Volle Hotels, gut besuchte Restaurants und tausende Rallyfans sind sichtbar. Aber wie groß ist der wirtschaftliche Nutzen für Itapúa tatsächlich? Die Universidad Nacional de Itapúa untersucht während des Rally del Paraguay 2026 systematisch, wer kommt, wie lange Besucher bleiben und wie viel Geld sie in der Region ausgeben.
Encarnación, 29. August 2026. Während die WRC-Fahrzeuge durch Itapúa fahren, läuft parallel ein zweites großes Projekt. Mehr als 50 Forscher, Lehrende, Studierende und technische Mitarbeiter sammeln Daten entlang der Rallystrecken. Ziel sind mehr als 2.000 Befragungen von Besuchern, Touristen, Händlern und Dienstleistungsbetrieben.
Verantwortlich ist das Observatorio Económico y Social der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universidad Nacional de Itapúa (UNI). Das Projekt wird gemeinsam mit SENATUR und REDIEX durchgeführt.
Sichtbar werden in Encarnación, Hohenau, Obligado und Bella Vista
Sponsoring-Plätze für lokale Unternehmen, die in der Region bekannt werden wollen.
Sponsoring-Möglichkeiten ansehenWie viel Geld lassen Rallyfans in Itapúa?
Eine der wichtigsten Fragen betrifft die wirtschaftliche Wirkung des WRC.
Erhoben werden unter anderem:
- Herkunft der Besucher
- Dauer ihres Aufenthalts
- Art der Unterkunft
- Ausgaben für Hotels und andere Übernachtungen
- Gastronomie
- Transport
- Einkäufe und Dienstleistungen
- Zufriedenheit mit Veranstaltung und Reiseziel
Die Befragungen sollen sämtliche Wertungsprüfungen abdecken. Das Forschungsteam arbeitet dafür auch in ländlichen Gebieten. Die Daten werden über die Plattform Zoho erfasst, die auch ohne Internetverbindung genutzt werden kann.
Neben den wirtschaftlichen Daten untersucht die Universität auch soziale und ökologische Aspekte. Dazu gehört etwa die Frage, wie die Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden die Großveranstaltung wahrnimmt.
55 Personen sammeln Daten
Nach Angaben der Vizedekanin der FaCEA, Susana Lugo, besteht das Forschungsteam aus 55 Personen. Neben Mitarbeitern und Studierenden der Universität sind auch Vertreter staatlicher Institutionen beteiligt.
Die Studie soll nicht nur feststellen, wie viel Geld während des Rally-Wochenendes umgesetzt wird. Sie soll auch zeigen, welche Art von Besuchern nach Itapúa kommt, wie sie reisen und wie sie Encarnación und die Region als touristisches Ziel bewerten. Erste vorläufige Ergebnisse sollen bereits in den Tagen nach Ende der Rally veröffentlicht werden.
Vergleich mit 2025 wird besonders interessant
Die Untersuchung wird bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Damit wird erstmals ein direkter Vergleich zwischen zwei WRC-Jahren in Itapúa möglich.
Bei der Rally 2025 wurden ebenfalls 2.000 Besucher befragt. Nach den später veröffentlichten Daten der SENATUR kamen 65 Prozent der Befragten aus Paraguay und 35 Prozent aus dem Ausland. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei fünf Nächten.
Besonders bemerkenswert war der damals errechnete touristische Tagesaufwand: durchschnittlich 285 US-Dollar pro Person, derzeit etwa 246 Euro. Für den gesamten durchschnittlichen Aufenthalt ergaben sich rund 1.425 US-Dollar, etwa 1.230 Euro, pro Besucher.
Nach Angaben von SENATUR wurden während des Rally-Wochenendes 2025 insgesamt rund 210.000 Besucher in Itapúa registriert. Die Hotels meldeten weitgehend vollständige Auslastung.
Jetzt zählt der Vergleich
Genau deshalb wird die Untersuchung 2026 interessant.
Besucherzahlen allein sagen wenig darüber aus, wie stark eine Region wirtschaftlich tatsächlich profitiert. Entscheidend ist beispielsweise, ob Besucher mehrere Nächte bleiben, in lokalen Restaurants essen, Unterkünfte buchen und auch außerhalb der Rallystrecken Geld ausgeben.
Ebenso wichtig ist die Frage, wo die Umsätze entstehen. Encarnación profitiert anders als Hohenau, Bella Vista, Obligado oder kleinere Gemeinden entlang der Wertungsprüfungen.
Die neuen Daten könnten deshalb zeigen, ob sich die Rally langfristig als wirtschaftlicher Motor für ganz Itapúa entwickelt oder ob die Effekte vor allem auf wenige Orte und Branchen konzentriert bleiben.
Für Gemeinden, Tourismusbetriebe und Unternehmer sind diese Informationen mehr als Statistik. Sie können helfen zu entscheiden, welche Investitionen sich vor kommenden Großveranstaltungen tatsächlich lohnen.
Quellen: Universidad Nacional de Itapúa, SENATUR, Ministerio de Industria y Comercio, La Tribuna
Redaktion: Parapunto

Leave a Reply