Ort: Encarnación

  • Sechs Tage Bücher und Kultur: Libroferia startet morgen in Encarnación

    Sechs Tage Bücher und Kultur: Libroferia startet morgen in Encarnación

    ENCARNACIÓN. Bücher, Musik, Theater, Workshops und Begegnungen mit Autoren: Am Dienstag, 1. September, beginnt in Encarnación die 22. Libroferia. Bis Sonntag verwandelt sich der Campus der Universidad Autónoma de Encarnación in einen der größten kulturellen Treffpunkte im Süden Paraguays.

    Der Eintritt zu sämtlichen Veranstaltungen ist kostenlos.

    Unter dem Motto „Lectura y Cultura para la Paz“, Lesen und Kultur für den Frieden, umfasst das Programm mehr als 100 kulturelle und pädagogische Aktivitäten.

    Mehr als eine Buchmesse

    Die Libroferia versteht sich ausdrücklich nicht nur als Verkaufsmesse für Bücher.

    Während der sechs Veranstaltungstage stehen Begegnungen mit paraguayischen und internationalen Autoren, Buchpräsentationen, Schreibwerkstätten, Vorträge und Lesungen auf dem Programm.

    Dazu kommen Comics, Poesie und Rap, Theateraufführungen, Konzerte, gastronomische Angebote und Veranstaltungen verschiedener kultureller Gemeinschaften.

    Auch Gäste aus Argentinien und Brasilien werden in Encarnación erwartet.

    Damit verbindet die Libroferia Literatur mit Musik, Bildung und regionaler Kultur.

    Tausende Besucher erwartet

    Die Libroferia gehört inzwischen zu den größten regelmäßig stattfindenden Kulturveranstaltungen in Itapúa.

    In den vergangenen Jahren kamen jeweils mehr als 20.000 Besucher. Für die diesjährige Ausgabe rechnen die Veranstalter mit einer nochmals höheren Beteiligung.

    Mehr als 50 Bildungseinrichtungen, die bereits während des Jahres eigene Leseprojekte durchgeführt haben, sollen mit Schülern und Lehrkräften teilnehmen.

    Gerade für junge Menschen soll die Messe Literatur nicht nur als Unterrichtsstoff präsentieren, sondern als persönliche und gemeinschaftliche Erfahrung.

    Von morgens bis abends

    Die offizielle Eröffnung findet am Dienstag statt.

    Ab Mittwoch läuft das Programm täglich vom Morgen bis in die Abendstunden. Viele Veranstaltungstage reichen von etwa 8 Uhr bis 22 Uhr.

    Besucher können zwischen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, Angeboten für Erwachsene, Fortbildungen für Lehrkräfte sowie kulturellen und musikalischen Programmpunkten wählen.

    Ein Höhepunkt des musikalischen Programms ist für Samstag der Auftritt von Puraheí Soul auf der Hauptbühne angekündigt.

    Auch dieser Auftritt ist kostenlos.

    Paraguayische Literatur im Mittelpunkt

    Neben neuen Büchern und zeitgenössischen Autoren beschäftigt sich die Libroferia auch mit dem literarischen und kulturellen Erbe Paraguays.

    Im Programm finden sich unter anderem Veranstaltungen zu Elvio Romero und Coqui Ruiz.

    Gleichzeitig sollen lokale Autoren aus Itapúa sichtbar gemacht werden. Damit bietet die Messe gerade Schriftstellern und Künstlern außerhalb Asuncións eine Plattform für den direkten Kontakt mit einem größeren Publikum.

    Auch Guaraní bekommt seinen Platz

    Eine besondere Anerkennung erhielt die diesjährige Libroferia von der Secretaría de Políticas Lingüísticas.

    Die Behörde erklärte die Veranstaltung offiziell von sprachpolitischem Interesse.

    Damit wird insbesondere der Beitrag der Libroferia zur Förderung der beiden Amtssprachen Paraguays, zur Zweisprachigkeit und zum sprachlichen Kulturerbe des Landes hervorgehoben.

    Neben Spanisch soll deshalb auch Guaraní als Sprache von Literatur, Kultur und Wissensvermittlung sichtbar sein.

    Lesen in Zeiten von Smartphone und künstlicher Intelligenz

    Die Libroferia bekommt 2026 noch eine andere Aktualität.

    Informationen, Texte und Unterhaltung sind heute jederzeit auf dem Smartphone verfügbar. Künstliche Intelligenz kann innerhalb von Sekunden Texte zusammenfassen, übersetzen oder selbst erzeugen.

    Damit stellt sich zunehmend die Frage, welche Rolle Bücher und bewusstes Lesen künftig noch spielen.

    Die Antwort der Libroferia ist bemerkenswert einfach: Technologie und Lesen müssen keine Gegensätze sein.

    Ein Buch verlangt jedoch etwas, das digitale Medien immer seltener verlangen: Zeit, Konzentration und die Bereitschaft, über längere Strecken bei einem Gedanken zu bleiben.

    Vielleicht liegt gerade darin heute ein Teil seines Wertes.

    Sechs Tage für die ganze Region

    Die Libroferia findet vom 1. bis 6. September 2026 auf dem Campus Urbano der Universidad Autónoma de Encarnación statt.

    Der Eintritt ist frei.

    Für Encarnación beginnt damit unmittelbar nach dem internationalen Rally-Wochenende die nächste große Veranstaltung.

    Diesmal stehen allerdings keine Motoren im Mittelpunkt.

    Sondern Bücher, Sprache und Begegnung.

  • 100 Jahre nach dem Zyklon: Encarnación und Posadas erinnern gemeinsam an die Katastrophe von 1926

    100 Jahre nach dem Zyklon: Encarnación und Posadas erinnern gemeinsam an die Katastrophe von 1926

    ENCARNACIÓN / POSADAS. Am 20. September 1926 veränderte eine der schwersten Naturkatastrophen in der Geschichte Encarnacións die Stadt innerhalb weniger Minuten. Ein verheerender Zyklon zerstörte große Teile der damaligen Unterstadt, forderte Hunderte Todesopfer und prägte die Erinnerung der Region bis heute.

