Category: Lokales Itapúa

  • Ärztestreik in Itapúa vorerst beendet: Protest und Rally trafen in Encarnación aufeinander

    Ärztestreik in Itapúa vorerst beendet: Protest und Rally trafen in Encarnación aufeinander

    Fünf Tage lang streikten Ärzte des öffentlichen Gesundheitswesens in Paraguay. In Itapúa wurde Encarnación zum sichtbarsten Schauplatz des Konflikts: Während die Rally-Weltmeisterschaft begann, demonstrierten Ärzte an der Ruta PY06 und versuchten, ihre Proteste bis in die Nähe der Rallystrecken zu tragen. Die erste Streikwoche ist inzwischen beendet. Gelöst ist der Konflikt aber nicht.

    Encarnación, 29. August 2026. Am Freitag trafen in Itapúa zwei sehr unterschiedliche Ereignisse unmittelbar aufeinander. Während tausende Besucher zum Rally del Paraguay kamen, demonstrierten Ärzte und andere Beschäftigte des Gesundheitswesens entlang der Ruta PY06 für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen.

    Die landesweite Streikwoche des Sindicato Nacional de Médicos (Sinamed) lief vom 24. bis 28. August. Während dieser Zeit wurden in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen zahlreiche planbare Leistungen wie ambulante Konsultationen und nicht dringende Operationen ausgesetzt. Notfallversorgung sollte weiterhin gewährleistet bleiben.

    Polizei stoppt Marsch in Richtung Rallystrecke

    Am Freitagmorgen versuchten Demonstranten in Encarnación, von ihrem Protestlager an der Ruta PY06 in Richtung Kilometer 9 vorzurücken. Dort befindet sich die Abzweigung zur Zufahrtsstraße nach Puerto Campichuelo, die auch als Verbindung für Fahrzeuge der Rally genutzt wird.

    Ein größeres Polizeiaufgebot stoppte den Marsch etwa 500 Meter vor dem Ziel. Nach Angaben der Polizei sollten Demonstrationen zugelassen, vollständige Straßensperren während der Rally jedoch verhindert werden.

    Die Ärzte kritisierten das Vorgehen. Vertreter des Protestes warfen der Polizei vor, ihre Demonstration weitgehend von der Öffentlichkeit abzuschirmen. Anschließend kehrte ein Teil der Gruppe zum Protestlager an der Ruta PY06 zurück.

    Warum die Ärzte protestieren

    Hinter dem Konflikt stehen mehrere Forderungen.

    Sinamed verlangt unter anderem:

    • eine Anpassung der Gehälter
    • bessere Arbeitsbedingungen
    • mehr Medikamente und medizinisches Material in öffentlichen Einrichtungen
    • bessere Beschäftigungsbedingungen für Ärzte mit unsicheren Vertragsverhältnissen
    • eine Regelung für die Bezahlung von Feiertagsdiensten

    Nach Angaben der Gewerkschaft hat es für Teile der Ärzteschaft seit 2012 keine allgemeine Gehaltsanpassung gegeben.

    In Itapúa bekam der Konflikt zusätzliche Aufmerksamkeit, weil er ausgerechnet mit dem größten internationalen Sportereignis der Region zusammenfiel.

    Ambulanz-Konvoi für die Rally sorgt für Kritik

    Besonders kontrovers war bereits einige Tage zuvor ein Konvoi von Rettungsfahrzeugen des staatlichen Notfalldienstes SEME.

    Die Fahrzeuge waren für die medizinische Absicherung der Rally nach Itapúa gebracht worden. Streikende Ärzte kritisierten, dass für die internationale Veranstaltung zahlreiche Rettungsfahrzeuge mobilisiert würden, während Patienten im regulären Krankenhausbetrieb nach ihrer Darstellung teilweise lange auf Krankentransporte warten müssten.

    Der Konflikt machte damit ein grundsätzliches Problem sichtbar: Eine internationale Großveranstaltung benötigt umfangreiche medizinische Sicherheitsmaßnahmen. Gleichzeitig kritisieren Ärzte seit längerem strukturelle Defizite im normalen öffentlichen Gesundheitssystem.

    Hotelbranche kritisiert Zeitpunkt der Proteste

    Auch die Wirtschaft in Encarnación mischte sich in die Debatte ein.

    Die Asociación de Hoteleros de Encarnación bezeichnete die Forderungen der Ärzte grundsätzlich als berechtigt, kritisierte aber den Versuch, die Proteste unmittelbar an die Rally heranzutragen.

    Nach Ansicht des Hotelverbands könne eine Störung des WRC dem internationalen Ansehen Paraguays und der touristischen Entwicklung Itapúas schaden. Die Beherbergungsbetriebe in Encarnación meldeten während des Rally-Wochenendes praktisch vollständige Auslastung.

    Damit standen sich zwei nachvollziehbare Interessen gegenüber: Die Ärzte wollten die internationale Aufmerksamkeit nutzen, um auf Probleme im Gesundheitssystem hinzuweisen. Tourismusunternehmen befürchteten dagegen Schäden für ein Ereignis, in das Region und Staat erhebliche Mittel investiert haben.

    Streik beendet, Konflikt nicht gelöst

    Die ursprünglich angekündigte fünftägige Streikwoche endete am Freitag um 17 Uhr.

    Eine endgültige Einigung zwischen Ärzteschaft und Regierung gibt es allerdings noch nicht. Gewerkschaftsvertreter warten nach eigenen Angaben auf einen schriftlichen Vorschlag der Regierung und beraten über weitere Schritte. Neue Protestmaßnahmen sind damit nicht ausgeschlossen.

