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  • Biozeanischer Korridor schafft neue Chancen für indigene Gemeinden

    Biozeanischer Korridor schafft neue Chancen für indigene Gemeinden

    CHACO. Der Bau des Biozeanischen Korridors verändert nicht nur die Landkarte des paraguayischen Chaco. Er schafft auch neue Arbeitsplätze und bringt Infrastruktur in einige der abgelegensten indigene Gemeinden des Landes. Während die neue Fernstraße Brasilien, Paraguay, Argentinien und Chile verbinden soll, profitieren viele Dörfer erstmals direkt von öffentlichen Investitionen.

    Mehr als eine Straße

    Der derzeit laufende dritte Bauabschnitt verbindet Mariscal Estigarribia mit Pozo Hondo an der Grenze zu Argentinien. Allein das erste Baulos umfasst 53,8 Kilometer und ein Investitionsvolumen von rund 485,5 Milliarden Guaraní.

    Doch das Projekt beschränkt sich nicht auf Asphalt und Brücken. Im Rahmen eines speziellen Entwicklungsplans für indigene Völker entstehen gleichzeitig soziale Einrichtungen und lokale Beschäftigungsmöglichkeiten.

    Arbeitsplätze direkt in den Gemeinden

    In der Guaraní-Gemeinde Diez Kue arbeiten Bewohner selbst am Bau eines neuen Gemeindezentrums mit. In Santa Elena entsteht ein Gebäude mit Klassenräumen und Speisesaal, das künftig für Bildung und Gemeinschaftsveranstaltungen genutzt werden soll.

    Nach Angaben des paraguayischen Ministeriums für öffentliche Arbeiten erhalten die Gemeinden dabei nicht nur neue Infrastruktur, sondern auch Einkommen durch Beschäftigung auf den Baustellen und bei begleitenden Projekten.

    „Der Korridor soll Entwicklung nicht nur durch Verkehr, sondern auch durch soziale Integration bringen“, fasst das Ministerium den Ansatz zusammen.

    Ein Projekt mit nationaler Bedeutung

    Der Corredor Bioceánico gilt als eines der wichtigsten Infrastrukturvorhaben Paraguays. Nach seiner Fertigstellung soll er den Atlantik mit den Pazifikhäfen Chiles verbinden und den Warentransport zwischen Brasilien und Asien deutlich verkürzen.

    Für den Chaco bedeutet das jedoch mehr als internationalen Handel. Viele Gemeinden erhalten erstmals dauerhaft bessere Straßen, öffentliche Gebäude und wirtschaftliche Perspektiven in einer Region, die lange als infrastrukturell benachteiligt galt.

    Warum das auch für Itapúa interessant ist

    Während Itapúa derzeit durch den Rally-Weltmeisterschaft von umfangreichen Straßeninvestitionen profitiert, zeigt der Chaco eine andere Seite paraguayischer Infrastrukturpolitik: Hier steht nicht der Tourismus im Mittelpunkt, sondern die langfristige Anbindung abgelegener Gemeinden. Beide Projekte verdeutlichen, wie Großinvestitionen regionale Entwicklung weit über ihre ursprüngliche Funktion hinaus beeinflussen können.

    Quelle: Ministerio de Obras Públicas y Comunicaciones (MOPC), Paraguay.

  • 300 Kilometer bessere Straßen: Was vom Rally für Itapúa bleibt

    300 Kilometer bessere Straßen: Was vom Rally für Itapúa bleibt

    ITAPÚA. Der Rally-Weltmeisterschaft bringt Itapúa für vier Tage internationale Aufmerksamkeit. Ein Teil der Investitionen soll der Region jedoch wesentlich länger erhalten bleiben. Rund 300 Kilometer Erd- und Schotterstraßen wurden nach Angaben des paraguayischen Ministeriums für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) im Vorfeld des WRC Rally del Paraguay 2026 verbessert.

    Die Arbeiten beschränkten sich nicht auf die eigentlichen Wertungsprüfungen. Auch Zufahrtsstraßen, Verbindungswege, Rettungswege und Teile des bestehenden Straßennetzes wurden instand gesetzt.

    Insgesamt investierte das MOPC nach eigenen Angaben 7.846.232.452 Guaraní in die für den Rally vorgenommenen Infrastrukturmaßnahmen.

    Arbeiten in mehreren Distrikten

    Die Verbesserungen verteilen sich auf zahlreiche Teile Itapúas.

    In General Artigas wurden zwei Strecken mit einer Länge von 20 beziehungsweise acht Kilometern hergerichtet. Dazu kamen rund 49 Kilometer Zufahrts- und Verbindungsstraßen.

    Arbeiten erfolgten außerdem in Trinidad und Nueva Alborada. In Nueva Alborada waren unter anderem die Bereiche Cordoba’i, Yerbatera, Samu’u und Ita Cajón betroffen.

    Auch in Bella Vista Sur wurden mehrere Straßenabschnitte verbessert, darunter Bereiche in der Nähe des Club de Pesca.

    Weitere Maßnahmen betrafen Carmen del Paraná, Fram, La Paz, Cambyretá und Encarnación.

    Neuer Straßenabschnitt bei Ypecurú

    Eine der umfangreicheren Maßnahmen erfolgte im Bereich Ypecurú. Dort wurde ein rund fünf Kilometer langer Abschnitt nahe dem Stausee Quiteria praktisch neu angelegt und mit Schotter befestigt.

    Zusätzlich wurden Entwässerungsanlagen eingebaut. Sie sollen verhindern, dass starke Niederschläge den Straßenkörper zu schnell beschädigen.

    Gerade angesichts der wiederkehrenden heftigen Regenfälle in Itapúa dürfte sich zeigen, wie nachhaltig diese Arbeiten tatsächlich ausgeführt wurden.

    Mehr als 1.600 Meter neue Leitplanken

    Nicht nur die Fahrbahnen wurden bearbeitet.

    An gefährlichen Stellen installierte das MOPC insgesamt rund 1.620 Meter Metallleitplanken. Sie befinden sich unter anderem an Kurven, Gefällen und Abschnitten in der Nähe des Río Paraná und des Stausees Quiteria.

    Diese Sicherheitseinrichtungen wurden zwar im Zusammenhang mit dem Rally errichtet, bleiben aber nach der Veranstaltung bestehen.

    Auch ein Holzbrückenteil bei Potrero Ka’a in General Artigas wurde repariert.

