenteil bei Potrero Ka’a in General Artigas wurde repariert.

    Arbeiten an wichtigen Verbindungen

    Auf den asphaltierten Straßen PY06, PY07 und PY08 sowie auf den Departementstraßen D047, D054 und D016 wurden Schlaglöcher beseitigt und beschädigte Fahrbahnen repariert.

    Nach Angaben des MOPC kamen dafür 1.301 Tonnen Asphaltmischgut und weitere 144 Tonnen Asphaltmaterial zum Einsatz.

    Besonders interessant für die Bevölkerung ist der Bereich Graneros del Sur mit den Straßen D047 und D054. Dieser Korridor verbindet unter anderem Carmen del Paraná, Fram, La Paz und Capitán Miranda.

    Nach Angaben des Ministeriums nutzen mehr als 35.000 Menschen diese Verbindung. Die Verbesserungen sollen deshalb nach dem Rally vor allem dem täglichen Verkehr, der Landwirtschaft und dem Tourismus zugutekommen.

    Auch Flughafen von Encarnación betroffen

    Die Vorbereitungen reichten bis zum Internationalen Flughafen von Encarnación.

    Dort wurde ein Parkplatzbereich hergerichtet, Gelände nivelliert und beschädigter Straßenbelag repariert.

    Auch der Zugang San Antonio–Ypecurú wurde verbessert. Weitere Arbeiten betrafen Straßenränder und Bankette an wichtigen Zufahrtsrouten nach Encarnación.

    Der eigentliche Test beginnt nach dem Rally

    Die Arbeiten zeigen einen Nebeneffekt internationaler Großveranstaltungen: Investitionen, die unter normalen Umständen möglicherweise über Jahre verteilt würden, werden innerhalb kurzer Zeit umgesetzt.

    Ob daraus tatsächlich ein langfristiger Vorteil für Itapúa entsteht, lässt sich allerdings erst nach dem Rally beurteilen.

    Entscheidend wird sein, wie sich die ausgebesserten Erd- und Schotterstraßen während der kommenden Regenperioden bewähren und ob die nun erreichte Qualität anschließend regelmäßig erhalten wird.

    Für Bewohner, Landwirte und Unternehmen ist deshalb weniger entscheidend, in welchem Zustand die Straßen während der vier Tage der Weltmeisterschaft sind.

    Entscheidend ist, in welchem Zustand sie in sechs oder zwölf Monaten sein werden.

    Quelle: Ministerio de Obras Públicas y Comunicaciones (MOPC), 25. August 2026.

  • Nach schwerem Unwetter: 18 Feuerwehreinsätze in Itapúa

    Nach schwerem Unwetter: 18 Feuerwehreinsätze in Itapúa

    ENCARNACIÓN / CAMBYRETÁ. Ein schweres Unwetter mit starken Windböen, intensivem Regen und Hagel hat in der Nacht auf Samstag erhebliche Schäden in Encarnación, Cambyretá und weiteren Teilen des Departamento Itapúa verursacht. Der Cuerpo de Bomberos Voluntarios del Paraguay (CBVP) meldete insgesamt 18 Einsätze im Zusammenhang mit dem Unwetter und weiteren Zwischenfällen während des laufenden Rally-Wochenendes.

    Bäume, Stromleitungen und Gebäude beschädigt

    Nach der Bilanz des CBVP mussten die Einsatzkräfte neunmal wegen eingestürzter oder beschädigter Strukturen ausrücken. Hinzu kamen fünf Einsätze wegen umgestürzter Bäume und ein Einsatz aufgrund einer herabgestürzten Stromleitung. Außerdem wurden drei Motorradunfälle von den Rettungskräften betreut.

    Die Feuerwehr war an mehreren Stellen mit Sicherungsarbeiten, der Beseitigung von Hindernissen und der Beurteilung beschädigter Gebäude beschäftigt. Der CBVP warnte insbesondere davor, sich herabgestürzten Stromleitungen, beschädigten Bäumen oder instabilen Konstruktionen zu nähern.

    Besonders deutlich wurden die Auswirkungen des Unwetters in Encarnación und Cambyretá.

    Haus in Cambyretá schwer zerstört

    Im Barrio San Jorge in Cambyretá wurde ein Wohnhaus durch den Sturm nahezu vollständig zerstört. Teile der Konstruktion brachen zusammen. Eine Person wurde dabei zunächst eingeschlossen, konnte sich jedoch selbst befreien und erlitt nach Angaben lokaler Medien keine schweren Verletzungen.