    Für Itapúa dürfte die Frage deshalb auch nach Ende des Rally-Wochenendes relevant bleiben. Denn hinter der spektakulären Auseinandersetzung zwischen weißen Arztkitteln, Polizeiketten und Rallyautos steht ein wesentlich längerfristiges Thema: die Ausstattung und Finanzierung des öffentlichen Gesundheitssystems.

    Quellen: ABC Color, La Nación, Sindicato Nacional de Médicos
    Redaktion: Parapunto

  • Was bringt die Rally Itapúa wirklich? UNI misst den Wirtschaftseffekt mit mehr als 2.000 Befragungen

    Was bringt die Rally Itapúa wirklich? UNI misst den Wirtschaftseffekt mit mehr als 2.000 Befragungen

    Volle Hotels, gut besuchte Restaurants und tausende Rallyfans sind sichtbar. Aber wie groß ist der wirtschaftliche Nutzen für Itapúa tatsächlich? Die Universidad Nacional de Itapúa untersucht während des Rally del Paraguay 2026 systematisch, wer kommt, wie lange Besucher bleiben und wie viel Geld sie in der Region ausgeben.

    Encarnación, 29. August 2026. Während die WRC-Fahrzeuge durch Itapúa fahren, läuft parallel ein zweites großes Projekt. Mehr als 50 Forscher, Lehrende, Studierende und technische Mitarbeiter sammeln Daten entlang der Rallystrecken. Ziel sind mehr als 2.000 Befragungen von Besuchern, Touristen, Händlern und Dienstleistungsbetrieben.

    Verantwortlich ist das Observatorio Económico y Social der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universidad Nacional de Itapúa (UNI). Das Projekt wird gemeinsam mit SENATUR und REDIEX durchgeführt.

    Wie viel Geld lassen Rallyfans in Itapúa?

    Eine der wichtigsten Fragen betrifft die wirtschaftliche Wirkung des WRC.

    Erhoben werden unter anderem:

    • Herkunft der Besucher
    • Dauer ihres Aufenthalts
    • Art der Unterkunft
    • Ausgaben für Hotels und andere Übernachtungen
    • Gastronomie
    • Transport
    • Einkäufe und Dienstleistungen
    • Zufriedenheit mit Veranstaltung und Reiseziel

    Die Befragungen sollen sämtliche Wertungsprüfungen abdecken. Das Forschungsteam arbeitet dafür auch in ländlichen Gebieten. Die Daten werden über die Plattform Zoho erfasst, die auch ohne Internetverbindung genutzt werden kann.

    Neben den wirtschaftlichen Daten untersucht die Universität auch soziale und ökologische Aspekte. Dazu gehört etwa die Frage, wie die Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden die Großveranstaltung wahrnimmt.

    55 Personen sammeln Daten

    Nach Angaben der Vizedekanin der FaCEA, Susana Lugo, besteht das Forschungsteam aus 55 Personen. Neben Mitarbeitern und Studierenden der Universität sind auch Vertreter staatlicher Institutionen beteiligt.

    Die Studie soll nicht nur feststellen, wie viel Geld während des Rally-Wochenendes umgesetzt wird. Sie soll auch zeigen, welche Art von Besuchern nach Itapúa kommt, wie sie reisen und wie sie Encarnación und die Region als touristisches Ziel bewerten. Erste vorläufige Ergebnisse sollen bereits in den Tagen nach Ende der Rally veröffentlicht werden.

    Vergleich mit 2025 wird besonders interessant

    Die Untersuchung wird bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Damit wird erstmals ein direkter Vergleich zwischen zwei WRC-Jahren in Itapúa möglich.

    Bei der Rally 2025 wurden ebenfalls 2.000 Besucher befragt. Nach den später veröffentlichten Daten der SENATUR kamen 65 Prozent der Befragten aus Paraguay und 35 Prozent aus dem Ausland. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei fünf Nächten.

    Besonders bemerkenswert war der damals errechnete touristische Tagesaufwand: durchschnittlich 285 US-Dollar pro Person, derzeit etwa 246 Euro. Für den gesamten durchschnittlichen Aufenthalt ergaben sich rund 1.425 US-Dollar, etwa 1.230 Euro, pro Besucher.

    Nach Angaben von SENATUR wurden während des Rally-Wochenendes 2025 insgesamt rund 210.000 Besucher in Itapúa registriert. Die Hotels meldeten weitgehend vollständige Auslastung.

    Jetzt zählt der Vergleich

    Genau deshalb wird die Untersuchung 2026 interessant.

    Besucherzahlen allein sagen wenig darüber aus, wie stark eine Region wirtschaftlich tatsächlich profitiert. Entscheidend ist beispielsweise, ob Besucher mehrere Nächte bleiben, in lokalen Restaurants essen, Unterkünfte buchen und auch außerhalb der Rallystrecken Geld ausgeben.

    Ebenso wichtig ist die Frage, wo die Umsätze entstehen. Encarnación profitiert anders als Hohenau, Bella Vista, Obligado oder kleinere Gemeinden entlang der Wertungsprüfungen.

    Die neuen Daten könnten deshalb zeigen, ob sich die Rally langfristig als wirtschaftlicher Motor für ganz Itapúa entwickelt oder ob die Effekte vor allem auf wenige Orte und Branchen konzentriert bleiben.

    Für Gemeinden, Tourismusbetriebe und Unternehmer sind diese Informationen mehr als Statistik. Sie können helfen zu entscheiden, welche Investitionen sich vor kommenden Großveranstaltungen tatsächlich lohnen.

