Schüler des Colegio Técnico Nacional in Encarnación haben ein Fahrrad entwickelt, das wahlweise mit Benzinmotor oder Elektroantrieb gefahren werden kann. Der Prototyp soll zeigen, dass individuelle Mobilität auch mit vergleichsweise geringem Budget möglich ist.
Encarnación, 29. August 2026. Ein technisches Schulprojekt aus Encarnación verbindet Fahrrad, Verbrennungsmotor und Elektroantrieb. Schüler des Colegio Técnico Nacional (CTN) haben einen funktionsfähigen Prototyp gebaut, dessen Herstellung nach ihren Angaben rund 3,2 Millionen Guaraní, etwa 460 Euro, gekostet hat.
Die Idee dahinter ist pragmatisch. In Paraguay können selbst günstige Motorräder mehr als 5 Millionen Guaraní, etwa 715 Euro, kosten. Die Schüler wollten deshalb erproben, ob sich mit vorhandener Fahrradtechnik und zwei unterschiedlichen Antrieben eine preisgünstigere Alternative für alltägliche Wege entwickeln lässt.
Sichtbar werden in Encarnación
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Sponsoring-Möglichkeiten ansehenBenzinmotor für längere Strecken
Für längere Fahrten verfügt das Fahrrad über einen 80-Kubikzentimeter-Verbrennungsmotor.
Nach Angaben des Projektteams erreicht das Fahrzeug damit eine Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 50 km/h. In Kombination mit zusätzlichem Pedalieren soll der Verbrauch einer Reichweite von etwa 40 bis 60 Kilometern pro Liter Kraftstoff entsprechen.
Der Tank fasst 1,5 Liter. Daraus ergibt sich nach Berechnungen der Schüler je nach Einsatzbedingungen eine Reichweite von ungefähr 100 bis 150 Kilometern.
Elektromotor für kürzere Wege
Als zweite Antriebsmöglichkeit wurde ein 250-Watt-Elektromotor eingebaut.
Im Elektrobetrieb erreicht der Prototyp laut Projektbeschreibung ungefähr 20 km/h. Die elektrische Reichweite beträgt derzeit zwischen 8 und 18 Kilometern beziehungsweise ungefähr eine Stunde Betriebszeit.
Damit ist der Elektroantrieb eher für kurze Stadtfahrten gedacht, während für größere Entfernungen der Verbrennungsmotor zur Verfügung steht.
Der Begriff „Hybrid“ sollte dabei nicht mit einem klassischen Hybridauto verwechselt werden. Nach den veröffentlichten Angaben handelt es sich im Wesentlichen um ein Fahrzeug mit zwei alternativ nutzbaren Antriebssystemen.
Technikunterricht wird zum realen Projekt
Interessant ist weniger, ob der Prototyp bereits ein marktreifes Verkehrsmittel darstellt. Entscheidend ist der praktische Ansatz der technischen Ausbildung.
Die Schüler müssen bei einem solchen Projekt Mechanik, Elektrik, Energieversorgung und Fahrzeugtechnik miteinander verbinden. Gleichzeitig steht eine konkrete Fragestellung aus ihrem Alltag im Mittelpunkt: Wie lässt sich Mobilität mit begrenzten finanziellen Mitteln ermöglichen?
Das CTN hat bereits Erfahrung mit solchen Projekten. Bei der EXPOCIENTEC 2025 präsentierten Schüler der Fachrichtung Fahrzeugtechnik unter anderem selbst entwickelte Elektrofahrzeuge, ein Fahrzeug mit Solartechnik und einen vollständig neu konstruierten Mini-Cross.
Das neue Hybrid-Fahrrad setzt diese praktische Ausrichtung fort.
Noch ein Prototyp, kein fertiges Straßenfahrzeug
Bei den genannten Reichweiten, Verbrauchswerten und Geschwindigkeiten handelt es sich um Angaben aus dem Schulprojekt. Eine unabhängige technische Prüfung dieser Werte wurde bislang nicht veröffentlicht.
Auch über eine mögliche Zulassung des Fahrzeugs für den regulären öffentlichen Straßenverkehr liegen in den bisher veröffentlichten Informationen keine Angaben vor.
Als Schulprojekt zeigt das Fahrrad dennoch, was technische Ausbildung leisten kann: nicht nur Theorie vermitteln, sondern Schüler dazu bringen, aus einem konkreten Problem eine funktionierende technische Lösung zu entwickeln.
Quellen: Más Encarnación, Colegio Técnico Nacional
Redaktion: Parapunto

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