ITAPÚA. Das Rally-Weltmeisterschaftswochenende hat nicht nur die Straßen von Itapúa gefüllt. Auch zahlreiche touristische Unterkünfte in der Region waren vollständig ausgebucht. Besonders stark war die Nachfrage in Encarnación, Cambyretá und Capitán Miranda.
Nach einer Erhebung der Asociación de Alojamientos y Posadas Turísticas de Itapúa erreichten die touristischen Posadas in diesen Gebieten während des WRC Rally del Paraguay eine Auslastung von 100 Prozent.
Die Zahlen zeigen aber auch: Der wirtschaftliche Effekt verteilte sich nicht gleichmäßig über das gesamte Departamento.
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Sponsoring-Möglichkeiten ansehenEncarnación im Zentrum des Besucherandrangs
Den größten Andrang verzeichnete erwartungsgemäß Encarnación. Hier befanden sich mit Service Park, Fan Zone, Veranstaltungen und Siegerehrung wesentliche Teile des Rally-Geschehens.
Die Präsidentin des Verbandes der touristischen Unterkünfte, María Estela Castillo, sprach von einer zeitweise stark ausgelasteten Stadt.
Nach Einschätzung des Verbandes kamen rund 80 Prozent der Gäste in Encarnación aus Paraguay selbst. Etwa 20 Prozent waren internationale Besucher.
Damit zeigt sich auch, dass eine internationale Großveranstaltung nicht zwangsläufig überwiegend ausländische Touristen anzieht. Ein wesentlicher Teil des wirtschaftlichen Effekts entstand durch paraguayischen Inlandstourismus.
Bella Vista mit auffällig vielen internationalen Gästen
Anders stellte sich die Situation teilweise in Bella Vista dar.
Dort registrierten die Anbieter nach Angaben des Verbandes einen deutlich höheren Anteil internationaler Besucher. Das dürfte auch mit den Wertungsprüfungen in Bella Vista und Hohenau sowie mit der Lage der Stadt im Zentrum der Colonias Unidas zusammenhängen.
Für die Region könnte gerade dieser Effekt langfristig interessant sein.
Viele Besucher kamen wegen des Motorsports erstmals nach Bella Vista, Hohenau und in die umliegenden Gemeinden. Gleichzeitig lernten sie eine Region kennen, die touristisch bisher deutlich weniger international wahrgenommen wird als Encarnación.
Neben dem Rally wurden deshalb auch die Yerba-Mate-Kultur, lokale Gastronomie, Naturangebote und die Geschichte der Einwanderung als touristische Angebote präsentiert.
Rund 90 touristische Posadas in Itapúa
Nach Schätzungen des Branchenverbandes gibt es im gesamten Departamento rund 90 touristische Posadas.
35 davon gehören derzeit dem Verband an.
Eine besonders hohe Konzentration gibt es neben Encarnación auch in Carmen del Paraná. Dort befinden sich rund 25 Posadas. In Cambyretá gibt es drei registrierte Betriebe, während Pirapó, Bella Vista, San Juan del Paraná und Capitán Meza jeweils über mehrere kleinere Unterkünfte verfügen.
Zum erweiterten Angebot gehören außerdem Hostels, Ferienhäuser, Campingplätze und andere Formen privater Beherbergung.
Der Verband betreut insgesamt mehr als 60 solcher Betriebe.
Preise blieben vergleichsweise moderat
Bemerkenswert ist auch die Preisentwicklung.
Trotz der enormen Nachfrage seien die Preise bei den touristischen Posadas nicht generell stark erhöht worden.
Für eine Übernachtung wurden während des Rally nach Angaben des Verbandes zwischen 100.000 und 200.000 Guaraní pro Person verlangt. Frühstück war dabei in vielen Fällen bereits enthalten.
Gerade für Familien und Besucher aus Paraguay stellen die Posadas damit eine Alternative zu klassischen Hotels dar.
Temporäre Unterkünfte werden zum Problem
Der Besucheransturm brachte allerdings auch ein Problem deutlicher zum Vorschein.
Während großer Veranstaltungen entstehen kurzfristig zahlreiche private und temporäre Übernachtungsangebote. Nicht alle davon sind offiziell als touristische Unterkunft registriert.
Für reguläre Anbieter bedeutet das Konkurrenz durch Vermieter, die teilweise nicht denselben gesetzlichen und qualitativen Anforderungen unterliegen.
Der Verband arbeitet deshalb gemeinsam mit SENATUR und den Gemeinden an Möglichkeiten, solche Angebote künftig besser zu erfassen und zu kontrollieren.
Dabei geht es nicht nur um Wettbewerb. Eine Registrierung soll auch sicherstellen, dass grundlegende Anforderungen an Sicherheit und Qualität eingehalten werden.
Rally wird zum Beginn der Sommersaison
Für viele Tourismusbetriebe in Itapúa hat das Rally inzwischen noch eine weitere Funktion.
Es markiert praktisch den Beginn der touristischen Hochsaison.
Normalerweise steigt die Nachfrage in Encarnación, Carmen del Paraná und anderen Orten der Region erst mit Beginn des paraguayischen Sommers deutlich an. Das Rally bringt bereits Ende August eine erste große Besucherwelle.
Die Betriebe können damit Personal, Abläufe und Angebote mehrere Monate vor der eigentlichen Sommersaison unter realen Bedingungen testen.
Entscheidend ist, was nach dem Rally bleibt
Volle Unterkünfte während einer internationalen Großveranstaltung sind zunächst ein wirtschaftlicher Erfolg.
Für die langfristige Entwicklung des Tourismus in Itapúa ist jedoch eine andere Frage wichtiger: Kommen die Besucher wieder?
Gerade Bella Vista, Hohenau, Trinidad, Carmen del Paraná und andere Orte außerhalb Encarnacións haben durch die Rally die Möglichkeit, sich einem Publikum zu präsentieren, das sonst möglicherweise nie in diese Teile Paraguays gekommen wäre.
Wenn aus einem Rally-Besucher später ein Urlaubsgast wird, entsteht ein nachhaltigerer wirtschaftlicher Effekt als durch eine einzige ausgebuchte Woche.
Ob das tatsächlich gelingt, werden erst die kommenden Monate zeigen.
Auch die endgültige wirtschaftliche Bilanz des Rally-Wochenendes steht noch aus. Die im Vorfeld genannten Besucherzahlen und Umsatzerwartungen waren Prognosen. Sie sollten deshalb nicht mit den tatsächlich erreichten Ergebnissen verwechselt werden.

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