    Quellen: Universidad Nacional de Itapúa, SENATUR, Ministerio de Industria y Comercio, La Tribuna
    Redaktion: Parapunto

  • 149 neue LED-Leuchten: Zufahrt zum Gran Hospital de Itapúa fertig ausgebaut

    149 neue LED-Leuchten: Zufahrt zum Gran Hospital de Itapúa fertig ausgebaut

    Die paraguayische Elektrizitätsgesellschaft ANDE hat die neue Beleuchtung am Zugang zum Hospital General de Itapúa und auf einem Abschnitt der Ruta PY06 fertiggestellt. 149 LED-Leuchten, neue Stromleitungen und fünf Transformatoren sollen vor allem nachts für bessere Sichtverhältnisse sorgen. Die Investition beträgt rund 697,6 Millionen Guaraní, etwa 101.000 Euro.

    Encarnación, 29. August 2026. Wer nachts zum Hospital General de Itapúa fährt, soll künftig deutlich bessere Sichtverhältnisse vorfinden. Die staatliche Administración Nacional de Electricidad (ANDE) meldete am Donnerstag den Abschluss der Arbeiten an der Zufahrt zum Krankenhaus sowie auf einem angrenzenden Abschnitt der Nationalstraße PY06.

    Insgesamt wurden 149 LED-Leuchten installiert. Sie verteilen sich auf die Krankenhauszufahrt und den erneuerten Abschnitt der Ruta PY06.

    Fast fünf Kilometer neue Niederspannungsleitung

    Bei dem Projekt wurden nicht lediglich bestehende Straßenlampen ausgetauscht. Nach Angaben der ANDE wurde auch ein Teil der elektrischen Infrastruktur neu errichtet.

    Die Arbeiten umfassen:

    • 4.830 Meter neue Niederspannungsleitung
    • davon 1.219 Meter an der Krankenhauszufahrt
    • 3.611 Meter entlang der Ruta PY06
    • 110 Meter Mittelspannungsleitung mit geschützten Leitern
    • 149 LED-Beleuchtungseinheiten
    • fünf neue Verteiltransformatoren

    Die tatsächliche Investition beziffert ANDE mit 697.600.984 Guaraní, nach aktuellem Wechselkurs rund 101.000 Euro.

    Wichtige Zufahrt zum neuen Krankenhaus

    Das Hospital General de Itapúa liegt im Distrikt Encarnación und gehört zu den wichtigsten neuen Gesundheitsprojekten im Süden Paraguays.

    Entsprechend hoch ist der Verkehr rund um das Krankenhaus. Patienten, Angehörige und Beschäftigte nutzen die Zufahrt ebenso wie Fahrzeuge auf der PY06. Die neue Beleuchtung soll insbesondere nachts die Sicht für Autofahrer und Fußgänger verbessern.

    Dabei sollte man allerdings zwischen besserer Beleuchtung und nachgewiesener Verkehrssicherheit unterscheiden. Ob die Maßnahme tatsächlich zu weniger Unfällen führt, lässt sich erst anhand späterer Verkehrsdaten beurteilen. Die bessere Sichtbarkeit ist zunächst das unmittelbare Ergebnis der Arbeiten.

    Planung und Endabrechnung unterscheiden sich

    Interessant ist ein Vergleich mit den Angaben vom Beginn der Arbeiten.

    Am 10. August hatte die ANDE noch von rund 160 geplanten LED-Leuchten und einem Projektvolumen von 875,5 Millionen Guaraní, etwa 127.000 Euro, gesprochen. Bei der Fertigstellung nennt die Behörde nun 149 Leuchten und tatsächliche Investitionen von 697,6 Millionen Guaraní.

    Daraus lässt sich allerdings nicht ohne weitere Unterlagen schließen, dass das Projekt schlicht günstiger als geplant abgeschlossen wurde. Die veröffentlichten Angaben könnten sich auf unterschiedlich abgegrenzte Projektteile beziehen. Eine detaillierte Schlussabrechnung wurde in der aktuellen Mitteilung nicht veröffentlicht.

    Teil eines größeren Ausbaus in Itapúa

    Die Arbeiten gehören zum Programm LPI ANDE-CAF Nr. 1749-23, mit dem die Stromverteilungsinfrastruktur im Landesinneren modernisiert wird.

    Allein in Encarnación und Cambyretá meldete ANDE Anfang August Investitionen von bereits mehr als 42,7 Milliarden Guaraní, rund 6,2 Millionen Euro. Dazu gehören neue und modernisierte Mittel- und Niederspannungsleitungen sowie zusätzliche Transformatoren.

    Die neue Beleuchtung rund um das Krankenhaus ist damit nur ein sichtbarer Teil eines wesentlich größeren Infrastrukturprogramms in Itapúa.

    Quellen: ANDE, Más Encarnación, Itapúa Noticias
    Redaktion: Parapunto

  • Schüler in Encarnación bauen Hybrid-Fahrrad für rund 460 Euro

    Schüler in Encarnación bauen Hybrid-Fahrrad für rund 460 Euro

    Schüler des Colegio Técnico Nacional in Encarnación haben ein Fahrrad entwickelt, das wahlweise mit Benzinmotor oder Elektroantrieb gefahren werden kann. Der Prototyp soll zeigen, dass individuelle Mobilität auch mit vergleichsweise geringem Budget möglich ist.

    Encarnación, 29. August 2026. Ein technisches Schulprojekt aus Encarnación verbindet Fahrrad, Verbrennungsmotor und Elektroantrieb. Schüler des Colegio Técnico Nacional (CTN) haben einen funktionsfähigen Prototyp gebaut, dessen Herstellung nach ihren Angaben rund 3,2 Millionen Guaraní, etwa 460 Euro, gekostet hat.

