Studenko expandiert nach Cambyretá: Neue 5.000-m²-Fabrik soll Exportmärkte erschließen

Bei Studenko in Itapúa: Vertreter des Wirtschaftsministeriums besichtigen die bestehende Produktion. Das Familienunternehmen plant in Cambyretá eine neue 5.000 Quadratmeter große Anlage. Foto: Ministerio de Industria y Comercio

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Der traditionsreiche Lebensmittelhersteller Studenko plant in Cambyretá eine neue Produktionsanlage mit rund 5.000 Quadratmetern Fläche. Das Familienunternehmen aus Itapúa will damit seine Kapazitäten erhöhen und erstmals stärker auf regionale Exportmärkte ausrichten.

Cambyretá, 29. August 2026. Eines der traditionsreichen Industrieunternehmen Itapúas steht vor einem größeren Entwicklungsschritt. Studenko SAE plant den Bau einer neuen Produktionsstätte im Distrikt Cambyretá. Die Anlage soll rund 5.000 Quadratmeter umfassen und vor allem die Herstellung von Wurstwaren, Aufschnitt und Schinken erweitern.

Studenko produziert seit 1950 in Encarnación. Aus einem lokalen Familienbetrieb entwickelte sich über Jahrzehnte ein im paraguayischen Lebensmittelmarkt etablierter Hersteller. Die bestehende Fabrik liegt heute allerdings in einem Gebiet, das sich seit ihrer Errichtung stark verändert hat.

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Nach Angaben des paraguayischen Ministeriums für Industrie und Handel, MIC, gab es bei der Errichtung des ursprünglichen Standortes noch keine heutige Trennung zwischen Wohn- und Industriegebieten. Der geplante Neubau in Cambyretá soll deshalb nicht nur zusätzliche Produktionsfläche schaffen, sondern auch eine langfristig geeignetere industrielle Infrastruktur bieten.

Vom regionalen Hersteller zum Exporteur

Der wichtigste Teil des Projekts liegt jedoch nicht allein in der Größe der neuen Fabrik.

Studenko will mit der zusätzlichen Kapazität Voraussetzungen schaffen, um Märkte außerhalb Paraguays zu bedienen. Welche Länder konkret zuerst beliefert werden sollen, wurde bisher nicht bekanntgegeben.

Unternehmensinhaber Sergio Studenko erklärte bei einem Besuch von Vertretern des Wirtschaftsministeriums, dass inzwischen auch Interessenten aus dem Ausland auf das Unternehmen zukämen. Das sei ein wesentlicher Grund, die Expansion jetzt voranzutreiben.

Eine konkrete Investitionssumme oder ein Termin für die Fertigstellung der neuen Anlage wurden in den bisher veröffentlichten Informationen noch nicht genannt.

Familienunternehmen seit mehr als 75 Jahren

Der Ausbau ist zugleich ein Generationsprojekt.

Sergio Studenko betonte gegenüber dem MIC die Bedeutung der Familie für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Das Wissen aus mehreren Jahrzehnten Produktion soll an die nächste Generation weitergegeben werden.

Damit steht Studenko vor einer typischen Herausforderung traditionsreicher Familienunternehmen: Die bestehende Marke und Unternehmenskultur sollen erhalten bleiben, während Produktion, Organisation und Absatzmärkte deutlich größer werden.

Industrieentwicklung wird auch für Cambyretá wichtiger

Der geplante Standort macht die Investition auch für Cambyretá interessant.

Der Präsident der paraguayischen Industrievereinigung Unión Industrial Paraguaya, UIP, Enrique Duarte, bezeichnete Studenko als einen wichtigen Teil der Industriegeschichte Encarnacións und Paraguays. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Cambyretá für größere Industrieprojekte eine entsprechende Raumplanung und Infrastruktur benötigt.

Genau darin liegt eine größere Frage hinter dem einzelnen Unternehmensprojekt: Cambyretá wächst unmittelbar neben Encarnación und entwickelt sich zunehmend vom Wohn- und Umlandgebiet zu einem Standort für Gewerbe und Industrie.

Neue Produktionsbetriebe benötigen Straßenanbindungen, Stromversorgung, Wasser, Abwasserentsorgung und klar ausgewiesene Industrieflächen. Mit zunehmenden Investitionen wird daher auch die kommunale Raumplanung wichtiger.

Neue Arbeitsplätze noch nicht beziffert

Welche Auswirkungen die neue Fabrik auf den Arbeitsmarkt haben wird, ist derzeit noch offen.

Das Unternehmen und das Wirtschaftsministerium haben bisher keine konkrete Zahl zusätzlicher Arbeitsplätze veröffentlicht. Eine Produktionsfläche von 5.000 Quadratmetern und die geplante Ausweitung der Kapazität lassen zwar zusätzliche Beschäftigung erwarten. Eine Zahl wäre derzeit aber Spekulation.

Für Itapúa ist das Vorhaben dennoch bemerkenswert. Während die Region häufig mit Landwirtschaft, Yerba Mate und Tourismus verbunden wird, zeigt die Studenko-Investition eine andere Seite der regionalen Wirtschaft: Lebensmittelverarbeitung mit dem Ziel, über den paraguayischen Markt hinauszugehen.

Wenn das Exportprojekt gelingt, würde aus einem Unternehmen, das vor mehr als 75 Jahren in Encarnación begann, ein regional produzierender Anbieter mit internationaler Ausrichtung.

Quellen: Ministerio de Industria y Comercio (MIC), La Nación, Unión Industrial Paraguaya
Redaktion: Parapunto

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