    Arbeiten an wichtigen Verbindungen

    Auf den asphaltierten Straßen PY06, PY07 und PY08 sowie auf den Departementstraßen D047, D054 und D016 wurden Schlaglöcher beseitigt und beschädigte Fahrbahnen repariert.

    Nach Angaben des MOPC kamen dafür 1.301 Tonnen Asphaltmischgut und weitere 144 Tonnen Asphaltmaterial zum Einsatz.

    Besonders interessant für die Bevölkerung ist der Bereich Graneros del Sur mit den Straßen D047 und D054. Dieser Korridor verbindet unter anderem Carmen del Paraná, Fram, La Paz und Capitán Miranda.

    Nach Angaben des Ministeriums nutzen mehr als 35.000 Menschen diese Verbindung. Die Verbesserungen sollen deshalb nach dem Rally vor allem dem täglichen Verkehr, der Landwirtschaft und dem Tourismus zugutekommen.

    Auch Flughafen von Encarnación betroffen

    Die Vorbereitungen reichten bis zum Internationalen Flughafen von Encarnación.

    Dort wurde ein Parkplatzbereich hergerichtet, Gelände nivelliert und beschädigter Straßenbelag repariert.

    Auch der Zugang San Antonio–Ypecurú wurde verbessert. Weitere Arbeiten betrafen Straßenränder und Bankette an wichtigen Zufahrtsrouten nach Encarnación.

    Der eigentliche Test beginnt nach dem Rally

    Die Arbeiten zeigen einen Nebeneffekt internationaler Großveranstaltungen: Investitionen, die unter normalen Umständen möglicherweise über Jahre verteilt würden, werden innerhalb kurzer Zeit umgesetzt.

    Ob daraus tatsächlich ein langfristiger Vorteil für Itapúa entsteht, lässt sich allerdings erst nach dem Rally beurteilen.

    Entscheidend wird sein, wie sich die ausgebesserten Erd- und Schotterstraßen während der kommenden Regenperioden bewähren und ob die nun erreichte Qualität anschließend regelmäßig erhalten wird.

    Für Bewohner, Landwirte und Unternehmen ist deshalb weniger entscheidend, in welchem Zustand die Straßen während der vier Tage der Weltmeisterschaft sind.

    Entscheidend ist, in welchem Zustand sie in sechs oder zwölf Monaten sein werden.

    Quelle: Ministerio de Obras Públicas y Comunicaciones (MOPC), 25. August 2026.

  • Deutsche Kliniken suchen Pflegekräfte in Paraguay

    Deutsche Kliniken suchen Pflegekräfte in Paraguay

    DEUTSCHLAND / PARAGUAY. Für paraguayische Pflegefachkräfte gibt es derzeit neue Möglichkeiten, in Deutschland zu arbeiten. Eine aktuelle Ausschreibung richtet sich gezielt an diplomierte Pflegekräfte aus Paraguay und bietet neben einem Arbeitsvertrag auch kostenlosen Deutschunterricht sowie Unterstützung bei Anerkennung und Visum.

    Hinter dem Programm steht das deutsche Unternehmen Calmaroi GmbH. Nach Angaben des Unternehmens werden internationale Pflegefachkräfte an Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen in Deutschland vermittelt. Bewerber aus Paraguay können sich aktuell für das Programm registrieren.

    Deutschkurs bis Niveau B2

    Für ausgewählte Kandidaten ist ein intensiver Deutschkurs vorgesehen. Die Ausbildung soll vom Anfängerniveau bis zum für die Berufsanerkennung erforderlichen Niveau B2 führen.

    Nach Angaben der Vermittler werden die Kosten des Sprachkurses übernommen. Zusätzlich erhalten die Teilnehmer Unterstützung bei der Anerkennung ihres paraguayischen Berufsabschlusses sowie beim Visumverfahren und bei organisatorischen Fragen rund um den Umzug nach Deutschland.

    Auch bei der Suche nach einer Unterkunft und bei der Eingewöhnung in Deutschland soll Unterstützung angeboten werden.

    Die Ausschreibung richtet sich an Personen mit einem Hochschulabschluss in Krankenpflege beziehungsweise „Licenciatura en Enfermería“ und einer gültigen beruflichen Registrierung in Paraguay.

    Pflegekräfte fehlen in Deutschland

    Der Hintergrund der Rekrutierung ist der anhaltende Personalmangel im deutschen Gesundheitswesen.

    Das offizielle deutsche Fachkräfteportal „Make it in Germany“ nennt derzeit rund 31.000 offene Stellen in der Pflege. Rund 1,8 Millionen Menschen arbeiten sozialversicherungspflichtig in diesem Bereich. Bereits etwa jeder fünfte Beschäftigte besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit.

    Für Pflegekräfte aus Ländern außerhalb der Europäischen Union gelten allerdings klare Voraussetzungen.

    Pflege ist in Deutschland ein reglementierter Beruf. Ein paraguayischer Abschluss berechtigt deshalb nicht automatisch zur Tätigkeit als Pflegefachkraft. Die zuständigen deutschen Behörden müssen zunächst prüfen, ob die Ausbildung mit einem deutschen Abschluss vergleichbar ist.

    In der Regel sind außerdem Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 erforderlich.

    Zusammenarbeit mit der Deutsch-Paraguayischen Handelskammer

    Calmaroi ist bereits seit einiger Zeit in Paraguay aktiv. Das Unternehmen arbeitet mit der Deutsch-Paraguayischen Industrie- und Handelskammer AHK Paraguay zusammen.

    Gemeinsam wurden bereits Recruiting-Veranstaltungen in Asunción und im Departamento Boquerón durchgeführt. Dabei wurden paraguayische Pflegekräfte über Arbeitsmöglichkeiten in deutschen Kliniken informiert.

    Die AHK beschreibt die Vermittlung als für die Bewerber kostenfrei und verweist darauf, dass Calmaroi internationale Pflegekräfte während des gesamten Rekrutierungs-, Anerkennungs- und Integrationsprozesses begleitet.

    Das deutsche Unternehmen besitzt nach eigenen Angaben seit 2024 das Gütesiegel „Faire Anwerbung Pflege Deutschland“. Dieses soll unter anderem sicherstellen, dass Pflegekräfte keine Vermittlungsgebühren bezahlen müssen und transparent über den gesamten Prozess informiert werden.