    Zum hundertsten Jahrestag bereiten Encarnación und die argentinische Nachbarstadt Posadas nun ein gemeinsames Gedenkprogramm vor. Unter dem Leitmotiv „100 Jahre Resilienz, Solidarität und Hoffnung“ sollen am 20. und 21. September Ausstellungen, Vorträge, Filmvorführungen, künstlerische Beiträge und weitere Veranstaltungen stattfinden.

    Eine Stadt wird innerhalb weniger Minuten verwüstet

    Der Zyklon traf Encarnación am Abend des 20. September 1926.

    Zeitgenössische Berichte beschreiben, wie sich der Himmel gegen 18:30 Uhr plötzlich verdunkelte. Heftiger Regen setzte ein, dazu kamen extreme Windgeschwindigkeiten, Blitze und ein ohrenbetäubender Lärm.

    Innerhalb kurzer Zeit wurden Dächer abgerissen, Häuser zerstört und Bäume entwurzelt.

    Besonders schwer betroffen war die damalige Unterstadt von Encarnación. Auch der wichtige Hafenbereich wurde verwüstet. Der erst wenige Jahre zuvor errichtete Kai wurde durch den Sturm weitgehend zerstört.

    Bei der Zahl der Todesopfer unterscheiden sich historische Quellen. Die Stadt Encarnación nennt mehr als 300 Tote. Andere zeitgenössische und spätere Darstellungen sprechen von mehr als 400 Opfern.

    Unstrittig ist, dass der Zyklon zu den schwersten Katastrophen in der Geschichte Paraguays und der gesamten Region gehörte.

    Hilfe kam über den Paraná

    Ein zentraler Teil der Erinnerung betrifft die Hilfe aus Posadas.

    Nach der Katastrophe überquerten der Priester José Kreuser und Jorge Memmel gemeinsam mit dem Ruderer Fulgencio Amarilla den Paraná, um in der argentinischen Nachbarstadt Unterstützung zu organisieren.

    Posadas reagierte schnell.

    Ärzte, Medikamente, Kleidung, Lebensmittel und weitere Hilfsgüter wurden nach Encarnación gebracht. Die Katastrophe wurde damit auch zu einem historischen Moment der Zusammenarbeit zwischen beiden Städten.

    Genau diese Verbindung soll beim hundertsten Jahrestag besonders hervorgehoben werden.

    Gemeinsames Programm auf beiden Seiten des Paraná

    Die Municipalidad de Encarnación und die Secretaría de Estado de Cultura der Provinz Misiones koordinieren derzeit ein umfangreiches Programm.

    Geplant sind unter anderem historische Vorträge, Ausstellungen mit Fotografien und Dokumenten, Filmprogramme sowie künstlerische Veranstaltungen.

    Auch Schulen, Universitäten, kulturelle Einrichtungen und gesellschaftliche Organisationen beider Städte sollen beteiligt werden.

    Die zentralen Veranstaltungen sind für den 20. und 21. September vorgesehen.

    Neues Buch erinnert an die Katastrophe

    Bereits im August wurde in Encarnación das Buch „Encarnación: a 100 años del Ciclón“ vorgestellt.

    Die Publikation entstand gemeinsam mit der Sociedad de Escritores del Paraguay, Filial Itapúa, und der Kommission zum hundertsten Jahrestag der Katastrophe.

    Neun Autorinnen und Autoren haben historische Forschungen, Dokumente, Erinnerungen und literarische Beiträge zusammengetragen.

    Dabei geht es nicht nur um die Zerstörung selbst. Ein Schwerpunkt liegt auf den Geschichten von Solidarität und gegenseitiger Hilfe, die unmittelbar nach dem Zyklon entstanden.

    Erinnerung soll auch der Prävention dienen

    Die Universidad Autónoma de Encarnación hat das Jahr 2026 zum „Jahr der Resilienz und der Katastrophenvorsorge“ erklärt.

    Damit bekommt das Jubiläum auch eine aktuelle Dimension.

    Denn die Geschichte von 1926 ist nicht nur Erinnerung an eine vergangene Katastrophe. Sie wirft auch die Frage auf, wie Städte heute mit extremen Wetterereignissen umgehen.

    Gerade die jüngsten schweren Unwetter in Itapúa zeigen, dass diese Frage keineswegs nur historisch ist.

    Eine gemeinsame Geschichte zweier Städte

    Encarnación und Posadas sind heute durch Handel, Familien, Arbeit, Tourismus und tägliche Grenzbewegungen eng miteinander verbunden.

    Der Zyklon von 1926 zeigt, dass diese Verbindung wesentlich älter ist.

    Vor hundert Jahren wurde der Paraná für einige Stunden nicht zur Grenze zwischen zwei Ländern, sondern zur Verbindung zwischen einer zerstörten Stadt und ihren Helfern.

    Genau daran wollen Encarnación und Posadas im September gemeinsam erinnern.

  • Rally sorgt für volle Unterkünfte: Tourismus in Itapúa zieht Bilanz

    Rally sorgt für volle Unterkünfte: Tourismus in Itapúa zieht Bilanz

    ITAPÚA. Das Rally-Weltmeisterschaftswochenende hat nicht nur die Straßen von Itapúa gefüllt. Auch zahlreiche touristische Unterkünfte in der Region waren vollständig ausgebucht. Besonders stark war die Nachfrage in Encarnación, Cambyretá und Capitán Miranda.