    Die Idee dahinter ist pragmatisch. In Paraguay können selbst günstige Motorräder mehr als 5 Millionen Guaraní, etwa 715 Euro, kosten. Die Schüler wollten deshalb erproben, ob sich mit vorhandener Fahrradtechnik und zwei unterschiedlichen Antrieben eine preisgünstigere Alternative für alltägliche Wege entwickeln lässt.

    Benzinmotor für längere Strecken

    Für längere Fahrten verfügt das Fahrrad über einen 80-Kubikzentimeter-Verbrennungsmotor.

    Nach Angaben des Projektteams erreicht das Fahrzeug damit eine Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 50 km/h. In Kombination mit zusätzlichem Pedalieren soll der Verbrauch einer Reichweite von etwa 40 bis 60 Kilometern pro Liter Kraftstoff entsprechen.

    Der Tank fasst 1,5 Liter. Daraus ergibt sich nach Berechnungen der Schüler je nach Einsatzbedingungen eine Reichweite von ungefähr 100 bis 150 Kilometern.

    Elektromotor für kürzere Wege

    Als zweite Antriebsmöglichkeit wurde ein 250-Watt-Elektromotor eingebaut.

    Im Elektrobetrieb erreicht der Prototyp laut Projektbeschreibung ungefähr 20 km/h. Die elektrische Reichweite beträgt derzeit zwischen 8 und 18 Kilometern beziehungsweise ungefähr eine Stunde Betriebszeit.

    Damit ist der Elektroantrieb eher für kurze Stadtfahrten gedacht, während für größere Entfernungen der Verbrennungsmotor zur Verfügung steht.

    Der Begriff „Hybrid“ sollte dabei nicht mit einem klassischen Hybridauto verwechselt werden. Nach den veröffentlichten Angaben handelt es sich im Wesentlichen um ein Fahrzeug mit zwei alternativ nutzbaren Antriebssystemen.

    Technikunterricht wird zum realen Projekt

    Interessant ist weniger, ob der Prototyp bereits ein marktreifes Verkehrsmittel darstellt. Entscheidend ist der praktische Ansatz der technischen Ausbildung.

    Die Schüler müssen bei einem solchen Projekt Mechanik, Elektrik, Energieversorgung und Fahrzeugtechnik miteinander verbinden. Gleichzeitig steht eine konkrete Fragestellung aus ihrem Alltag im Mittelpunkt: Wie lässt sich Mobilität mit begrenzten finanziellen Mitteln ermöglichen?

    Das CTN hat bereits Erfahrung mit solchen Projekten. Bei der EXPOCIENTEC 2025 präsentierten Schüler der Fachrichtung Fahrzeugtechnik unter anderem selbst entwickelte Elektrofahrzeuge, ein Fahrzeug mit Solartechnik und einen vollständig neu konstruierten Mini-Cross.

    Das neue Hybrid-Fahrrad setzt diese praktische Ausrichtung fort.

    Noch ein Prototyp, kein fertiges Straßenfahrzeug

    Bei den genannten Reichweiten, Verbrauchswerten und Geschwindigkeiten handelt es sich um Angaben aus dem Schulprojekt. Eine unabhängige technische Prüfung dieser Werte wurde bislang nicht veröffentlicht.

    Auch über eine mögliche Zulassung des Fahrzeugs für den regulären öffentlichen Straßenverkehr liegen in den bisher veröffentlichten Informationen keine Angaben vor.

    Als Schulprojekt zeigt das Fahrrad dennoch, was technische Ausbildung leisten kann: nicht nur Theorie vermitteln, sondern Schüler dazu bringen, aus einem konkreten Problem eine funktionierende technische Lösung zu entwickeln.

    Quellen: Más Encarnación, Colegio Técnico Nacional
    Redaktion: Parapunto

  • Rally-WM heute Abend mitten in Encarnación: Super Special auf der Costanera

    Rally-WM heute Abend mitten in Encarnación: Super Special auf der Costanera

    Am Samstagabend verlagert sich der Rally del Paraguay direkt ins Stadtgebiet von Encarnación. Um 18:05 Uhr startet auf der Costanera die 3,1 Kilometer lange Super Special Stage. Neben den aktuellen WRC-Fahrern sollen auch drei Rally-Legenden zu sehen sein.

    Encarnación, 29. August 2026. Nach einem langen Rallytag durch Bella Vista, Hohenau und Trinidad kommt die Weltmeisterschaft am Abend direkt nach Encarnación. Die SS17 „Encarnación Costanera“ beginnt um 18:05 Uhr paraguayischer Zeit und bildet den Abschluss der zweiten Etappe. Gefahren wird auf einem 3,1 Kilometer langen Stadtkurs im Bereich Paseo de los Teros.

    Für die Rally del Paraguay ist diese Prüfung eine der wichtigsten Neuerungen der Ausgabe 2026. Im Gegensatz zu den überwiegend auf roter Erde ausgetragenen Wertungsprüfungen führt der Kurs durch das urbane Umfeld der Costanera und teilweise über Asphalt.

    Rallyautos dort, wo sonst der Stadtverkehr fährt

    Der Kurs führt über Teile der Costanera und der Avenida Mariscal López. Für die Veranstaltung wurden deshalb Verkehrsbereiche rund um den Paseo de los Teros gesperrt.