    Auch die Comisaría 68ª im Barrio Jardín wurde schwer getroffen. Starke Windböen rissen große Teile der Dachkonstruktion ab und beschädigten Bereiche des Polizeigebäudes. Polizisten wurden dort nach den vorliegenden Berichten nicht verletzt.

    Ein weithin sichtbares Zeichen der Stärke des Sturms war der Einsturz des großen Willkommensportals von Cambyretá an der Ruta PY14. Die Konstruktion stürzte auf die Fahrbahn. Der Verkehr musste deshalb für etwa eine Stunde unterbrochen werden. Verletzt wurde dabei niemand.

    Schäden auch in Encarnación

    In Encarnación stürzten Bäume und Äste auf Straßen, außerdem wurden Stromleitungen und andere Einrichtungen beschädigt. Betroffen waren nach lokalen Berichten unter anderem die Stadtteile Ita Cua, San Isidro und Mboi Ka’e sowie Teile des Stadtzentrums.

    Kommunale Einsatzkräfte, Feuerwehr und ANDE arbeiteten an der Beseitigung umgestürzter Bäume, der Sicherung gefährlicher Stellen und der Wiederherstellung der Stromversorgung.

    Das Unwetter traf Encarnación zu einem außergewöhnlich ungünstigen Zeitpunkt. Wegen des WRC Rally del Paraguay befinden sich derzeit zahlreiche Besucher, Teams und internationale Gäste in der Region.

    Rally-Infrastruktur ebenfalls getroffen

    Besonders betroffen war die Costanera von Encarnación. Im Bereich des Sambódromo beschädigten die Windböen Zelte, Werbetafeln und andere temporäre Konstruktionen der Fan Zone und des Service Parks.

    Auch Bereiche einzelner Rally-Teams wurden in Mitleidenschaft gezogen. Militärangehörige und weitere Einsatzkräfte begannen anschließend mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten, um die betroffenen Bereiche wieder nutzbar zu machen.

    Die sportlichen Veranstaltungen konnten fortgesetzt werden. Zeitweise blieben jedoch öffentlich zugängliche Bereiche geschlossen, bis deren Sicherheit überprüft worden war.

    Einsatzkräfte weiterhin in Bereitschaft

    Der CBVP hatte für das Rally-Wochenende bereits vor dem Unwetter ein außergewöhnlich großes Aufgebot nach Itapúa verlegt. Rund 270 Feuerwehrleute waren für die Absicherung der Veranstaltung vorgesehen. Diese Kapazitäten standen damit auch für die Folgen des Unwetters zur Verfügung.

    Die Behörden rufen Bewohner und Besucher dazu auf, in beschädigten Bereichen weiterhin vorsichtig zu sein. Insbesondere lose Äste, beschädigte Dächer und elektrische Leitungen können auch nach dem Ende eines Unwetters eine Gefahr darstellen.

    Das vollständige Ausmaß der Sachschäden in Encarnación, Cambyretá und den übrigen betroffenen Gebieten war zunächst noch nicht abschließend beziffert.

    Quellen: Cuerpo de Bomberos Voluntarios del Paraguay (CBVP), lokale Behörden und Einsatzkräfte; ABC Color; Itapúa Noticias; Más Encarnación; El Nacional.

    Stand: 30. August 2026

  • Studenko expandiert nach Cambyretá: Neue 5.000-m²-Fabrik soll Exportmärkte erschließen

    Studenko expandiert nach Cambyretá: Neue 5.000-m²-Fabrik soll Exportmärkte erschließen

    Der traditionsreiche Lebensmittelhersteller Studenko plant in Cambyretá eine neue Produktionsanlage mit rund 5.000 Quadratmetern Fläche. Das Familienunternehmen aus Itapúa will damit seine Kapazitäten erhöhen und erstmals stärker auf regionale Exportmärkte ausrichten.

    Cambyretá, 29. August 2026. Eines der traditionsreichen Industrieunternehmen Itapúas steht vor einem größeren Entwicklungsschritt. Studenko SAE plant den Bau einer neuen Produktionsstätte im Distrikt Cambyretá. Die Anlage soll rund 5.000 Quadratmeter umfassen und vor allem die Herstellung von Wurstwaren, Aufschnitt und Schinken erweitern.

    Studenko produziert seit 1950 in Encarnación. Aus einem lokalen Familienbetrieb entwickelte sich über Jahrzehnte ein im paraguayischen Lebensmittelmarkt etablierter Hersteller. Die bestehende Fabrik liegt heute allerdings in einem Gebiet, das sich seit ihrer Errichtung stark verändert hat.

