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  • Camino Real bei Encarnación: Auf den Spuren der alten Guaraní-Wege

    Camino Real bei Encarnación: Auf den Spuren der alten Guaraní-Wege

    Durch Encarnación und Cambyretá verläuft ein Verkehrsweg, dessen Geschichte weit vor die Gründung der heutigen Stadt zurückreicht. Der „Camino Real“, auf Guaraní als Tape Aviru oder Peabirú bezeichnet, folgt Teilen eines alten Wegenetzes der Guaraní und ist heute offiziell geschütztes Kulturerbe Paraguays.

    Encarnación. Wer heute durch Encarnación fährt, ahnt kaum, dass manche Straßen und Wege einer Verbindung folgen, die möglicherweise seit Jahrhunderten genutzt wird. Der Historiker und Autor Silvio Sosa Alarcón hat sich über Jahre mit diesen alten Verkehrswegen im Süden Paraguays beschäftigt und versucht, ihren Verlauf anhand historischer Dokumente und lokaler Überlieferungen zu rekonstruieren.

    Die Wege entstanden nicht erst mit den Spaniern. Nach Angaben der paraguayischen Secretaría Nacional de Cultura gehörte der Tape Aviru zu einem Netz von Wegen, das die Guaraní bereits lange vor der europäischen Kolonisierung angelegt und genutzt hatten. Später verwendeten auch Jesuiten, paraguayische Truppen, Händler und Reisende Teile dieser Verbindungen.

    Vom Guaraní-Pfad zum Camino Real

    Während der Kolonialzeit wurden Abschnitte dieser Verbindung als Camino Real, also „Königlicher Weg“, bezeichnet.

    Der für Itapúa besonders bedeutende Abschnitt verlief entlang des Paraná und durch Gebiete, die heute zu Encarnación und Cambyretá gehören. Historische Untersuchungen verorten Teile der Route unter anderem beim Arroyo Quiteria, im heutigen Stadtgebiet von Encarnación sowie in Richtung Campichuelo am Paraná.

    Ein Teil des rekonstruierten Verlaufs führt von der Gegend um die heutige Plaza de Armas über die Calle General Artigas, weiter in Richtung Mboi Ka’e und anschließend über Gebiete wie Villa del Maestro, Avenida Japón, Itacuá und San Blas bis nach Campichuelo. Dort befand sich historisch ein wichtiger Übergang über den Paraná in Richtung des heutigen Argentinien.

    Der ursprüngliche Weg ist heute allerdings nicht mehr überall als historische Straße erkennbar. Teile wurden überbaut, in moderne Straßen integriert oder im Laufe der Zeit verändert.

    Ein Historiker holt den Weg aus der Vergessenheit

    Silvio Sosa beschäftigte sich über Jahre mit der Rekonstruktion dieser Strecke. Seine Arbeit stützt sich unter anderem auf historische Dokumente aus dem Archivo Nacional de Asunción.

    Bereits 2017 wurde gemeinsam mit touristischen und öffentlichen Einrichtungen ein erster Rundgang unter dem Titel „Descubriendo el Camino Real“ durchgeführt. Ziel war es, Geschichte, Landschaft und Tourismus miteinander zu verbinden.

    2021 veröffentlichte Sosa schließlich das Buch „Descubriendo el Camino Real“. Die Publikation entstand mit Unterstützung des Kulturfonds der Secretaría Nacional de Cultura und dokumentiert seine Forschungen zum historischen Wegenetz und zur frühen Geschichte von Ytapúa.

    Seit 2022 offiziell geschütztes Kulturgut

    Der jahrelange Einsatz führte schließlich auch zu einer offiziellen Anerkennung.

    Mit der Resolution Nr. 876/2022 erklärte die paraguayische Secretaría Nacional de Cultura den südlichen Abschnitt des „Camino Real – Tape Aviru de la Vía de las Misiones“ in den Distrikten Encarnación und Cambyretá zum Bien de Valor Patrimonial, also zu einem Kulturgut von besonderem Denkmalwert.

    Damit geht es inzwischen nicht mehr nur um historische Forschung. Der Weg soll erhalten, sichtbar gemacht und auch touristisch erschlossen werden.

    Geschichte direkt unter den Füßen

    Der Camino Real erzählt eine für Itapúa typische Geschichte. Verschiedene historische Schichten liegen hier unmittelbar übereinander: die Kultur der Guaraní, die Jesuitenzeit, die spanische Kolonialzeit und die Entwicklung des modernen Paraguay.

    Gerade deshalb ist der Weg mehr als eine touristische Route. Er erinnert daran, dass die Geschichte Encarnacións nicht erst mit der modernen Stadt oder den europäischen Einwanderern beginnt.

    Viele der Straßen, die heute selbstverständlich zum Alltag gehören, folgen einer Landschaft, durch die Menschen bereits lange vor ihnen unterwegs waren.

    Quellen: Secretaría Nacional de Cultura, Municipalidad de Encarnación, ABC Color, Itapúa Noticias
    Redaktion: Parapunto

  • Carnaval Encarnaceno 2026 cierra su Edición 100 con cifras récord

    El Carnaval Encarnaceno celebró en 2026 su histórica Edición 100. En la quinta y última ronda, 17.000 espectadores llenaron el Sambodromo de Encarnación, y en total unas 74.000 personas participaron a lo largo de la edición centenaria. El evento reunió a siete clubes carnavaleros agrupados en el Club de Clubes, la organización que sostiene la fiesta desde hace décadas.

    La tradición se remonta a 1916, cuando se realizó el primer desfile frente al edificio de Aduanas, aunque algunos registros ubican los primeros corsos florales ya en 1906. Hoy el Sambodromo, inaugurado en 2014, es el tercero más grande del mundo después de Río de Janeiro y San Pablo.

    «Pensar en Encarnación sin carnaval es como mutilar su vida social», resumió uno de los organizadores en declaraciones recogidas por Última Hora.