    Die städtische Verkehrspolizei weist insbesondere auf Einschränkungen an der Avenida Mariscal López sowie entlang der Costanera República del Paraguay hin. Für Autofahrer wurden Umleitungen eingerichtet. Die Behörden rechnen gerade am Samstag mit einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen durch Besucher aus anderen Teilen Paraguays.

    Für Zuschauer bietet die Stadtprüfung einen Vorteil gegenüber vielen klassischen Rallystrecken: Die Fahrzeuge können in einem relativ kompakten und speziell vorbereiteten Bereich beobachtet werden, ohne dafür weit ins Hinterland Itapúas fahren zu müssen.

    Drei Weltmeister als besonderes Rahmenprogramm

    Zusätzlich zur eigentlichen Wertungsprüfung hat der Veranstalter für den Abend drei bekannte Namen der Rallygeschichte angekündigt.

    Petter Solberg, Rally-Weltmeister von 2003, sowie die vierfachen Weltmeister Tommi Mäkinen und Juha Kankkunen sollen beim Super Special am Paseo de los Teros auftreten und an Demonstrationsfahrten teilnehmen.

    Damit wird aus der SS17 nicht nur eine Wertungsprüfung, sondern auch ein eigenes Zuschauerereignis.

    Fan Zone und Servicepark an der Costanera

    Encarnación ist während des gesamten Wochenendes organisatorisches Zentrum der Rally. Der offizielle Servicepark befindet sich ebenfalls in der Stadt. Dort arbeiten Mechaniker und Ingenieure zwischen den Wertungsprüfungen an den Fahrzeugen.

    Die Fan Zone an der Costanera ist am Samstag von 8:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Dort gibt es unter anderem Gastronomie, offizielle Merchandising-Stände, Großbildschirme und Möglichkeiten, den Servicebetrieb der Teams zu beobachten. Der Tageszugang zur Fan Zone und zum Servicepark kostet 30.000 Guaraní, etwa 4,30 Euro.

    Für die Super Special Stage selbst gibt es am Paseo de los Teros eine organisierte Zuschauerzone. Besucher sollten vor der Anfahrt die aktuellen Zugangsbedingungen des Veranstalters kontrollieren.

    Encarnación wird selbst Teil der Rallystrecke

    Die Entscheidung, eine Wertungsprüfung direkt an die Costanera zu bringen, verändert den Charakter der Veranstaltung. Die Rally findet damit nicht nur auf abgelegenen Schotterstraßen und zwischen den Yerba-Mate-Feldern Itapúas statt.

    Encarnación selbst wird für einen Abend zur Rennstrecke.

    Bereits zur offiziellen Eröffnung am Donnerstag waren nach Angaben der Veranstalter mehr als 10.000 Menschen im Sambódromo. Weitere Besucher verfolgten das Geschehen von der Costanera und der Fan Zone aus.

    Nach der heutigen Stadtprüfung geht der Rally del Paraguay am Sonntag in seine entscheidende Etappe. Dann stehen weitere Prüfungen in Encarnación und General Artigas auf dem Programm. Die abschließende Power Stage startet am Sonntagnachmittag in Encarnación.

    Quellen: Rally del Paraguay, FIA World Rally Championship, Municipalidad de Encarnación, ABC Color, Más Encarnación
    Redaktion: Parapunto

  • Bella Vista heute im Zentrum der Rally-WM

    Bella Vista heute im Zentrum der Rally-WM

    Am zweiten Tag des Rally del Paraguay 2026 rückt Bella Vista in den Mittelpunkt. Vier Wertungsprüfungen führen am Samstag durch das Gebiet der „Hauptstadt der Yerba Mate“. Nach dem ersten Durchgang am Vormittag kehren die WRC-Piloten am Nachmittag noch einmal auf dieselben Strecken zurück.

    Bella Vista, 29. August 2026. Für Bella Vista ist heute einer der wichtigsten Tage des Rally-Wochenendes. Die zweite Etappe des Rally del Paraguay führt durch Bella Vista, Bella Vista Sur, Hohenau und Trinidad, bevor der Tag am Abend mit einer kurzen Zuschauerprüfung auf der Costanera von Encarnación endet.

    In Bella Vista selbst stehen insgesamt vier Wertungsprüfungen auf dem Programm. Die beiden Strecken werden jeweils zweimal gefahren.

    Vier Prüfungen rund um Bella Vista

    Der erste Durchgang begann am Morgen:

    • 08:19 Uhr: SS9 Bella Vista 1, 21,15 Kilometer
    • 09:12 Uhr: SS10 Bella Vista Sur 1, 11,57 Kilometer

    Am Nachmittag folgt die zweite Runde:

    • 14:16 Uhr: SS13 Bella Vista 2, 21,15 Kilometer
    • 15:09 Uhr: SS14 Bella Vista Sur 2, 11,57 Kilometer

    Damit werden allein im Raum Bella Vista heute mehr als 65 Wettbewerbskilometer absolviert. Die offizielle WRC-Route führt anschließend weiter nach Hohenau und Trinidad. Um 18:05 Uhr soll die Tagesetappe mit der 3,1 Kilometer langen Super Special Stage auf der Costanera von Encarnación abgeschlossen werden.

    Pajari ging als Führender in den Samstag

    Nach dem ersten vollständigen Rallytag am Freitag lag der Finne Sami Pajari im Toyota GR Yaris Rally1 an der Spitze der Gesamtwertung.

    Pajari hatte sich erst gegen Ende des Tages nach vorne gearbeitet und beendete die erste Etappe 11,9 Sekunden vor dem Neuseeländer Hayden Paddon. Elfyn Evans folgte mit 56,3 Sekunden Rückstand auf Rang drei.