    Nach Angaben des paraguayischen Ministeriums für Industrie und Handel, MIC, gab es bei der Errichtung des ursprünglichen Standortes noch keine heutige Trennung zwischen Wohn- und Industriegebieten. Der geplante Neubau in Cambyretá soll deshalb nicht nur zusätzliche Produktionsfläche schaffen, sondern auch eine langfristig geeignetere industrielle Infrastruktur bieten.

    Vom regionalen Hersteller zum Exporteur

    Der wichtigste Teil des Projekts liegt jedoch nicht allein in der Größe der neuen Fabrik.

    Studenko will mit der zusätzlichen Kapazität Voraussetzungen schaffen, um Märkte außerhalb Paraguays zu bedienen. Welche Länder konkret zuerst beliefert werden sollen, wurde bisher nicht bekanntgegeben.

    Unternehmensinhaber Sergio Studenko erklärte bei einem Besuch von Vertretern des Wirtschaftsministeriums, dass inzwischen auch Interessenten aus dem Ausland auf das Unternehmen zukämen. Das sei ein wesentlicher Grund, die Expansion jetzt voranzutreiben.

    Eine konkrete Investitionssumme oder ein Termin für die Fertigstellung der neuen Anlage wurden in den bisher veröffentlichten Informationen noch nicht genannt.

    Familienunternehmen seit mehr als 75 Jahren

    Der Ausbau ist zugleich ein Generationsprojekt.

    Sergio Studenko betonte gegenüber dem MIC die Bedeutung der Familie für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Das Wissen aus mehreren Jahrzehnten Produktion soll an die nächste Generation weitergegeben werden.

    Damit steht Studenko vor einer typischen Herausforderung traditionsreicher Familienunternehmen: Die bestehende Marke und Unternehmenskultur sollen erhalten bleiben, während Produktion, Organisation und Absatzmärkte deutlich größer werden.

    Industrieentwicklung wird auch für Cambyretá wichtiger

    Der geplante Standort macht die Investition auch für Cambyretá interessant.

    Der Präsident der paraguayischen Industrievereinigung Unión Industrial Paraguaya, UIP, Enrique Duarte, bezeichnete Studenko als einen wichtigen Teil der Industriegeschichte Encarnacións und Paraguays. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Cambyretá für größere Industrieprojekte eine entsprechende Raumplanung und Infrastruktur benötigt.

    Genau darin liegt eine größere Frage hinter dem einzelnen Unternehmensprojekt: Cambyretá wächst unmittelbar neben Encarnación und entwickelt sich zunehmend vom Wohn- und Umlandgebiet zu einem Standort für Gewerbe und Industrie.

    Neue Produktionsbetriebe benötigen Straßenanbindungen, Stromversorgung, Wasser, Abwasserentsorgung und klar ausgewiesene Industrieflächen. Mit zunehmenden Investitionen wird daher auch die kommunale Raumplanung wichtiger.

    Neue Arbeitsplätze noch nicht beziffert

    Welche Auswirkungen die neue Fabrik auf den Arbeitsmarkt haben wird, ist derzeit noch offen.

    Das Unternehmen und das Wirtschaftsministerium haben bisher keine konkrete Zahl zusätzlicher Arbeitsplätze veröffentlicht. Eine Produktionsfläche von 5.000 Quadratmetern und die geplante Ausweitung der Kapazität lassen zwar zusätzliche Beschäftigung erwarten. Eine Zahl wäre derzeit aber Spekulation.

    Für Itapúa ist das Vorhaben dennoch bemerkenswert. Während die Region häufig mit Landwirtschaft, Yerba Mate und Tourismus verbunden wird, zeigt die Studenko-Investition eine andere Seite der regionalen Wirtschaft: Lebensmittelverarbeitung mit dem Ziel, über den paraguayischen Markt hinauszugehen.

    Wenn das Exportprojekt gelingt, würde aus einem Unternehmen, das vor mehr als 75 Jahren in Encarnación begann, ein regional produzierender Anbieter mit internationaler Ausrichtung.

    Quellen: Ministerio de Industria y Comercio (MIC), La Nación, Unión Industrial Paraguaya
    Redaktion: Parapunto

  • Vom Müllplatz zur Rally-WM: Hohenau verwandelt ehemalige Deponie in Motorsport-Areal

    Vom Müllplatz zur Rally-WM: Hohenau verwandelt ehemalige Deponie in Motorsport-Areal

    Wo früher Abfälle abgelagert wurden, fahren heute die besten Rally-Piloten der Welt. In Hohenau wurde ein ehemaliger kommunaler Müllplatz zurückgewonnen und zum „3 Saltos“-Areal umgestaltet. An diesem Samstag ist das Gelände erneut Teil des Rally del Paraguay 2026.