    Nach einer Erhebung der Asociación de Alojamientos y Posadas Turísticas de Itapúa erreichten die touristischen Posadas in diesen Gebieten während des WRC Rally del Paraguay eine Auslastung von 100 Prozent.

    Die Zahlen zeigen aber auch: Der wirtschaftliche Effekt verteilte sich nicht gleichmäßig über das gesamte Departamento.

    Encarnación im Zentrum des Besucherandrangs

    Den größten Andrang verzeichnete erwartungsgemäß Encarnación. Hier befanden sich mit Service Park, Fan Zone, Veranstaltungen und Siegerehrung wesentliche Teile des Rally-Geschehens.

    Die Präsidentin des Verbandes der touristischen Unterkünfte, María Estela Castillo, sprach von einer zeitweise stark ausgelasteten Stadt.

    Nach Einschätzung des Verbandes kamen rund 80 Prozent der Gäste in Encarnación aus Paraguay selbst. Etwa 20 Prozent waren internationale Besucher.

    Damit zeigt sich auch, dass eine internationale Großveranstaltung nicht zwangsläufig überwiegend ausländische Touristen anzieht. Ein wesentlicher Teil des wirtschaftlichen Effekts entstand durch paraguayischen Inlandstourismus.

    Bella Vista mit auffällig vielen internationalen Gästen

    Anders stellte sich die Situation teilweise in Bella Vista dar.

    Dort registrierten die Anbieter nach Angaben des Verbandes einen deutlich höheren Anteil internationaler Besucher. Das dürfte auch mit den Wertungsprüfungen in Bella Vista und Hohenau sowie mit der Lage der Stadt im Zentrum der Colonias Unidas zusammenhängen.

    Für die Region könnte gerade dieser Effekt langfristig interessant sein.

    Viele Besucher kamen wegen des Motorsports erstmals nach Bella Vista, Hohenau und in die umliegenden Gemeinden. Gleichzeitig lernten sie eine Region kennen, die touristisch bisher deutlich weniger international wahrgenommen wird als Encarnación.

    Neben dem Rally wurden deshalb auch die Yerba-Mate-Kultur, lokale Gastronomie, Naturangebote und die Geschichte der Einwanderung als touristische Angebote präsentiert.

    Rund 90 touristische Posadas in Itapúa

    Nach Schätzungen des Branchenverbandes gibt es im gesamten Departamento rund 90 touristische Posadas.

    35 davon gehören derzeit dem Verband an.

    Eine besonders hohe Konzentration gibt es neben Encarnación auch in Carmen del Paraná. Dort befinden sich rund 25 Posadas. In Cambyretá gibt es drei registrierte Betriebe, während Pirapó, Bella Vista, San Juan del Paraná und Capitán Meza jeweils über mehrere kleinere Unterkünfte verfügen.

    Zum erweiterten Angebot gehören außerdem Hostels, Ferienhäuser, Campingplätze und andere Formen privater Beherbergung.

    Der Verband betreut insgesamt mehr als 60 solcher Betriebe.

    Preise blieben vergleichsweise moderat

    Bemerkenswert ist auch die Preisentwicklung.

    Trotz der enormen Nachfrage seien die Preise bei den touristischen Posadas nicht generell stark erhöht worden.

    Für eine Übernachtung wurden während des Rally nach Angaben des Verbandes zwischen 100.000 und 200.000 Guaraní pro Person verlangt. Frühstück war dabei in vielen Fällen bereits enthalten.

    Gerade für Familien und Besucher aus Paraguay stellen die Posadas damit eine Alternative zu klassischen Hotels dar.

    Temporäre Unterkünfte werden zum Problem

    Der Besucheransturm brachte allerdings auch ein Problem deutlicher zum Vorschein.

    Während großer Veranstaltungen entstehen kurzfristig zahlreiche private und temporäre Übernachtungsangebote. Nicht alle davon sind offiziell als touristische Unterkunft registriert.

    Für reguläre Anbieter bedeutet das Konkurrenz durch Vermieter, die teilweise nicht denselben gesetzlichen und qualitativen Anforderungen unterliegen.

    Der Verband arbeitet deshalb gemeinsam mit SENATUR und den Gemeinden an Möglichkeiten, solche Angebote künftig besser zu erfassen und zu kontrollieren.

    Dabei geht es nicht nur um Wettbewerb. Eine Registrierung soll auch sicherstellen, dass grundlegende Anforderungen an Sicherheit und Qualität eingehalten werden.

    Rally wird zum Beginn der Sommersaison

    Für viele Tourismusbetriebe in Itapúa hat das Rally inzwischen noch eine weitere Funktion.

    Es markiert praktisch den Beginn der touristischen Hochsaison.

    Normalerweise steigt die Nachfrage in Encarnación, Carmen del Paraná und anderen Orten der Region erst mit Beginn des paraguayischen Sommers deutlich an. Das Rally bringt bereits Ende August eine erste große Besucherwelle.

    Die Betriebe können damit Personal, Abläufe und Angebote mehrere Monate vor der eigentlichen Sommersaison unter realen Bedingungen testen.

    Entscheidend ist, was nach dem Rally bleibt

    Volle Unterkünfte während einer internationalen Großveranstaltung sind zunächst ein wirtschaftlicher Erfolg.

    Für die langfristige Entwicklung des Tourismus in Itapúa ist jedoch eine andere Frage wichtiger: Kommen die Besucher wieder?

    Gerade Bella Vista, Hohenau, Trinidad, Carmen del Paraná und andere Orte außerhalb Encarnacións haben durch die Rally die Möglichkeit, sich einem Publikum zu präsentieren, das sonst möglicherweise nie in diese Teile Paraguays gekommen wäre.

    Wenn aus einem Rally-Besucher später ein Urlaubsgast wird, entsteht ein nachhaltigerer wirtschaftlicher Effekt als durch eine einzige ausgebuchte Woche.