    Auch andere Programme werben in Paraguay

    Calmaroi ist nicht der einzige Anbieter, der in Paraguay nach Pflegekräften sucht.

    Das deutsche Unternehmen Kapta Recruiting betreibt nach eigenen Angaben ein eigenes Rekrutierungs- und Schulungszentrum in Asunción. Dort werden paraguayische Pflegekräfte unter anderem sprachlich und interkulturell auf eine Tätigkeit in Deutschland vorbereitet.

    Das Programm sieht einen intensiven Deutschkurs bis zum Goethe-Zertifikat B2 vor. Die Teilnehmer werden nach Unternehmensangaben während der sechsmonatigen Vorbereitung auch finanziell unterstützt.

    Als Zielregion nennt Kapta insbesondere das Emsland im deutschen Bundesland Niedersachsen, wo bereits paraguayische Ärzte und Pflegekräfte tätig seien.

    Kein staatliches Anwerbeprogramm

    Wichtig ist die Unterscheidung: Bei diesen Angeboten handelt es sich nicht um ein spezielles staatliches Rekrutierungsprogramm zwischen Deutschland und Paraguay.

    Das offizielle deutsche Programm „Triple Win“ zur Gewinnung ausländischer Pflegekräfte umfasst derzeit unter anderem Indonesien, Indien, Tunesien und die Philippinen. Paraguay gehört nicht zu den Herkunftsländern dieses Programms.

    Die derzeitige Rekrutierung paraguayischer Pflegekräfte erfolgt vielmehr über private Unternehmen und deutsche Arbeitgeber.

    Für Interessierte bedeutet das auch, dass einzelne Angebote genau geprüft werden sollten. Entscheidend sind insbesondere die Kostenregelung, der spätere Arbeitgeber, das Gehalt, die Dauer einer möglichen vertraglichen Bindung und die Bedingungen für den Fall, dass die deutsche Anerkennung nicht oder nur teilweise erteilt wird.

    Quellen

    Última Hora, 20. August 2026; Calmaroi GmbH; Deutsch-Paraguayische Industrie- und Handelskammer AHK Paraguay; Bundesagentur für Arbeit; Make it in Germany; Kapta Akademie.

  • Nach schwerem Unwetter: 18 Feuerwehreinsätze in Itapúa

    Nach schwerem Unwetter: 18 Feuerwehreinsätze in Itapúa

    ENCARNACIÓN / CAMBYRETÁ. Ein schweres Unwetter mit starken Windböen, intensivem Regen und Hagel hat in der Nacht auf Samstag erhebliche Schäden in Encarnación, Cambyretá und weiteren Teilen des Departamento Itapúa verursacht. Der Cuerpo de Bomberos Voluntarios del Paraguay (CBVP) meldete insgesamt 18 Einsätze im Zusammenhang mit dem Unwetter und weiteren Zwischenfällen während des laufenden Rally-Wochenendes.

    Bäume, Stromleitungen und Gebäude beschädigt

    Nach der Bilanz des CBVP mussten die Einsatzkräfte neunmal wegen eingestürzter oder beschädigter Strukturen ausrücken. Hinzu kamen fünf Einsätze wegen umgestürzter Bäume und ein Einsatz aufgrund einer herabgestürzten Stromleitung. Außerdem wurden drei Motorradunfälle von den Rettungskräften betreut.

    Die Feuerwehr war an mehreren Stellen mit Sicherungsarbeiten, der Beseitigung von Hindernissen und der Beurteilung beschädigter Gebäude beschäftigt. Der CBVP warnte insbesondere davor, sich herabgestürzten Stromleitungen, beschädigten Bäumen oder instabilen Konstruktionen zu nähern.

    Besonders deutlich wurden die Auswirkungen des Unwetters in Encarnación und Cambyretá.

    Haus in Cambyretá schwer zerstört

    Im Barrio San Jorge in Cambyretá wurde ein Wohnhaus durch den Sturm nahezu vollständig zerstört. Teile der Konstruktion brachen zusammen. Eine Person wurde dabei zunächst eingeschlossen, konnte sich jedoch selbst befreien und erlitt nach Angaben lokaler Medien keine schweren Verletzungen.

    Auch die Comisaría 68ª im Barrio Jardín wurde schwer getroffen. Starke Windböen rissen große Teile der Dachkonstruktion ab und beschädigten Bereiche des Polizeigebäudes. Polizisten wurden dort nach den vorliegenden Berichten nicht verletzt.

    Ein weithin sichtbares Zeichen der Stärke des Sturms war der Einsturz des großen Willkommensportals von Cambyretá an der Ruta PY14. Die Konstruktion stürzte auf die Fahrbahn. Der Verkehr musste deshalb für etwa eine Stunde unterbrochen werden. Verletzt wurde dabei niemand.

    Schäden auch in Encarnación

    In Encarnación stürzten Bäume und Äste auf Straßen, außerdem wurden Stromleitungen und andere Einrichtungen beschädigt. Betroffen waren nach lokalen Berichten unter anderem die Stadtteile Ita Cua, San Isidro und Mboi Ka’e sowie Teile des Stadtzentrums.

    Kommunale Einsatzkräfte, Feuerwehr und ANDE arbeiteten an der Beseitigung umgestürzter Bäume, der Sicherung gefährlicher Stellen und der Wiederherstellung der Stromversorgung.

    Das Unwetter traf Encarnación zu einem außergewöhnlich ungünstigen Zeitpunkt. Wegen des WRC Rally del Paraguay befinden sich derzeit zahlreiche Besucher, Teams und internationale Gäste in der Region.

    Rally-Infrastruktur ebenfalls getroffen

    Besonders betroffen war die Costanera von Encarnación. Im Bereich des Sambódromo beschädigten die Windböen Zelte, Werbetafeln und andere temporäre Konstruktionen der Fan Zone und des Service Parks.

    Auch Bereiche einzelner Rally-Teams wurden in Mitleidenschaft gezogen. Militärangehörige und weitere Einsatzkräfte begannen anschließend mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten, um die betroffenen Bereiche wieder nutzbar zu machen.

    Die sportlichen Veranstaltungen konnten fortgesetzt werden. Zeitweise blieben jedoch öffentlich zugängliche Bereiche geschlossen, bis deren Sicherheit überprüft worden war.