    Hohenau, 29. August 2026. Die Geschichte des Rally-Areals „3 Saltos“ beginnt nicht mit Motorsport. Das Gelände wurde früher als kommunale Deponie genutzt. Heute stehen dort Zuschauer aus Paraguay und dem Ausland und verfolgen einen Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft.

    Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Agencia IP begann die Umgestaltung unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung. Das frühere Deponiegelände wurde schrittweise zurückgewonnen und für eine neue Nutzung vorbereitet. Seit der ersten Ausgabe des Rally del Paraguay ist der Bereich in das internationale Motorsportereignis eingebunden.

    Von der Deponie zur „Green Zone“

    Auch das paraguayische Umweltministerium MADES hebt das Projekt inzwischen als Beispiel kommunaler Flächenentwicklung hervor. Im Januar würdigte das Ministerium Hohenau für seine Umwelt- und Nachhaltigkeitsarbeit. Dabei wurde ausdrücklich die Umwandlung des ehemaligen Müllplatzes in eine „Green Zone“ für die Rally-WM genannt.

    Die Idee geht dabei über die optische Aufwertung einer Fläche hinaus. Ein Gelände, das früher der Abfallentsorgung diente, erhält eine neue Funktion für Sport, Freizeit und Veranstaltungen.

    Welche konkreten technischen Maßnahmen bei der Altlastenbehandlung und Bodensanierung durchgeführt wurden, geht aus den bisher veröffentlichten Behördeninformationen allerdings nicht im Detail hervor. Die Bezeichnung „zurückgewonnen“ sollte daher nicht automatisch mit einer vollständig dokumentierten ökologischen Sanierung gleichgesetzt werden.

    Drei Sprünge und gute Sicht auf die Strecke

    Heute ist der Bereich als „3 Saltos Vertedero“ bekannt. Für die Rally wurde dort ein besonders zuschauerfreundlicher Streckenabschnitt geschaffen.

    Bereits bei der Vorbereitung des ersten WRC-Laufs wurde das Areal als rund einen Kilometer langer Abschnitt mit drei Sprüngen und einem Tunnel beschrieben. Eine Besonderheit ist die vergleichsweise lange Sicht auf die Fahrzeuge. Während Zuschauer bei vielen Rallyprüfungen ein Auto nur wenige Sekunden sehen, lässt sich die Fahrt hier über einen größeren Teil des Abschnitts verfolgen.

    Der Name „Vertedero“, spanisch für Deponie oder Müllplatz, ist dabei nicht verschwunden. Auch die offizielle Zuschauerzone trägt 2026 die Bezeichnung „3 Saltos Vertedero Hohenau“.

    Heute zweimal WRC in Hohenau

    Am Samstag wird der Abschnitt zweimal befahren. Die erste Wertungsprüfung begann um 10:05 Uhr, die zweite Durchfahrt ist für 16:05 Uhr angesetzt.

    Die Zuschauerzone öffnete bereits um 7 Uhr. Neben den Streckenbereichen wurden Gastronomie, sanitäre Einrichtungen, Parkplätze und Campingmöglichkeiten eingerichtet.

    Die Rally bringt damit auch unmittelbare wirtschaftliche Aktivität in die Umgebung. Lokale Händler verkaufen Lebensmittel und Getränke, während Gastronomie, Unterkünfte und andere Dienstleister von den zusätzlichen Besuchern profitieren. Die Agencia IP berichtet am Samstag von Familien, Freundesgruppen sowie paraguayischen und internationalen Fans entlang des Streckenabschnitts.

    Ein ungewöhnliches Stück Stadtentwicklung

    Gerade diese Vorgeschichte macht 3 Saltos für Hohenau interessanter als einen gewöhnlichen Rallyabschnitt.

    Eine kommunale Problemfläche wurde nicht lediglich geschlossen und vergessen. Sie bekam eine neue Nutzung und ist inzwischen Bestandteil einer Veranstaltung, die Bilder aus Itapúa weltweit verbreitet.

    Das Organisationskomitee des Rally del Paraguay bezeichnete das ehemalige Deponiegelände bereits vor der Veranstaltung als Beispiel dafür, welchen dauerhaften Nutzen eine internationale Sportveranstaltung für ihre Austragungsorte hinterlassen könne.