    Ob das tatsächlich gelingt, werden erst die kommenden Monate zeigen.

    Auch die endgültige wirtschaftliche Bilanz des Rally-Wochenendes steht noch aus. Die im Vorfeld genannten Besucherzahlen und Umsatzerwartungen waren Prognosen. Sie sollten deshalb nicht mit den tatsächlich erreichten Ergebnissen verwechselt werden.

  • Nach schwerem Unwetter: 18 Feuerwehreinsätze in Itapúa

    Nach schwerem Unwetter: 18 Feuerwehreinsätze in Itapúa

    ENCARNACIÓN / CAMBYRETÁ. Ein schweres Unwetter mit starken Windböen, intensivem Regen und Hagel hat in der Nacht auf Samstag erhebliche Schäden in Encarnación, Cambyretá und weiteren Teilen des Departamento Itapúa verursacht. Der Cuerpo de Bomberos Voluntarios del Paraguay (CBVP) meldete insgesamt 18 Einsätze im Zusammenhang mit dem Unwetter und weiteren Zwischenfällen während des laufenden Rally-Wochenendes.

    Bäume, Stromleitungen und Gebäude beschädigt

    Nach der Bilanz des CBVP mussten die Einsatzkräfte neunmal wegen eingestürzter oder beschädigter Strukturen ausrücken. Hinzu kamen fünf Einsätze wegen umgestürzter Bäume und ein Einsatz aufgrund einer herabgestürzten Stromleitung. Außerdem wurden drei Motorradunfälle von den Rettungskräften betreut.

    Die Feuerwehr war an mehreren Stellen mit Sicherungsarbeiten, der Beseitigung von Hindernissen und der Beurteilung beschädigter Gebäude beschäftigt. Der CBVP warnte insbesondere davor, sich herabgestürzten Stromleitungen, beschädigten Bäumen oder instabilen Konstruktionen zu nähern.

    Besonders deutlich wurden die Auswirkungen des Unwetters in Encarnación und Cambyretá.

    Haus in Cambyretá schwer zerstört

    Im Barrio San Jorge in Cambyretá wurde ein Wohnhaus durch den Sturm nahezu vollständig zerstört. Teile der Konstruktion brachen zusammen. Eine Person wurde dabei zunächst eingeschlossen, konnte sich jedoch selbst befreien und erlitt nach Angaben lokaler Medien keine schweren Verletzungen.

    Auch die Comisaría 68ª im Barrio Jardín wurde schwer getroffen. Starke Windböen rissen große Teile der Dachkonstruktion ab und beschädigten Bereiche des Polizeigebäudes. Polizisten wurden dort nach den vorliegenden Berichten nicht verletzt.

    Ein weithin sichtbares Zeichen der Stärke des Sturms war der Einsturz des großen Willkommensportals von Cambyretá an der Ruta PY14. Die Konstruktion stürzte auf die Fahrbahn. Der Verkehr musste deshalb für etwa eine Stunde unterbrochen werden. Verletzt wurde dabei niemand.

    Schäden auch in Encarnación

    In Encarnación stürzten Bäume und Äste auf Straßen, außerdem wurden Stromleitungen und andere Einrichtungen beschädigt. Betroffen waren nach lokalen Berichten unter anderem die Stadtteile Ita Cua, San Isidro und Mboi Ka’e sowie Teile des Stadtzentrums.

    Kommunale Einsatzkräfte, Feuerwehr und ANDE arbeiteten an der Beseitigung umgestürzter Bäume, der Sicherung gefährlicher Stellen und der Wiederherstellung der Stromversorgung.

    Das Unwetter traf Encarnación zu einem außergewöhnlich ungünstigen Zeitpunkt. Wegen des WRC Rally del Paraguay befinden sich derzeit zahlreiche Besucher, Teams und internationale Gäste in der Region.

    Rally-Infrastruktur ebenfalls getroffen

    Besonders betroffen war die Costanera von Encarnación. Im Bereich des Sambódromo beschädigten die Windböen Zelte, Werbetafeln und andere temporäre Konstruktionen der Fan Zone und des Service Parks.

    Auch Bereiche einzelner Rally-Teams wurden in Mitleidenschaft gezogen. Militärangehörige und weitere Einsatzkräfte begannen anschließend mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten, um die betroffenen Bereiche wieder nutzbar zu machen.

    Die sportlichen Veranstaltungen konnten fortgesetzt werden. Zeitweise blieben jedoch öffentlich zugängliche Bereiche geschlossen, bis deren Sicherheit überprüft worden war.

    Einsatzkräfte weiterhin in Bereitschaft

    Der CBVP hatte für das Rally-Wochenende bereits vor dem Unwetter ein außergewöhnlich großes Aufgebot nach Itapúa verlegt. Rund 270 Feuerwehrleute waren für die Absicherung der Veranstaltung vorgesehen. Diese Kapazitäten standen damit auch für die Folgen des Unwetters zur Verfügung.

    Die Behörden rufen Bewohner und Besucher dazu auf, in beschädigten Bereichen weiterhin vorsichtig zu sein. Insbesondere lose Äste, beschädigte Dächer und elektrische Leitungen können auch nach dem Ende eines Unwetters eine Gefahr darstellen.

    Das vollständige Ausmaß der Sachschäden in Encarnación, Cambyretá und den übrigen betroffenen Gebieten war zunächst noch nicht abschließend beziffert.

    Quellen: Cuerpo de Bomberos Voluntarios del Paraguay (CBVP), lokale Behörden und Einsatzkräfte; ABC Color; Itapúa Noticias; Más Encarnación; El Nacional.