    Aus paraguayischer Sicht sorgte vor allem Diego Domínguez Bejarano für Aufmerksamkeit. Er beendete den Freitag auf dem sechsten Gesamtrang und führte gleichzeitig die Rally2-Wertung an.

    Colonias Unidas werden zur Rally-Region

    Der heutige Streckenverlauf ist auch für die Colonias Unidas von besonderer Bedeutung. Mit Bella Vista und Hohenau liegen gleich zwei der Austragungsorte in diesem Gebiet.

    Bella Vista ist weit über die Region hinaus vor allem für den Yerba-Mate-Anbau bekannt und trägt offiziell den Titel „Nationale Hauptstadt der Yerba Mate“. Während des Rally-Wochenendes zeigt sich die Region allerdings von einer ganz anderen Seite: rote Erdstraßen, landwirtschaftlich geprägte Landschaften und schnelle Schotterpassagen werden zur Bühne für die besten Rallyfahrer der Welt.

    Für die Region bedeutet die Veranstaltung zugleich einen erheblichen Besucherandrang. Hotels, Gastronomie, Tankstellen und andere Betriebe in den Colonias Unidas profitieren von Teams, Medienvertretern und Rallyfans, die für das WRC-Wochenende nach Itapúa gekommen sind.

    Zweite Runde am Nachmittag

    Nach einer Servicepause in Encarnación beginnt um 14:16 Uhr der zweite Durchgang durch Bella Vista. Anschließend geht es über Bella Vista Sur nach Hohenau und Trinidad.

    Der Samstag umfasst insgesamt neun Wertungsprüfungen. Das Rally del Paraguay läuft noch bis Sonntag, 30. August. Die Entscheidung fällt am Sonntagnachmittag auf der abschließenden Power Stage in Encarnación.

    Quellen: FIA World Rally Championship, ABC Color
    Redaktion: Parapunto

  • Mit 19 schon Unternehmer: Wie Fabián Segovia aus Hohenau mehr als zehn Arbeitsplätze geschaffen hat

    Mit 19 schon Unternehmer: Wie Fabián Segovia aus Hohenau mehr als zehn Arbeitsplätze geschaffen hat

    Was mit geliehenen Stoffen und einem Schulprojekt begann, ist heute ein wachsendes Unternehmen. Der 19-jährige Fabián Segovia aus Hohenau beschäftigt mit seinem Veranstaltungsbetrieb inzwischen mehr als zehn Menschen.

    Hohenau. Fabián Segovia ist 19 Jahre alt, studiert im zweiten Jahr Internationalen Handel und führt bereits ein eigenes Unternehmen. Seine Firma Deco Events Recepciones organisiert und dekoriert Veranstaltungen in der Region Colonias Unidas. Mehr als zehn Personen arbeiten heute für den Betrieb.

    Angefangen hat alles deutlich kleiner.

    Schon als 15-Jähriger half Segovia seiner Tante bei Dekorationsarbeiten. Die erste eigene Gelegenheit ergab sich in der Schule. Für die Präsentation eines Abschlussprojekts wurde jemand gesucht, der die Räumlichkeiten dekorieren konnte. Segovia meldete sich, lieh sich Stoffe seiner Tante und übernahm den Auftrag.

    Für diese erste Arbeit erhielt er 80.000 Guaraní, derzeit etwa 11,50 Euro.

    Startkapital: rund 22 Euro

    Der entscheidende Impuls kam aus der Familie. Segovia hatte zunächst den Eindruck, für ein eigenes Dekorationsunternehmen viel Kapital zu benötigen. Seine Großmutter riet ihm dagegen, mit dem anzufangen, was bereits vorhanden war.

    Das tat er.

    Nach eigenen Angaben begann Deco Events mit lediglich 150.000 Guaraní, umgerechnet rund 21,50 Euro. Nach den ersten Aufträgen kamen weitere Kunden hinzu. Segovia investierte die Einnahmen wieder in Material und Ausstattung.

    Parallel dazu absolvierte er einen sechsmonatigen Grundkurs für Dekoration, während er weiterhin ganztägig die Schule besuchte. Aus den anfänglichen Dekorationsarbeiten entwickelte sich schrittweise ein umfassender Veranstaltungsservice.

    Vom Stoff zum kompletten Veranstaltungsservice

    Heute verfügt das Unternehmen über Tische, Stühle, Geschirr, Tischwäsche und weiteres Material für größere Veranstaltungen. Zwei Lagerräume wurden bereits errichtet, ein dritter für Geschirr und Ausstattung befindet sich laut Segovia in Fertigstellung.

    Auch die Familie ist weiterhin eingebunden. Seine Eltern unterstützen den Betrieb, ebenso seine über 70-jährige Großmutter, die sich noch immer um einen Teil der Stoffwäsche kümmert.

    Mit den Einnahmen finanziert Segovia inzwischen sein Studium und konnte sich nach eigenen Angaben bereits ein Auto kaufen. Gleichzeitig beschäftigt das Unternehmen mehr als zehn Mitarbeiter.

    Eine Hohenauer Gründergeschichte

    Interessant an Segovias Geschichte ist weniger das oft erzählte Motiv vom schnellen Erfolg eines jungen Unternehmers. Sein Weg zeigt vielmehr ein klassisches Prinzip kleiner Unternehmen in der Region: mit geringen Mitteln beginnen, vorhandene Fähigkeiten nutzen und das Angebot mit der Nachfrage wachsen lassen.

    Aus einem einzelnen Auftrag in der Schule entstand so innerhalb weniger Jahre ein Unternehmen mit Mitarbeitern, Lagerflächen und einem breiteren Dienstleistungsangebot.