    Ob sich der Standort langfristig auch außerhalb der Rally als Sport- und Freizeitfläche etabliert, wird sich noch zeigen. Für Hohenau hat sich die Wahrnehmung des Geländes jedoch bereits grundlegend verändert: vom ehemaligen Müllplatz zu einem Ort, an dem heute Weltmeisterschaft gefahren wird.

    Quellen: Agencia IP, Ministerio del Ambiente y Desarrollo Sostenible, Municipalidad de Hohenau, Rally del Paraguay
    Redaktion: Parapunto

  • Unwetter über Itapúa: Schäden in Encarnación und Cambyretá, Rally läuft weiter

    Unwetter über Itapúa: Schäden in Encarnación und Cambyretá, Rally läuft weiter

    Starker Wind, Gewitter und Hagel haben in der Nacht auf Samstag Teile von Encarnación und Cambyretá getroffen. Bäume und Werbeanlagen stürzten um, eine Wohnstruktur wurde beschädigt und auch der Servicepark der Rally-WM an der Costanera blieb nicht verschont. Verletzte wurden nach bisherigem Stand nicht gemeldet.

    Encarnación, 29. August 2026. Ein heftiges Unwetter ist in den frühen Morgenstunden über den Süden Itapúas gezogen. Besonders betroffen waren Encarnación und Cambyretá. Neben starkem Regen kam es örtlich zu größerem Hagel und kräftigen Windböen.

    Das meteorologische Messzentrum der Municipalidad de Encarnación registrierte nach Angaben von ABC Color Windgeschwindigkeiten von bis zu 76,5 km/h. Zwei besonders intensive Phasen wurden gegen 5 Uhr und nochmals gegen 6:30 Uhr gemeldet.

    Schäden in Encarnación

    Im Stadtgebiet von Encarnación stürzten Bäume und größere Äste um. Einige Straßen waren dadurch am Vormittag zeitweise nicht passierbar.

    Auch Werbetafeln und leichtere Konstruktionen hielten dem Wind nicht stand. In mehreren Bereichen der Stadt wurde zudem Hagel gemeldet. Auf Bildern aus der Region sind teilweise ungewöhnlich große Hagelkörner und erhebliche Ansammlungen am Boden zu sehen.

    Nach Angaben des örtlichen Notfallzentrums gab es zunächst keine Meldungen über Verletzte oder Personen, die medizinische Hilfe benötigten.

    Auch Cambyretá betroffen

    Im benachbarten Cambyretá richtete der Sturm ebenfalls Schäden an.

    An der Ruta PY14 wurde das große Eingangstor beziehungsweise Willkommensschild der Gemeinde vom Wind umgerissen. Im Barrio San Antonio wurde zudem der Einsturz einer Wohnstruktur gemeldet. Auch hier lagen zunächst keine Berichte über Verletzte vor.

    Sturm trifft den WRC-Servicepark

    Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Unwetter wegen des derzeit laufenden Rally del Paraguay.

    An der Costanera von Encarnación befinden sich der Servicepark und die Fan Zone der Rally-Weltmeisterschaft. Dort wurden in der Nacht Zelte, Fahnen, Werbeelemente, Absperrungen und andere leichte Konstruktionen durch den Wind umgeworfen oder beschädigt.

    Am Samstagmorgen setzte das Organisationskomitee deshalb den öffentlichen Zugang zur Fan Zone und zum Servicepark zunächst aus. Polizei, Militär und weitere Helfer begannen mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten. Die Bereiche sollten erst wieder für Besucher geöffnet werden, sobald die Bedingungen dies zulassen.

    Die eigentliche Rally wurde dagegen nicht gestoppt.

    Die Fahrzeuge verließen Encarnación planmäßig gegen 6:50 Uhr in Richtung Bella Vista. Auch die für Samstag vorgesehenen Wertungsprüfungen sollten nach Angaben der Veranstalter regulär stattfinden.

    Wetter bleibt ein Faktor

    Mit dem Durchzug des nächtlichen Unwetters ist die Wetterlage noch nicht endgültig beruhigt.

    Meteorologen rechnen auch am Sonntag und Montag im Süden und Osten Paraguays mit weiteren Niederschlägen. Gerade für den letzten Tag der Rally könnte das Auswirkungen auf den Zustand der Strecken haben.

    Für Bewohner und Besucher in Itapúa gilt deshalb weiterhin, kurzfristige Wetterwarnungen und Hinweise der Behörden zu beachten.

    Quellen: Dirección de Meteorología e Hidrología, Municipalidad de Encarnación, ABC Color, La Tribuna
    Redaktion: Parapunto