    Stand: 30. August 2026

  • Unwetter über Itapúa: Schäden in Encarnación und Cambyretá, Rally läuft weiter

    Unwetter über Itapúa: Schäden in Encarnación und Cambyretá, Rally läuft weiter

    Starker Wind, Gewitter und Hagel haben in der Nacht auf Samstag Teile von Encarnación und Cambyretá getroffen. Bäume und Werbeanlagen stürzten um, eine Wohnstruktur wurde beschädigt und auch der Servicepark der Rally-WM an der Costanera blieb nicht verschont. Verletzte wurden nach bisherigem Stand nicht gemeldet.

    Encarnación, 29. August 2026. Ein heftiges Unwetter ist in den frühen Morgenstunden über den Süden Itapúas gezogen. Besonders betroffen waren Encarnación und Cambyretá. Neben starkem Regen kam es örtlich zu größerem Hagel und kräftigen Windböen.

    Das meteorologische Messzentrum der Municipalidad de Encarnación registrierte nach Angaben von ABC Color Windgeschwindigkeiten von bis zu 76,5 km/h. Zwei besonders intensive Phasen wurden gegen 5 Uhr und nochmals gegen 6:30 Uhr gemeldet.

    Schäden in Encarnación

    Im Stadtgebiet von Encarnación stürzten Bäume und größere Äste um. Einige Straßen waren dadurch am Vormittag zeitweise nicht passierbar.

    Auch Werbetafeln und leichtere Konstruktionen hielten dem Wind nicht stand. In mehreren Bereichen der Stadt wurde zudem Hagel gemeldet. Auf Bildern aus der Region sind teilweise ungewöhnlich große Hagelkörner und erhebliche Ansammlungen am Boden zu sehen.

    Nach Angaben des örtlichen Notfallzentrums gab es zunächst keine Meldungen über Verletzte oder Personen, die medizinische Hilfe benötigten.

    Auch Cambyretá betroffen

    Im benachbarten Cambyretá richtete der Sturm ebenfalls Schäden an.

    An der Ruta PY14 wurde das große Eingangstor beziehungsweise Willkommensschild der Gemeinde vom Wind umgerissen. Im Barrio San Antonio wurde zudem der Einsturz einer Wohnstruktur gemeldet. Auch hier lagen zunächst keine Berichte über Verletzte vor.

    Sturm trifft den WRC-Servicepark

    Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Unwetter wegen des derzeit laufenden Rally del Paraguay.

    An der Costanera von Encarnación befinden sich der Servicepark und die Fan Zone der Rally-Weltmeisterschaft. Dort wurden in der Nacht Zelte, Fahnen, Werbeelemente, Absperrungen und andere leichte Konstruktionen durch den Wind umgeworfen oder beschädigt.

    Am Samstagmorgen setzte das Organisationskomitee deshalb den öffentlichen Zugang zur Fan Zone und zum Servicepark zunächst aus. Polizei, Militär und weitere Helfer begannen mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten. Die Bereiche sollten erst wieder für Besucher geöffnet werden, sobald die Bedingungen dies zulassen.

    Die eigentliche Rally wurde dagegen nicht gestoppt.

    Die Fahrzeuge verließen Encarnación planmäßig gegen 6:50 Uhr in Richtung Bella Vista. Auch die für Samstag vorgesehenen Wertungsprüfungen sollten nach Angaben der Veranstalter regulär stattfinden.

    Wetter bleibt ein Faktor

    Mit dem Durchzug des nächtlichen Unwetters ist die Wetterlage noch nicht endgültig beruhigt.

    Meteorologen rechnen auch am Sonntag und Montag im Süden und Osten Paraguays mit weiteren Niederschlägen. Gerade für den letzten Tag der Rally könnte das Auswirkungen auf den Zustand der Strecken haben.

    Für Bewohner und Besucher in Itapúa gilt deshalb weiterhin, kurzfristige Wetterwarnungen und Hinweise der Behörden zu beachten.

    Quellen: Dirección de Meteorología e Hidrología, Municipalidad de Encarnación, ABC Color, La Tribuna
    Redaktion: Parapunto

  • 149 neue LED-Leuchten: Zufahrt zum Gran Hospital de Itapúa fertig ausgebaut

    149 neue LED-Leuchten: Zufahrt zum Gran Hospital de Itapúa fertig ausgebaut

    Die paraguayische Elektrizitätsgesellschaft ANDE hat die neue Beleuchtung am Zugang zum Hospital General de Itapúa und auf einem Abschnitt der Ruta PY06 fertiggestellt. 149 LED-Leuchten, neue Stromleitungen und fünf Transformatoren sollen vor allem nachts für bessere Sichtverhältnisse sorgen. Die Investition beträgt rund 697,6 Millionen Guaraní, etwa 101.000 Euro.

    Encarnación, 29. August 2026. Wer nachts zum Hospital General de Itapúa fährt, soll künftig deutlich bessere Sichtverhältnisse vorfinden. Die staatliche Administración Nacional de Electricidad (ANDE) meldete am Donnerstag den Abschluss der Arbeiten an der Zufahrt zum Krankenhaus sowie auf einem angrenzenden Abschnitt der Nationalstraße PY06.

    Insgesamt wurden 149 LED-Leuchten installiert. Sie verteilen sich auf die Krankenhauszufahrt und den erneuerten Abschnitt der Ruta PY06.

    Fast fünf Kilometer neue Niederspannungsleitung

    Bei dem Projekt wurden nicht lediglich bestehende Straßenlampen ausgetauscht. Nach Angaben der ANDE wurde auch ein Teil der elektrischen Infrastruktur neu errichtet.

    Die Arbeiten umfassen:

    • 4.830 Meter neue Niederspannungsleitung
    • davon 1.219 Meter an der Krankenhauszufahrt
    • 3.611 Meter entlang der Ruta PY06
    • 110 Meter Mittelspannungsleitung mit geschützten Leitern
    • 149 LED-Beleuchtungseinheiten
    • fünf neue Verteiltransformatoren

    Die tatsächliche Investition beziffert ANDE mit 697.600.984 Guaraní, nach aktuellem Wechselkurs rund 101.000 Euro.