    Die Geschichte wurde zunächst vom regionalen Radio San Fernando 100.3 FM aufgegriffen und anschließend von der paraguayischen Zeitung Crónica veröffentlicht.

    Quellen: Crónica, Radio San Fernando 100.3 FM
    Redaktion: Parapunto

  • Rally-WM heute in Hohenau: 3 Saltos wird zur internationalen Motorsportbühne

    Rally-WM heute in Hohenau: 3 Saltos wird zur internationalen Motorsportbühne

    Hohenau steht am Samstag im Mittelpunkt der Rallye-Weltmeisterschaft. Auf dem Abschnitt „3 Saltos“ werden zwei Wertungsprüfungen des Rally del Paraguay 2026 ausgetragen. Für Zuschauer wurde eine eigene Besucherzone eingerichtet.

    Hohenau, 29. August 2026. Heute kommt die Rallye-Weltmeisterschaft direkt nach Hohenau. Im Bereich 3 Saltos Vertedero fahren die Teilnehmer des WRC Rally del Paraguay gleich zweimal über denselben Streckenabschnitt.

    Die erste Durchfahrt als SS11 beginnt um 10:05 Uhr. Am Nachmittag folgt um 16:05 Uhr die zweite Durchfahrt als SS15. Die Tore der Zuschauerzone öffnen bereits um 7:00 Uhr und schließen um 18:00 Uhr.

    Die Gemeinde Hohenau ist gemeinsam mit weiteren Partnern an der Organisation der Zuschauerzone beteiligt. Noch am 24. August beschäftigte sich die Junta Municipal mit dem Kooperationsvertrag für die „Zona Preferencial Hohenau – 3 Saltos“.

    Eintritt ab rund 24 Euro

    Tickets für die allgemeine Zuschauerzone werden ab 170.000 Guaraní, derzeit etwa 24 Euro, angeboten. Ein Parkplatz im südlichen Bereich kostet zusätzlich 100.000 Guaraní, rund 14 Euro.

    Wer bereits am Freitagabend anreist, kann den dafür vorgesehenen Campingbereich nutzen. Die Zufahrt für Rallyfans ist dort ab 18:00 Uhr vorgesehen.

    Was Besucher mitnehmen dürfen

    Erlaubt sind unter anderem Klappstühle und Liegestühle. Pro Person darf außerdem ein Tereré-Thermos sowie Wasser in Behältern bis zwei Liter mitgebracht werden.

    Nicht erlaubt sind unter anderem Drohnen, große Sonnenschirme, Zelte und Lautsprecher. Auch mitgebrachte Lebensmittel und andere Getränke dürfen laut Veranstalter nicht in die Zuschauerzone mitgenommen werden. Taschen und Rucksäcke können beim Eingang kontrolliert werden.

    Hohenau als Teil der internationalen Rally-WM

    Die Zuschauerzone 3 Saltos gehört zu den offiziellen bevorzugten Zuschauerbereichen des Rally del Paraguay. Neben Hohenau gibt es entsprechende Bereiche unter anderem am Autódromo Capitán Miranda sowie beim abschließenden Ypecurú Power Stage in Encarnación.

    Für Hohenau ist der WRC inzwischen mehr als ein eintägiges Motorsportereignis. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Bereich 3 Saltos für die Rally genutzt. Die Stadt positioniert sich damit innerhalb der Colonias Unidas auch touristisch als einer der Austragungsorte des internationalen Motorsports.

    Quelle: Municipalidad de Hohenau, Rally del Paraguay, Agencia IP
    Redaktion: Parapunto

  • Ka’a Rape, die Route der Yerba Mate durch Itapúa

    Ka’a Rape, die Route der Yerba Mate durch Itapúa

    Wer durch die neun Distrikte fährt, die sich Itapúa im Südosten Paraguays teilen, kreuzt früher oder später den Ka’a Rape, wörtlich übersetzt den Weg der Yerba. Der Name ist Guaraní, und das ist kein Zufall. Yerba Mate gilt in Paraguay als Vermächtnis der Guaraní selbst, lange bevor Jesuiten oder deutschsprachige Siedler in die Region kamen.

    Die 2015 von der staatlichen Tourismusbehörde Senatur eingerichtete Route führt unter anderem durch Hohenau, Obligado, Bella Vista, Trinidad und Jesús, mit den Jesuitenruinen von Trinidad und Jesús de Tavarangüe als markante Stationen unterwegs. Bella Vista, seit 2025 offiziell nationale Hauptstadt der Yerba Mate, bildet gemeinsam mit Hohenau und Obligado das Zentrum des Anbaus.

    Von der Plantage bis zum Tereré

    Der Rundgang führt durch Yerbales, die Anbauflächen, und durch die Verarbeitungsbetriebe, wo Besucher den Weg vom Blatt bis zur fertigen Yerba nachvollziehen können. Tereré, der kalt aufgegossene Nationaltrunk, hat seit 2015 sogar einen eigenen nationalen Feiertag, jeweils am letzten Samstag im Februar.

    Eine unerwartete deutsche Fußnote

    Wer die Route weiterverfolgt, stößt auf etwas, das DACH-Besucher nicht erwarten dürften: In Bella Vista und Hohenau, den Kolonien deutschsprachiger Einwanderer, verarbeiten kleine Brauereien, VolksBier in Bella Vista und Beerkingo in Hohenau, Yerba Mate selbst zu Bier. Zwei Traditionen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, treffen hier tatsächlich aufeinander.