    Einsatzkräfte weiterhin in Bereitschaft

    Der CBVP hatte für das Rally-Wochenende bereits vor dem Unwetter ein außergewöhnlich großes Aufgebot nach Itapúa verlegt. Rund 270 Feuerwehrleute waren für die Absicherung der Veranstaltung vorgesehen. Diese Kapazitäten standen damit auch für die Folgen des Unwetters zur Verfügung.

    Die Behörden rufen Bewohner und Besucher dazu auf, in beschädigten Bereichen weiterhin vorsichtig zu sein. Insbesondere lose Äste, beschädigte Dächer und elektrische Leitungen können auch nach dem Ende eines Unwetters eine Gefahr darstellen.

    Das vollständige Ausmaß der Sachschäden in Encarnación, Cambyretá und den übrigen betroffenen Gebieten war zunächst noch nicht abschließend beziffert.

    Quellen: Cuerpo de Bomberos Voluntarios del Paraguay (CBVP), lokale Behörden und Einsatzkräfte; ABC Color; Itapúa Noticias; Más Encarnación; El Nacional.

    Stand: 30. August 2026

  • Studenko expandiert nach Cambyretá: Neue 5.000-m²-Fabrik soll Exportmärkte erschließen

    Studenko expandiert nach Cambyretá: Neue 5.000-m²-Fabrik soll Exportmärkte erschließen

    Der traditionsreiche Lebensmittelhersteller Studenko plant in Cambyretá eine neue Produktionsanlage mit rund 5.000 Quadratmetern Fläche. Das Familienunternehmen aus Itapúa will damit seine Kapazitäten erhöhen und erstmals stärker auf regionale Exportmärkte ausrichten.

    Cambyretá, 29. August 2026. Eines der traditionsreichen Industrieunternehmen Itapúas steht vor einem größeren Entwicklungsschritt. Studenko SAE plant den Bau einer neuen Produktionsstätte im Distrikt Cambyretá. Die Anlage soll rund 5.000 Quadratmeter umfassen und vor allem die Herstellung von Wurstwaren, Aufschnitt und Schinken erweitern.

    Studenko produziert seit 1950 in Encarnación. Aus einem lokalen Familienbetrieb entwickelte sich über Jahrzehnte ein im paraguayischen Lebensmittelmarkt etablierter Hersteller. Die bestehende Fabrik liegt heute allerdings in einem Gebiet, das sich seit ihrer Errichtung stark verändert hat.

    Nach Angaben des paraguayischen Ministeriums für Industrie und Handel, MIC, gab es bei der Errichtung des ursprünglichen Standortes noch keine heutige Trennung zwischen Wohn- und Industriegebieten. Der geplante Neubau in Cambyretá soll deshalb nicht nur zusätzliche Produktionsfläche schaffen, sondern auch eine langfristig geeignetere industrielle Infrastruktur bieten.

    Vom regionalen Hersteller zum Exporteur

    Der wichtigste Teil des Projekts liegt jedoch nicht allein in der Größe der neuen Fabrik.

    Studenko will mit der zusätzlichen Kapazität Voraussetzungen schaffen, um Märkte außerhalb Paraguays zu bedienen. Welche Länder konkret zuerst beliefert werden sollen, wurde bisher nicht bekanntgegeben.

    Unternehmensinhaber Sergio Studenko erklärte bei einem Besuch von Vertretern des Wirtschaftsministeriums, dass inzwischen auch Interessenten aus dem Ausland auf das Unternehmen zukämen. Das sei ein wesentlicher Grund, die Expansion jetzt voranzutreiben.

    Eine konkrete Investitionssumme oder ein Termin für die Fertigstellung der neuen Anlage wurden in den bisher veröffentlichten Informationen noch nicht genannt.

    Familienunternehmen seit mehr als 75 Jahren

    Der Ausbau ist zugleich ein Generationsprojekt.

    Sergio Studenko betonte gegenüber dem MIC die Bedeutung der Familie für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Das Wissen aus mehreren Jahrzehnten Produktion soll an die nächste Generation weitergegeben werden.

    Damit steht Studenko vor einer typischen Herausforderung traditionsreicher Familienunternehmen: Die bestehende Marke und Unternehmenskultur sollen erhalten bleiben, während Produktion, Organisation und Absatzmärkte deutlich größer werden.

    Industrieentwicklung wird auch für Cambyretá wichtiger

    Der geplante Standort macht die Investition auch für Cambyretá interessant.

    Der Präsident der paraguayischen Industrievereinigung Unión Industrial Paraguaya, UIP, Enrique Duarte, bezeichnete Studenko als einen wichtigen Teil der Industriegeschichte Encarnacións und Paraguays. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Cambyretá für größere Industrieprojekte eine entsprechende Raumplanung und Infrastruktur benötigt.

    Genau darin liegt eine größere Frage hinter dem einzelnen Unternehmensprojekt: Cambyretá wächst unmittelbar neben Encarnación und entwickelt sich zunehmend vom Wohn- und Umlandgebiet zu einem Standort für Gewerbe und Industrie.

    Neue Produktionsbetriebe benötigen Straßenanbindungen, Stromversorgung, Wasser, Abwasserentsorgung und klar ausgewiesene Industrieflächen. Mit zunehmenden Investitionen wird daher auch die kommunale Raumplanung wichtiger.

    Neue Arbeitsplätze noch nicht beziffert

    Welche Auswirkungen die neue Fabrik auf den Arbeitsmarkt haben wird, ist derzeit noch offen.

    Das Unternehmen und das Wirtschaftsministerium haben bisher keine konkrete Zahl zusätzlicher Arbeitsplätze veröffentlicht. Eine Produktionsfläche von 5.000 Quadratmetern und die geplante Ausweitung der Kapazität lassen zwar zusätzliche Beschäftigung erwarten. Eine Zahl wäre derzeit aber Spekulation.

    Für Itapúa ist das Vorhaben dennoch bemerkenswert. Während die Region häufig mit Landwirtschaft, Yerba Mate und Tourismus verbunden wird, zeigt die Studenko-Investition eine andere Seite der regionalen Wirtschaft: Lebensmittelverarbeitung mit dem Ziel, über den paraguayischen Markt hinauszugehen.

    Wenn das Exportprojekt gelingt, würde aus einem Unternehmen, das vor mehr als 75 Jahren in Encarnación begann, ein regional produzierender Anbieter mit internationaler Ausrichtung.

