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8. Oktober 2026 · Alto Paraná, Cambyretá, Encarnación, Hohenau, Itapúa

Sturm deckt Sporthalle in Hohenau ab, umgestürzte Bäume blockieren die PY01 bei General Delgado

Ein umgestürzter Baumstamm liegt quer über einer Straße und versperrt die Durchfahrt
Umgestürzte Bäume blockierten am Donnerstag unter anderem die Ruta PY01 bei General Delgado. Symbolbild. Foto Quick PS / Unsplash

Encarnación, 8. Oktober 2026. Die Gewitterfront, die am Donnerstagmorgen über den Süden Paraguays gezogen ist, hat in mehreren Distrikten von Itapúa Schäden hinterlassen. Betroffen sind vor allem Hohenau, General Delgado, Cambyretá und Capitán Miranda. Von Verletzten oder Todesopfern berichtet keine der ausgewerteten Quellen. Encarnación selbst kam nach Angaben von Diario HOY ohne größere Schäden davon, starker Regen behinderte dort aber den Verkehr.

Hohenau, Sporthalle im Rohbau verliert ihr Dach

Am deutlichsten sichtbar ist der Schaden in Hohenau. Das städtische Polideportivo neben dem Parque de las Naciones, das sich noch im Bau befindet, hat dem Wind nicht standgehalten. Extra und Diario HOY beschreiben die Halle als vollständig abgedeckt, ABC Color spricht vom Einsturz der Baukonstruktion. Ob nur das Dach oder auch Teile des Tragwerks nachgegeben haben, lässt sich aus den Berichten nicht sicher klären.

Heikel ist der Fall, weil der Bau schon vorher umstritten war. Laut ABC Color hatte der Gemeinderat die Arbeiten in dieser Woche wegen Zweifeln an der Bauqualität gestoppt und technische Gutachten verlangt. Die Zeitung führt drei Bauabschnitte mit zusammen rund 4,1 Milliarden Guaraníes auf, bezahlt von der Gobernación de Itapúa und dem nationalen Sportsekretariat SND. Den ersten Abschnitt hat demnach eine Firma ausgeführt, deren gesetzlicher Vertreter selbst im Gemeinderat von Hohenau sitzt. Eine Stellungnahme der Gemeinde oder der Baufirmen fand sich in den gelesenen Quellen nicht.

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Bäume auf der PY01, umgeknickte Strommasten

In General Delgado stürzte am Vormittag ein großer Baum vor der Pfarrkirche San Miguel Gonzaga auf die Ruta PY01 und sperrte die Fernstraße zwischen Encarnación und Asunción zeitweise vollständig. ABC Color, HOY und Extra berichten übereinstimmend darüber. HOY nennt weitere umgestürzte Bäume auf dem Gelände des örtlichen Gesundheitszentrums, Extra die Sperrung des Weges nach Guaycero 1. Ob alle Strecken inzwischen wieder frei sind, geht aus den Quellen nicht hervor.

Beim Strom fällt die Bilanz gemischt aus. Laut ABC Color fiel die Übertragungsleitung bei San Patricio im Departamento Misiones aus. Störungen in den Verteilstationen San Pedro del Paraná, María Auxiliadora, Trinidad und Coronel Bogado seien behoben, sagte der ANDE-Regionalleiter Walter Van Dick. Flächendeckende Ausfälle gebe es nicht („no hay cortes generales de energía eléctrica“). Einzelne Gebiete bleiben ohne Strom, am stärksten Federico Chávez in Capitán Miranda, wo Leitungsmasten umstürzten. Im Departamento sind 29 Reparaturtrupps unterwegs. Diese Angaben stützen sich auf eine einzige Quelle.

In Cambyretá riss der Wind das Dach eines Wohnhauses ganz oder teilweise weg, die Bewohnerin war zu diesem Zeitpunkt nicht daheim. ABC Color verortet das Haus im Barrio Tacuary, HOY im Barrio Arroyo Porã. Ob beide Berichte dasselbe Gebäude meinen, bleibt offen. In Encarnación maß die städtische Wetterstation laut ABC Color an der Costanera Böen bis 100 km/h und zehn Millimeter Regen in einer halben Stunde. Hagel fiel in Itapúa nach dem Stand der Berichte vom Mittag nicht.

Paraná, auch Ciudad del Este evakuiert

Zugleich steigt der Paraná weiter. In Ciudad del Este hat Itaipú laut La Nación damit begonnen, Familien aus dem Viertel San Rafael in höher gelegene Unterkünfte zu bringen, etwa 15 Häuser sind betroffen. Am Puente de la Amistad liegt der Fluss demnach über 108 Metern über dem Meeresspiegel, erwartet werden mehr als 109. In Ayolas richtet die Gemeinde laut El Independiente 50 Notunterkünfte für 150 bis 200 Menschen her. Der Pegel lag dort am Mittwoch bei 4,10 Metern, die rote Warnstufe gilt ab 4,30 Metern. La Nación nennt für Ayolas eine mögliche Marke von über 6,85 Metern. Diese Zahl passt nicht zur örtlichen Skala und ist mit Vorsicht zu lesen.

Was noch kommt

Die Wetterbehörde DMH erwartet in ihrem Bericht vom Donnerstagmorgen für Donnerstag und Freitag in den am stärksten betroffenen Zonen 90 bis 120 Millimeter Regen, Böen um 100 km/h und örtlich Hagel. Laut La Nación sollen die Unwetter am Freitag in weiten Teilen des Landes erneut zunehmen, auch die ANDE rechnet mit weiteren Gewitterschüben. Ab Samstag wird es kühler, für Asunción nennt die DMH dann 25 Grad als Höchstwert.

Einordnung für Leserinnen und Leser im DACH-Raum

Hohenau zählt zu den deutschstämmig geprägten Kolonien im Süden Itapúas, viele Leserinnen und Leser kennen den Ort aus eigener Anschauung. Beim Polideportivo verteilen sich drei Bauabschnitte auf drei Firmen und zwei Geldgeber. Wer für mögliche Mängel einsteht, dürfte daher zur zentralen Frage der angekündigten Gutachten werden, zumal die neu gewählte Gemeindeführung am 3. November übernimmt. Das ist eine Einschätzung, keine Feststellung der Behörden. Für Landwirte in den Kolonien ist bisher wichtig, dass der befürchtete Hagel ausblieb. Das Risiko besteht nach der DMH-Prognose aber auch am Freitag. Wer dann zwischen Encarnación und Asunción unterwegs ist, prüft vor der Abfahrt am besten die aktuellen Verkehrsmeldungen.

Quellen