    Wichtige Zufahrt zum neuen Krankenhaus

    Das Hospital General de Itapúa liegt im Distrikt Encarnación und gehört zu den wichtigsten neuen Gesundheitsprojekten im Süden Paraguays.

    Entsprechend hoch ist der Verkehr rund um das Krankenhaus. Patienten, Angehörige und Beschäftigte nutzen die Zufahrt ebenso wie Fahrzeuge auf der PY06. Die neue Beleuchtung soll insbesondere nachts die Sicht für Autofahrer und Fußgänger verbessern.

    Dabei sollte man allerdings zwischen besserer Beleuchtung und nachgewiesener Verkehrssicherheit unterscheiden. Ob die Maßnahme tatsächlich zu weniger Unfällen führt, lässt sich erst anhand späterer Verkehrsdaten beurteilen. Die bessere Sichtbarkeit ist zunächst das unmittelbare Ergebnis der Arbeiten.

    Planung und Endabrechnung unterscheiden sich

    Interessant ist ein Vergleich mit den Angaben vom Beginn der Arbeiten.

    Am 10. August hatte die ANDE noch von rund 160 geplanten LED-Leuchten und einem Projektvolumen von 875,5 Millionen Guaraní, etwa 127.000 Euro, gesprochen. Bei der Fertigstellung nennt die Behörde nun 149 Leuchten und tatsächliche Investitionen von 697,6 Millionen Guaraní.

    Daraus lässt sich allerdings nicht ohne weitere Unterlagen schließen, dass das Projekt schlicht günstiger als geplant abgeschlossen wurde. Die veröffentlichten Angaben könnten sich auf unterschiedlich abgegrenzte Projektteile beziehen. Eine detaillierte Schlussabrechnung wurde in der aktuellen Mitteilung nicht veröffentlicht.

    Teil eines größeren Ausbaus in Itapúa

    Die Arbeiten gehören zum Programm LPI ANDE-CAF Nr. 1749-23, mit dem die Stromverteilungsinfrastruktur im Landesinneren modernisiert wird.

    Allein in Encarnación und Cambyretá meldete ANDE Anfang August Investitionen von bereits mehr als 42,7 Milliarden Guaraní, rund 6,2 Millionen Euro. Dazu gehören neue und modernisierte Mittel- und Niederspannungsleitungen sowie zusätzliche Transformatoren.

    Die neue Beleuchtung rund um das Krankenhaus ist damit nur ein sichtbarer Teil eines wesentlich größeren Infrastrukturprogramms in Itapúa.

    Quellen: ANDE, Más Encarnación, Itapúa Noticias
    Redaktion: Parapunto

  • Schüler in Encarnación bauen Hybrid-Fahrrad für rund 460 Euro

    Schüler in Encarnación bauen Hybrid-Fahrrad für rund 460 Euro

    Schüler des Colegio Técnico Nacional in Encarnación haben ein Fahrrad entwickelt, das wahlweise mit Benzinmotor oder Elektroantrieb gefahren werden kann. Der Prototyp soll zeigen, dass individuelle Mobilität auch mit vergleichsweise geringem Budget möglich ist.

    Encarnación, 29. August 2026. Ein technisches Schulprojekt aus Encarnación verbindet Fahrrad, Verbrennungsmotor und Elektroantrieb. Schüler des Colegio Técnico Nacional (CTN) haben einen funktionsfähigen Prototyp gebaut, dessen Herstellung nach ihren Angaben rund 3,2 Millionen Guaraní, etwa 460 Euro, gekostet hat.

    Die Idee dahinter ist pragmatisch. In Paraguay können selbst günstige Motorräder mehr als 5 Millionen Guaraní, etwa 715 Euro, kosten. Die Schüler wollten deshalb erproben, ob sich mit vorhandener Fahrradtechnik und zwei unterschiedlichen Antrieben eine preisgünstigere Alternative für alltägliche Wege entwickeln lässt.

    Benzinmotor für längere Strecken

    Für längere Fahrten verfügt das Fahrrad über einen 80-Kubikzentimeter-Verbrennungsmotor.

    Nach Angaben des Projektteams erreicht das Fahrzeug damit eine Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 50 km/h. In Kombination mit zusätzlichem Pedalieren soll der Verbrauch einer Reichweite von etwa 40 bis 60 Kilometern pro Liter Kraftstoff entsprechen.

    Der Tank fasst 1,5 Liter. Daraus ergibt sich nach Berechnungen der Schüler je nach Einsatzbedingungen eine Reichweite von ungefähr 100 bis 150 Kilometern.

    Elektromotor für kürzere Wege

    Als zweite Antriebsmöglichkeit wurde ein 250-Watt-Elektromotor eingebaut.

    Im Elektrobetrieb erreicht der Prototyp laut Projektbeschreibung ungefähr 20 km/h. Die elektrische Reichweite beträgt derzeit zwischen 8 und 18 Kilometern beziehungsweise ungefähr eine Stunde Betriebszeit.

    Damit ist der Elektroantrieb eher für kurze Stadtfahrten gedacht, während für größere Entfernungen der Verbrennungsmotor zur Verfügung steht.

    Der Begriff „Hybrid“ sollte dabei nicht mit einem klassischen Hybridauto verwechselt werden. Nach den veröffentlichten Angaben handelt es sich im Wesentlichen um ein Fahrzeug mit zwei alternativ nutzbaren Antriebssystemen.

    Technikunterricht wird zum realen Projekt

    Interessant ist weniger, ob der Prototyp bereits ein marktreifes Verkehrsmittel darstellt. Entscheidend ist der praktische Ansatz der technischen Ausbildung.