    Quellen: Ministerio de Industria y Comercio (MIC), La Nación, Unión Industrial Paraguaya
    Redaktion: Parapunto

  • Vom Müllplatz zur Rally-WM: Hohenau verwandelt ehemalige Deponie in Motorsport-Areal

    Vom Müllplatz zur Rally-WM: Hohenau verwandelt ehemalige Deponie in Motorsport-Areal

    Wo früher Abfälle abgelagert wurden, fahren heute die besten Rally-Piloten der Welt. In Hohenau wurde ein ehemaliger kommunaler Müllplatz zurückgewonnen und zum „3 Saltos“-Areal umgestaltet. An diesem Samstag ist das Gelände erneut Teil des Rally del Paraguay 2026.

    Hohenau, 29. August 2026. Die Geschichte des Rally-Areals „3 Saltos“ beginnt nicht mit Motorsport. Das Gelände wurde früher als kommunale Deponie genutzt. Heute stehen dort Zuschauer aus Paraguay und dem Ausland und verfolgen einen Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft.

    Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Agencia IP begann die Umgestaltung unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung. Das frühere Deponiegelände wurde schrittweise zurückgewonnen und für eine neue Nutzung vorbereitet. Seit der ersten Ausgabe des Rally del Paraguay ist der Bereich in das internationale Motorsportereignis eingebunden.

    Von der Deponie zur „Green Zone“

    Auch das paraguayische Umweltministerium MADES hebt das Projekt inzwischen als Beispiel kommunaler Flächenentwicklung hervor. Im Januar würdigte das Ministerium Hohenau für seine Umwelt- und Nachhaltigkeitsarbeit. Dabei wurde ausdrücklich die Umwandlung des ehemaligen Müllplatzes in eine „Green Zone“ für die Rally-WM genannt.

    Die Idee geht dabei über die optische Aufwertung einer Fläche hinaus. Ein Gelände, das früher der Abfallentsorgung diente, erhält eine neue Funktion für Sport, Freizeit und Veranstaltungen.

    Welche konkreten technischen Maßnahmen bei der Altlastenbehandlung und Bodensanierung durchgeführt wurden, geht aus den bisher veröffentlichten Behördeninformationen allerdings nicht im Detail hervor. Die Bezeichnung „zurückgewonnen“ sollte daher nicht automatisch mit einer vollständig dokumentierten ökologischen Sanierung gleichgesetzt werden.

    Drei Sprünge und gute Sicht auf die Strecke

    Heute ist der Bereich als „3 Saltos Vertedero“ bekannt. Für die Rally wurde dort ein besonders zuschauerfreundlicher Streckenabschnitt geschaffen.

    Bereits bei der Vorbereitung des ersten WRC-Laufs wurde das Areal als rund einen Kilometer langer Abschnitt mit drei Sprüngen und einem Tunnel beschrieben. Eine Besonderheit ist die vergleichsweise lange Sicht auf die Fahrzeuge. Während Zuschauer bei vielen Rallyprüfungen ein Auto nur wenige Sekunden sehen, lässt sich die Fahrt hier über einen größeren Teil des Abschnitts verfolgen.

    Der Name „Vertedero“, spanisch für Deponie oder Müllplatz, ist dabei nicht verschwunden. Auch die offizielle Zuschauerzone trägt 2026 die Bezeichnung „3 Saltos Vertedero Hohenau“.

    Heute zweimal WRC in Hohenau

    Am Samstag wird der Abschnitt zweimal befahren. Die erste Wertungsprüfung begann um 10:05 Uhr, die zweite Durchfahrt ist für 16:05 Uhr angesetzt.

    Die Zuschauerzone öffnete bereits um 7 Uhr. Neben den Streckenbereichen wurden Gastronomie, sanitäre Einrichtungen, Parkplätze und Campingmöglichkeiten eingerichtet.

    Die Rally bringt damit auch unmittelbare wirtschaftliche Aktivität in die Umgebung. Lokale Händler verkaufen Lebensmittel und Getränke, während Gastronomie, Unterkünfte und andere Dienstleister von den zusätzlichen Besuchern profitieren. Die Agencia IP berichtet am Samstag von Familien, Freundesgruppen sowie paraguayischen und internationalen Fans entlang des Streckenabschnitts.

    Ein ungewöhnliches Stück Stadtentwicklung

    Gerade diese Vorgeschichte macht 3 Saltos für Hohenau interessanter als einen gewöhnlichen Rallyabschnitt.

    Eine kommunale Problemfläche wurde nicht lediglich geschlossen und vergessen. Sie bekam eine neue Nutzung und ist inzwischen Bestandteil einer Veranstaltung, die Bilder aus Itapúa weltweit verbreitet.

    Das Organisationskomitee des Rally del Paraguay bezeichnete das ehemalige Deponiegelände bereits vor der Veranstaltung als Beispiel dafür, welchen dauerhaften Nutzen eine internationale Sportveranstaltung für ihre Austragungsorte hinterlassen könne.

    Ob sich der Standort langfristig auch außerhalb der Rally als Sport- und Freizeitfläche etabliert, wird sich noch zeigen. Für Hohenau hat sich die Wahrnehmung des Geländes jedoch bereits grundlegend verändert: vom ehemaligen Müllplatz zu einem Ort, an dem heute Weltmeisterschaft gefahren wird.

    Quellen: Agencia IP, Ministerio del Ambiente y Desarrollo Sostenible, Municipalidad de Hohenau, Rally del Paraguay
    Redaktion: Parapunto

  • Unwetter über Itapúa: Schäden in Encarnación und Cambyretá, Rally läuft weiter

    Unwetter über Itapúa: Schäden in Encarnación und Cambyretá, Rally läuft weiter

    Starker Wind, Gewitter und Hagel haben in der Nacht auf Samstag Teile von Encarnación und Cambyretá getroffen. Bäume und Werbeanlagen stürzten um, eine Wohnstruktur wurde beschädigt und auch der Servicepark der Rally-WM an der Costanera blieb nicht verschont. Verletzte wurden nach bisherigem Stand nicht gemeldet.

    Encarnación, 29. August 2026. Ein heftiges Unwetter ist in den frühen Morgenstunden über den Süden Itapúas gezogen. Besonders betroffen waren Encarnación und Cambyretá. Neben starkem Regen kam es örtlich zu größerem Hagel und kräftigen Windböen.