    Voces Guaraní zu diesem Beitrag

    Ka’a Rape
    Wörtlich “Weg der Yerba”, aus ka’a (Yerba, Kraut) und rape (Weg, Pfad). Name der Tourismusroute selbst.
    Tereré
    Herkunft nicht eindeutig geklärt. Eine Erklärung führt es auf “te jere”, sinngemäß “Runde im Kreis”, zurück, mit der Jesuiten das gemeinsame Trinken der Guaraní beschrieben. Eine andere sieht es als lautmalerisch für das Geräusch der letzten Schlucke durch den Trinkhalm.

    Quelle: Gobernación de Itapúa, ABC Color Viajes, Secretaría Nacional de Turismo (Senatur), Billiken, Última Hora
    Redaktion: Parapunto

  • Sami Pajari führt nach dem ersten Tag der Rally del Paraguay

    Sami Pajari führt nach dem ersten Tag der Rally del Paraguay

    Der Finne Sami Pajari hat am Freitag die Führung bei der Rally del Paraguay 2026 übernommen. Nach acht Wertungsprüfungen in Itapúa liegt der Toyota-Pilot knapp zwölf Sekunden vor Hayden Paddon. Auch zwei paraguayische Fahrer schafften es in die Top Ten.

    Encarnación, 28. August 2026. Die Rally del Paraguay hat bereits am ersten vollen Wettbewerbstag für zahlreiche Überraschungen gesorgt. Nach acht Wertungsprüfungen führt Sami Pajari im Toyota GR Yaris Rally1 die Gesamtwertung an.

    Der Finne beendete den Freitag mit einer Gesamtzeit von 1:28:28,7 Stunden. Sein Vorsprung auf den Neuseeländer Hayden Paddon im Hyundai beträgt 11,9 Sekunden. Auf Platz drei folgt der aktuelle WM-Führende Elfyn Evans mit einem Rückstand von 56,3 Sekunden.

    Pajari kämpft sich an die Spitze

    Am Vormittag sah es zunächst nicht nach einer Führung für Pajari aus. Nach den ersten vier Prüfungen lag Hayden Paddon vorne, während Pajari mit mehr als einer halben Minute Rückstand nur auf Rang vier lag.

    Die Strecken rund um Encarnación erwiesen sich als anspruchsvoll. Reifenprobleme, technische Defekte und Ausfälle veränderten das Klassement mehrfach. Unter anderem mussten Takamoto Katsuta, Thierry Neuville und Sébastien Ogier Rückschläge beziehungsweise Ausfälle hinnehmen.

    Im Laufe des Nachmittags arbeitete sich Pajari jedoch immer weiter nach vorne. Die entscheidende Veränderung kam gegen Ende des Tages. WM-Spitzenreiter Elfyn Evans verlor durch einen Reifenschaden wertvolle Zeit. Pajari nutzte die Gelegenheit und übernahm zwei Prüfungen vor Tagesende die Führung.

    Besonders stark war Pajari auf der zweiten Durchfahrt der rund 33,9 Kilometer langen Wertungsprüfung Yerbateras, wo er die schnellste Zeit erzielte.

    Zwei Paraguayer unter den besten Zehn

    Aus paraguayischer Sicht verlief der Freitag ebenfalls erfolgreich.

    Diego Domínguez Bejarano liegt nach dem ersten Tag auf dem sechsten Gesamtrang. Sein Rückstand auf Pajari beträgt 2 Minuten und 36 Sekunden.

    Noch wichtiger: Domínguez führt gleichzeitig die Rally2-Wertung an. Auf vier der acht Wertungsprüfungen war er der schnellste Fahrer seiner Klasse.

    Mit Fau Zaldívar schaffte es ein zweiter Paraguayer in die Top Ten. Er liegt mit 4 Minuten und 39,8 Sekunden Rückstand auf Rang neun.

    Gesamtstand nach dem ersten Tag

    1. Sami Pajari – Toyota – 1:28:28,7
    2. Hayden Paddon – Hyundai – +11,9 Sek.
    3. Elfyn Evans – Toyota – +56,3 Sek.
    4. Adrien Fourmaux – Hyundai – +1:51,3 Min.
    5. Josh McErlean – Ford – +2:23,1 Min.
    6. Diego Domínguez Bejarano – Toyota Rally2 – +2:36,0 Min.
    7. Gus Greensmith – +3:15,4 Min.
    8. Oliver Solberg – Toyota – +3:33,3 Min.
    9. Fau Zaldívar – Škoda Rally2 – +4:39,8 Min.
    10. Jon Armstrong – Ford – +6:16,2 Min.

    Itapúa im Mittelpunkt der Rally-Welt

    Die Rally del Paraguay ist 2026 der elfte Lauf der FIA Rallye-Weltmeisterschaft. Das Zentrum der Veranstaltung befindet sich erneut in Encarnación. Insgesamt stehen während des Rally-Wochenendes 22 Wertungsprüfungen mit knapp 359 Wettbewerbskilometern auf dem Programm.

    Für Itapúa bedeutet die Veranstaltung weit mehr als nur Motorsport. Fahrer, Teams, internationale Medien und Rallyfans aus verschiedenen Ländern sind derzeit in der Region unterwegs. Encarnación und die umliegenden Gemeinden stehen damit für mehrere Tage im Mittelpunkt der internationalen Motorsportwelt.

    Die Rally del Paraguay läuft noch bis Sonntag, 30. August.

    Quellen: ABC Color, FIA World Rally Championship (WRC)
    Redaktion: Parapunto

    Quelle: ABC Color – Noticias del día, Originalartikel