    Die Schüler müssen bei einem solchen Projekt Mechanik, Elektrik, Energieversorgung und Fahrzeugtechnik miteinander verbinden. Gleichzeitig steht eine konkrete Fragestellung aus ihrem Alltag im Mittelpunkt: Wie lässt sich Mobilität mit begrenzten finanziellen Mitteln ermöglichen?

    Das CTN hat bereits Erfahrung mit solchen Projekten. Bei der EXPOCIENTEC 2025 präsentierten Schüler der Fachrichtung Fahrzeugtechnik unter anderem selbst entwickelte Elektrofahrzeuge, ein Fahrzeug mit Solartechnik und einen vollständig neu konstruierten Mini-Cross.

    Das neue Hybrid-Fahrrad setzt diese praktische Ausrichtung fort.

    Noch ein Prototyp, kein fertiges Straßenfahrzeug

    Bei den genannten Reichweiten, Verbrauchswerten und Geschwindigkeiten handelt es sich um Angaben aus dem Schulprojekt. Eine unabhängige technische Prüfung dieser Werte wurde bislang nicht veröffentlicht.

    Auch über eine mögliche Zulassung des Fahrzeugs für den regulären öffentlichen Straßenverkehr liegen in den bisher veröffentlichten Informationen keine Angaben vor.

    Als Schulprojekt zeigt das Fahrrad dennoch, was technische Ausbildung leisten kann: nicht nur Theorie vermitteln, sondern Schüler dazu bringen, aus einem konkreten Problem eine funktionierende technische Lösung zu entwickeln.

    Quellen: Más Encarnación, Colegio Técnico Nacional
    Redaktion: Parapunto

  • Rally-WM heute Abend mitten in Encarnación: Super Special auf der Costanera

    Rally-WM heute Abend mitten in Encarnación: Super Special auf der Costanera

    Am Samstagabend verlagert sich der Rally del Paraguay direkt ins Stadtgebiet von Encarnación. Um 18:05 Uhr startet auf der Costanera die 3,1 Kilometer lange Super Special Stage. Neben den aktuellen WRC-Fahrern sollen auch drei Rally-Legenden zu sehen sein.

    Encarnación, 29. August 2026. Nach einem langen Rallytag durch Bella Vista, Hohenau und Trinidad kommt die Weltmeisterschaft am Abend direkt nach Encarnación. Die SS17 „Encarnación Costanera“ beginnt um 18:05 Uhr paraguayischer Zeit und bildet den Abschluss der zweiten Etappe. Gefahren wird auf einem 3,1 Kilometer langen Stadtkurs im Bereich Paseo de los Teros.

    Für die Rally del Paraguay ist diese Prüfung eine der wichtigsten Neuerungen der Ausgabe 2026. Im Gegensatz zu den überwiegend auf roter Erde ausgetragenen Wertungsprüfungen führt der Kurs durch das urbane Umfeld der Costanera und teilweise über Asphalt.

    Rallyautos dort, wo sonst der Stadtverkehr fährt

    Der Kurs führt über Teile der Costanera und der Avenida Mariscal López. Für die Veranstaltung wurden deshalb Verkehrsbereiche rund um den Paseo de los Teros gesperrt.

    Die städtische Verkehrspolizei weist insbesondere auf Einschränkungen an der Avenida Mariscal López sowie entlang der Costanera República del Paraguay hin. Für Autofahrer wurden Umleitungen eingerichtet. Die Behörden rechnen gerade am Samstag mit einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen durch Besucher aus anderen Teilen Paraguays.

    Für Zuschauer bietet die Stadtprüfung einen Vorteil gegenüber vielen klassischen Rallystrecken: Die Fahrzeuge können in einem relativ kompakten und speziell vorbereiteten Bereich beobachtet werden, ohne dafür weit ins Hinterland Itapúas fahren zu müssen.

    Drei Weltmeister als besonderes Rahmenprogramm

    Zusätzlich zur eigentlichen Wertungsprüfung hat der Veranstalter für den Abend drei bekannte Namen der Rallygeschichte angekündigt.

    Petter Solberg, Rally-Weltmeister von 2003, sowie die vierfachen Weltmeister Tommi Mäkinen und Juha Kankkunen sollen beim Super Special am Paseo de los Teros auftreten und an Demonstrationsfahrten teilnehmen.

    Damit wird aus der SS17 nicht nur eine Wertungsprüfung, sondern auch ein eigenes Zuschauerereignis.

    Fan Zone und Servicepark an der Costanera

    Encarnación ist während des gesamten Wochenendes organisatorisches Zentrum der Rally. Der offizielle Servicepark befindet sich ebenfalls in der Stadt. Dort arbeiten Mechaniker und Ingenieure zwischen den Wertungsprüfungen an den Fahrzeugen.

    Die Fan Zone an der Costanera ist am Samstag von 8:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Dort gibt es unter anderem Gastronomie, offizielle Merchandising-Stände, Großbildschirme und Möglichkeiten, den Servicebetrieb der Teams zu beobachten. Der Tageszugang zur Fan Zone und zum Servicepark kostet 30.000 Guaraní, etwa 4,30 Euro.

    Für die Super Special Stage selbst gibt es am Paseo de los Teros eine organisierte Zuschauerzone. Besucher sollten vor der Anfahrt die aktuellen Zugangsbedingungen des Veranstalters kontrollieren.

    Encarnación wird selbst Teil der Rallystrecke

    Die Entscheidung, eine Wertungsprüfung direkt an die Costanera zu bringen, verändert den Charakter der Veranstaltung. Die Rally findet damit nicht nur auf abgelegenen Schotterstraßen und zwischen den Yerba-Mate-Feldern Itapúas statt.

    Encarnación selbst wird für einen Abend zur Rennstrecke.

    Bereits zur offiziellen Eröffnung am Donnerstag waren nach Angaben der Veranstalter mehr als 10.000 Menschen im Sambódromo. Weitere Besucher verfolgten das Geschehen von der Costanera und der Fan Zone aus.