    Das meteorologische Messzentrum der Municipalidad de Encarnación registrierte nach Angaben von ABC Color Windgeschwindigkeiten von bis zu 76,5 km/h. Zwei besonders intensive Phasen wurden gegen 5 Uhr und nochmals gegen 6:30 Uhr gemeldet.

    Schäden in Encarnación

    Im Stadtgebiet von Encarnación stürzten Bäume und größere Äste um. Einige Straßen waren dadurch am Vormittag zeitweise nicht passierbar.

    Auch Werbetafeln und leichtere Konstruktionen hielten dem Wind nicht stand. In mehreren Bereichen der Stadt wurde zudem Hagel gemeldet. Auf Bildern aus der Region sind teilweise ungewöhnlich große Hagelkörner und erhebliche Ansammlungen am Boden zu sehen.

    Nach Angaben des örtlichen Notfallzentrums gab es zunächst keine Meldungen über Verletzte oder Personen, die medizinische Hilfe benötigten.

    Auch Cambyretá betroffen

    Im benachbarten Cambyretá richtete der Sturm ebenfalls Schäden an.

    An der Ruta PY14 wurde das große Eingangstor beziehungsweise Willkommensschild der Gemeinde vom Wind umgerissen. Im Barrio San Antonio wurde zudem der Einsturz einer Wohnstruktur gemeldet. Auch hier lagen zunächst keine Berichte über Verletzte vor.

    Sturm trifft den WRC-Servicepark

    Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Unwetter wegen des derzeit laufenden Rally del Paraguay.

    An der Costanera von Encarnación befinden sich der Servicepark und die Fan Zone der Rally-Weltmeisterschaft. Dort wurden in der Nacht Zelte, Fahnen, Werbeelemente, Absperrungen und andere leichte Konstruktionen durch den Wind umgeworfen oder beschädigt.

    Am Samstagmorgen setzte das Organisationskomitee deshalb den öffentlichen Zugang zur Fan Zone und zum Servicepark zunächst aus. Polizei, Militär und weitere Helfer begannen mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten. Die Bereiche sollten erst wieder für Besucher geöffnet werden, sobald die Bedingungen dies zulassen.

    Die eigentliche Rally wurde dagegen nicht gestoppt.

    Die Fahrzeuge verließen Encarnación planmäßig gegen 6:50 Uhr in Richtung Bella Vista. Auch die für Samstag vorgesehenen Wertungsprüfungen sollten nach Angaben der Veranstalter regulär stattfinden.

    Wetter bleibt ein Faktor

    Mit dem Durchzug des nächtlichen Unwetters ist die Wetterlage noch nicht endgültig beruhigt.

    Meteorologen rechnen auch am Sonntag und Montag im Süden und Osten Paraguays mit weiteren Niederschlägen. Gerade für den letzten Tag der Rally könnte das Auswirkungen auf den Zustand der Strecken haben.

    Für Bewohner und Besucher in Itapúa gilt deshalb weiterhin, kurzfristige Wetterwarnungen und Hinweise der Behörden zu beachten.

    Quellen: Dirección de Meteorología e Hidrología, Municipalidad de Encarnación, ABC Color, La Tribuna
    Redaktion: Parapunto

  • Ärztestreik in Itapúa vorerst beendet: Protest und Rally trafen in Encarnación aufeinander

    Ärztestreik in Itapúa vorerst beendet: Protest und Rally trafen in Encarnación aufeinander

    Fünf Tage lang streikten Ärzte des öffentlichen Gesundheitswesens in Paraguay. In Itapúa wurde Encarnación zum sichtbarsten Schauplatz des Konflikts: Während die Rally-Weltmeisterschaft begann, demonstrierten Ärzte an der Ruta PY06 und versuchten, ihre Proteste bis in die Nähe der Rallystrecken zu tragen. Die erste Streikwoche ist inzwischen beendet. Gelöst ist der Konflikt aber nicht.

    Encarnación, 29. August 2026. Am Freitag trafen in Itapúa zwei sehr unterschiedliche Ereignisse unmittelbar aufeinander. Während tausende Besucher zum Rally del Paraguay kamen, demonstrierten Ärzte und andere Beschäftigte des Gesundheitswesens entlang der Ruta PY06 für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen.

    Die landesweite Streikwoche des Sindicato Nacional de Médicos (Sinamed) lief vom 24. bis 28. August. Während dieser Zeit wurden in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen zahlreiche planbare Leistungen wie ambulante Konsultationen und nicht dringende Operationen ausgesetzt. Notfallversorgung sollte weiterhin gewährleistet bleiben.

    Polizei stoppt Marsch in Richtung Rallystrecke

    Am Freitagmorgen versuchten Demonstranten in Encarnación, von ihrem Protestlager an der Ruta PY06 in Richtung Kilometer 9 vorzurücken. Dort befindet sich die Abzweigung zur Zufahrtsstraße nach Puerto Campichuelo, die auch als Verbindung für Fahrzeuge der Rally genutzt wird.

    Ein größeres Polizeiaufgebot stoppte den Marsch etwa 500 Meter vor dem Ziel. Nach Angaben der Polizei sollten Demonstrationen zugelassen, vollständige Straßensperren während der Rally jedoch verhindert werden.

    Die Ärzte kritisierten das Vorgehen. Vertreter des Protestes warfen der Polizei vor, ihre Demonstration weitgehend von der Öffentlichkeit abzuschirmen. Anschließend kehrte ein Teil der Gruppe zum Protestlager an der Ruta PY06 zurück.

    Warum die Ärzte protestieren

    Hinter dem Konflikt stehen mehrere Forderungen.

    Sinamed verlangt unter anderem:

    • eine Anpassung der Gehälter
    • bessere Arbeitsbedingungen
    • mehr Medikamente und medizinisches Material in öffentlichen Einrichtungen
    • bessere Beschäftigungsbedingungen für Ärzte mit unsicheren Vertragsverhältnissen
    • eine Regelung für die Bezahlung von Feiertagsdiensten

    Nach Angaben der Gewerkschaft hat es für Teile der Ärzteschaft seit 2012 keine allgemeine Gehaltsanpassung gegeben.

    In Itapúa bekam der Konflikt zusätzliche Aufmerksamkeit, weil er ausgerechnet mit dem größten internationalen Sportereignis der Region zusammenfiel.

    Ambulanz-Konvoi für die Rally sorgt für Kritik

    Besonders kontrovers war bereits einige Tage zuvor ein Konvoi von Rettungsfahrzeugen des staatlichen Notfalldienstes SEME.

    Die Fahrzeuge waren für die medizinische Absicherung der Rally nach Itapúa gebracht worden. Streikende Ärzte kritisierten, dass für die internationale Veranstaltung zahlreiche Rettungsfahrzeuge mobilisiert würden, während Patienten im regulären Krankenhausbetrieb nach ihrer Darstellung teilweise lange auf Krankentransporte warten müssten.

    Der Konflikt machte damit ein grundsätzliches Problem sichtbar: Eine internationale Großveranstaltung benötigt umfangreiche medizinische Sicherheitsmaßnahmen. Gleichzeitig kritisieren Ärzte seit längerem strukturelle Defizite im normalen öffentlichen Gesundheitssystem.

    Hotelbranche kritisiert Zeitpunkt der Proteste

    Auch die Wirtschaft in Encarnación mischte sich in die Debatte ein.

    Die Asociación de Hoteleros de Encarnación bezeichnete die Forderungen der Ärzte grundsätzlich als berechtigt, kritisierte aber den Versuch, die Proteste unmittelbar an die Rally heranzutragen.

    Nach Ansicht des Hotelverbands könne eine Störung des WRC dem internationalen Ansehen Paraguays und der touristischen Entwicklung Itapúas schaden. Die Beherbergungsbetriebe in Encarnación meldeten während des Rally-Wochenendes praktisch vollständige Auslastung.

    Damit standen sich zwei nachvollziehbare Interessen gegenüber: Die Ärzte wollten die internationale Aufmerksamkeit nutzen, um auf Probleme im Gesundheitssystem hinzuweisen. Tourismusunternehmen befürchteten dagegen Schäden für ein Ereignis, in das Region und Staat erhebliche Mittel investiert haben.

    Streik beendet, Konflikt nicht gelöst

    Die ursprünglich angekündigte fünftägige Streikwoche endete am Freitag um 17 Uhr.

    Eine endgültige Einigung zwischen Ärzteschaft und Regierung gibt es allerdings noch nicht. Gewerkschaftsvertreter warten nach eigenen Angaben auf einen schriftlichen Vorschlag der Regierung und beraten über weitere Schritte. Neue Protestmaßnahmen sind damit nicht ausgeschlossen.

    Für Itapúa dürfte die Frage deshalb auch nach Ende des Rally-Wochenendes relevant bleiben. Denn hinter der spektakulären Auseinandersetzung zwischen weißen Arztkitteln, Polizeiketten und Rallyautos steht ein wesentlich längerfristiges Thema: die Ausstattung und Finanzierung des öffentlichen Gesundheitssystems.

    Quellen: ABC Color, La Nación, Sindicato Nacional de Médicos
    Redaktion: Parapunto

  • Was bringt die Rally Itapúa wirklich? UNI misst den Wirtschaftseffekt mit mehr als 2.000 Befragungen

    Was bringt die Rally Itapúa wirklich? UNI misst den Wirtschaftseffekt mit mehr als 2.000 Befragungen

    Volle Hotels, gut besuchte Restaurants und tausende Rallyfans sind sichtbar. Aber wie groß ist der wirtschaftliche Nutzen für Itapúa tatsächlich? Die Universidad Nacional de Itapúa untersucht während des Rally del Paraguay 2026 systematisch, wer kommt, wie lange Besucher bleiben und wie viel Geld sie in der Region ausgeben.

    Encarnación, 29. August 2026. Während die WRC-Fahrzeuge durch Itapúa fahren, läuft parallel ein zweites großes Projekt. Mehr als 50 Forscher, Lehrende, Studierende und technische Mitarbeiter sammeln Daten entlang der Rallystrecken. Ziel sind mehr als 2.000 Befragungen von Besuchern, Touristen, Händlern und Dienstleistungsbetrieben.

    Verantwortlich ist das Observatorio Económico y Social der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universidad Nacional de Itapúa (UNI). Das Projekt wird gemeinsam mit SENATUR und REDIEX durchgeführt.

    Wie viel Geld lassen Rallyfans in Itapúa?

    Eine der wichtigsten Fragen betrifft die wirtschaftliche Wirkung des WRC.

    Erhoben werden unter anderem:

    • Herkunft der Besucher
    • Dauer ihres Aufenthalts
    • Art der Unterkunft
    • Ausgaben für Hotels und andere Übernachtungen
    • Gastronomie
    • Transport
    • Einkäufe und Dienstleistungen
    • Zufriedenheit mit Veranstaltung und Reiseziel

    Die Befragungen sollen sämtliche Wertungsprüfungen abdecken. Das Forschungsteam arbeitet dafür auch in ländlichen Gebieten. Die Daten werden über die Plattform Zoho erfasst, die auch ohne Internetverbindung genutzt werden kann.

    Neben den wirtschaftlichen Daten untersucht die Universität auch soziale und ökologische Aspekte. Dazu gehört etwa die Frage, wie die Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden die Großveranstaltung wahrnimmt.

    55 Personen sammeln Daten

    Nach Angaben der Vizedekanin der FaCEA, Susana Lugo, besteht das Forschungsteam aus 55 Personen. Neben Mitarbeitern und Studierenden der Universität sind auch Vertreter staatlicher Institutionen beteiligt.

    Die Studie soll nicht nur feststellen, wie viel Geld während des Rally-Wochenendes umgesetzt wird. Sie soll auch zeigen, welche Art von Besuchern nach Itapúa kommt, wie sie reisen und wie sie Encarnación und die Region als touristisches Ziel bewerten. Erste vorläufige Ergebnisse sollen bereits in den Tagen nach Ende der Rally veröffentlicht werden.

    Vergleich mit 2025 wird besonders interessant

    Die Untersuchung wird bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Damit wird erstmals ein direkter Vergleich zwischen zwei WRC-Jahren in Itapúa möglich.

    Bei der Rally 2025 wurden ebenfalls 2.000 Besucher befragt. Nach den später veröffentlichten Daten der SENATUR kamen 65 Prozent der Befragten aus Paraguay und 35 Prozent aus dem Ausland. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei fünf Nächten.

    Besonders bemerkenswert war der damals errechnete touristische Tagesaufwand: durchschnittlich 285 US-Dollar pro Person, derzeit etwa 246 Euro. Für den gesamten durchschnittlichen Aufenthalt ergaben sich rund 1.425 US-Dollar, etwa 1.230 Euro, pro Besucher.

    Nach Angaben von SENATUR wurden während des Rally-Wochenendes 2025 insgesamt rund 210.000 Besucher in Itapúa registriert. Die Hotels meldeten weitgehend vollständige Auslastung.

    Jetzt zählt der Vergleich

    Genau deshalb wird die Untersuchung 2026 interessant.

    Besucherzahlen allein sagen wenig darüber aus, wie stark eine Region wirtschaftlich tatsächlich profitiert. Entscheidend ist beispielsweise, ob Besucher mehrere Nächte bleiben, in lokalen Restaurants essen, Unterkünfte buchen und auch außerhalb der Rallystrecken Geld ausgeben.

    Ebenso wichtig ist die Frage, wo die Umsätze entstehen. Encarnación profitiert anders als Hohenau, Bella Vista, Obligado oder kleinere Gemeinden entlang der Wertungsprüfungen.

    Die neuen Daten könnten deshalb zeigen, ob sich die Rally langfristig als wirtschaftlicher Motor für ganz Itapúa entwickelt oder ob die Effekte vor allem auf wenige Orte und Branchen konzentriert bleiben.

    Für Gemeinden, Tourismusbetriebe und Unternehmer sind diese Informationen mehr als Statistik. Sie können helfen zu entscheiden, welche Investitionen sich vor kommenden Großveranstaltungen tatsächlich lohnen.

    Quellen: Universidad Nacional de Itapúa, SENATUR, Ministerio de Industria y Comercio, La Tribuna
    Redaktion: Parapunto

  • 149 neue LED-Leuchten: Zufahrt zum Gran Hospital de Itapúa fertig ausgebaut

    149 neue LED-Leuchten: Zufahrt zum Gran Hospital de Itapúa fertig ausgebaut

    Die paraguayische Elektrizitätsgesellschaft ANDE hat die neue Beleuchtung am Zugang zum Hospital General de Itapúa und auf einem Abschnitt der Ruta PY06 fertiggestellt. 149 LED-Leuchten, neue Stromleitungen und fünf Transformatoren sollen vor allem nachts für bessere Sichtverhältnisse sorgen. Die Investition beträgt rund 697,6 Millionen Guaraní, etwa 101.000 Euro.

    Encarnación, 29. August 2026. Wer nachts zum Hospital General de Itapúa fährt, soll künftig deutlich bessere Sichtverhältnisse vorfinden. Die staatliche Administración Nacional de Electricidad (ANDE) meldete am Donnerstag den Abschluss der Arbeiten an der Zufahrt zum Krankenhaus sowie auf einem angrenzenden Abschnitt der Nationalstraße PY06.

    Insgesamt wurden 149 LED-Leuchten installiert. Sie verteilen sich auf die Krankenhauszufahrt und den erneuerten Abschnitt der Ruta PY06.

    Fast fünf Kilometer neue Niederspannungsleitung

    Bei dem Projekt wurden nicht lediglich bestehende Straßenlampen ausgetauscht. Nach Angaben der ANDE wurde auch ein Teil der elektrischen Infrastruktur neu errichtet.

    Die Arbeiten umfassen:

    • 4.830 Meter neue Niederspannungsleitung
    • davon 1.219 Meter an der Krankenhauszufahrt
    • 3.611 Meter entlang der Ruta PY06
    • 110 Meter Mittelspannungsleitung mit geschützten Leitern
    • 149 LED-Beleuchtungseinheiten
    • fünf neue Verteiltransformatoren

    Die tatsächliche Investition beziffert ANDE mit 697.600.984 Guaraní, nach aktuellem Wechselkurs rund 101.000 Euro.

    Wichtige Zufahrt zum neuen Krankenhaus

    Das Hospital General de Itapúa liegt im Distrikt Encarnación und gehört zu den wichtigsten neuen Gesundheitsprojekten im Süden Paraguays.

    Entsprechend hoch ist der Verkehr rund um das Krankenhaus. Patienten, Angehörige und Beschäftigte nutzen die Zufahrt ebenso wie Fahrzeuge auf der PY06. Die neue Beleuchtung soll insbesondere nachts die Sicht für Autofahrer und Fußgänger verbessern.

    Dabei sollte man allerdings zwischen besserer Beleuchtung und nachgewiesener Verkehrssicherheit unterscheiden. Ob die Maßnahme tatsächlich zu weniger Unfällen führt, lässt sich erst anhand späterer Verkehrsdaten beurteilen. Die bessere Sichtbarkeit ist zunächst das unmittelbare Ergebnis der Arbeiten.

    Planung und Endabrechnung unterscheiden sich

    Interessant ist ein Vergleich mit den Angaben vom Beginn der Arbeiten.

    Am 10. August hatte die ANDE noch von rund 160 geplanten LED-Leuchten und einem Projektvolumen von 875,5 Millionen Guaraní, etwa 127.000 Euro, gesprochen. Bei der Fertigstellung nennt die Behörde nun 149 Leuchten und tatsächliche Investitionen von 697,6 Millionen Guaraní.

    Daraus lässt sich allerdings nicht ohne weitere Unterlagen schließen, dass das Projekt schlicht günstiger als geplant abgeschlossen wurde. Die veröffentlichten Angaben könnten sich auf unterschiedlich abgegrenzte Projektteile beziehen. Eine detaillierte Schlussabrechnung wurde in der aktuellen Mitteilung nicht veröffentlicht.

    Teil eines größeren Ausbaus in Itapúa

    Die Arbeiten gehören zum Programm LPI ANDE-CAF Nr. 1749-23, mit dem die Stromverteilungsinfrastruktur im Landesinneren modernisiert wird.

    Allein in Encarnación und Cambyretá meldete ANDE Anfang August Investitionen von bereits mehr als 42,7 Milliarden Guaraní, rund 6,2 Millionen Euro. Dazu gehören neue und modernisierte Mittel- und Niederspannungsleitungen sowie zusätzliche Transformatoren.

    Die neue Beleuchtung rund um das Krankenhaus ist damit nur ein sichtbarer Teil eines wesentlich größeren Infrastrukturprogramms in Itapúa.

    Quellen: ANDE, Más Encarnación, Itapúa Noticias
    Redaktion: Parapunto