    Nach der heutigen Stadtprüfung geht der Rally del Paraguay am Sonntag in seine entscheidende Etappe. Dann stehen weitere Prüfungen in Encarnación und General Artigas auf dem Programm. Die abschließende Power Stage startet am Sonntagnachmittag in Encarnación.

    Quellen: Rally del Paraguay, FIA World Rally Championship, Municipalidad de Encarnación, ABC Color, Más Encarnación
    Redaktion: Parapunto

  • Ka’a Rape, die Route der Yerba Mate durch Itapúa

    Ka’a Rape, die Route der Yerba Mate durch Itapúa

    Wer durch die neun Distrikte fährt, die sich Itapúa im Südosten Paraguays teilen, kreuzt früher oder später den Ka’a Rape, wörtlich übersetzt den Weg der Yerba. Der Name ist Guaraní, und das ist kein Zufall. Yerba Mate gilt in Paraguay als Vermächtnis der Guaraní selbst, lange bevor Jesuiten oder deutschsprachige Siedler in die Region kamen.

    Die 2015 von der staatlichen Tourismusbehörde Senatur eingerichtete Route führt unter anderem durch Hohenau, Obligado, Bella Vista, Trinidad und Jesús, mit den Jesuitenruinen von Trinidad und Jesús de Tavarangüe als markante Stationen unterwegs. Bella Vista, seit 2025 offiziell nationale Hauptstadt der Yerba Mate, bildet gemeinsam mit Hohenau und Obligado das Zentrum des Anbaus.

    Von der Plantage bis zum Tereré

    Der Rundgang führt durch Yerbales, die Anbauflächen, und durch die Verarbeitungsbetriebe, wo Besucher den Weg vom Blatt bis zur fertigen Yerba nachvollziehen können. Tereré, der kalt aufgegossene Nationaltrunk, hat seit 2015 sogar einen eigenen nationalen Feiertag, jeweils am letzten Samstag im Februar.

    Eine unerwartete deutsche Fußnote

    Wer die Route weiterverfolgt, stößt auf etwas, das DACH-Besucher nicht erwarten dürften: In Bella Vista und Hohenau, den Kolonien deutschsprachiger Einwanderer, verarbeiten kleine Brauereien, VolksBier in Bella Vista und Beerkingo in Hohenau, Yerba Mate selbst zu Bier. Zwei Traditionen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, treffen hier tatsächlich aufeinander.

    Voces Guaraní zu diesem Beitrag

    Ka’a Rape
    Wörtlich “Weg der Yerba”, aus ka’a (Yerba, Kraut) und rape (Weg, Pfad). Name der Tourismusroute selbst.
    Tereré
    Herkunft nicht eindeutig geklärt. Eine Erklärung führt es auf “te jere”, sinngemäß “Runde im Kreis”, zurück, mit der Jesuiten das gemeinsame Trinken der Guaraní beschrieben. Eine andere sieht es als lautmalerisch für das Geräusch der letzten Schlucke durch den Trinkhalm.

    Quelle: Gobernación de Itapúa, ABC Color Viajes, Secretaría Nacional de Turismo (Senatur), Billiken, Última Hora
    Redaktion: Parapunto

  • Camino Real bei Encarnación: Auf den Spuren der alten Guaraní-Wege

    Camino Real bei Encarnación: Auf den Spuren der alten Guaraní-Wege

    Durch Encarnación und Cambyretá verläuft ein Verkehrsweg, dessen Geschichte weit vor die Gründung der heutigen Stadt zurückreicht. Der „Camino Real“, auf Guaraní als Tape Aviru oder Peabirú bezeichnet, folgt Teilen eines alten Wegenetzes der Guaraní und ist heute offiziell geschütztes Kulturerbe Paraguays.

    Encarnación. Wer heute durch Encarnación fährt, ahnt kaum, dass manche Straßen und Wege einer Verbindung folgen, die möglicherweise seit Jahrhunderten genutzt wird. Der Historiker und Autor Silvio Sosa Alarcón hat sich über Jahre mit diesen alten Verkehrswegen im Süden Paraguays beschäftigt und versucht, ihren Verlauf anhand historischer Dokumente und lokaler Überlieferungen zu rekonstruieren.

    Die Wege entstanden nicht erst mit den Spaniern. Nach Angaben der paraguayischen Secretaría Nacional de Cultura gehörte der Tape Aviru zu einem Netz von Wegen, das die Guaraní bereits lange vor der europäischen Kolonisierung angelegt und genutzt hatten. Später verwendeten auch Jesuiten, paraguayische Truppen, Händler und Reisende Teile dieser Verbindungen.

    Vom Guaraní-Pfad zum Camino Real

    Während der Kolonialzeit wurden Abschnitte dieser Verbindung als Camino Real, also „Königlicher Weg“, bezeichnet.

    Der für Itapúa besonders bedeutende Abschnitt verlief entlang des Paraná und durch Gebiete, die heute zu Encarnación und Cambyretá gehören. Historische Untersuchungen verorten Teile der Route unter anderem beim Arroyo Quiteria, im heutigen Stadtgebiet von Encarnación sowie in Richtung Campichuelo am Paraná.

    Ein Teil des rekonstruierten Verlaufs führt von der Gegend um die heutige Plaza de Armas über die Calle General Artigas, weiter in Richtung Mboi Ka’e und anschließend über Gebiete wie Villa del Maestro, Avenida Japón, Itacuá und San Blas bis nach Campichuelo. Dort befand sich historisch ein wichtiger Übergang über den Paraná in Richtung des heutigen Argentinien.

    Der ursprüngliche Weg ist heute allerdings nicht mehr überall als historische Straße erkennbar. Teile wurden überbaut, in moderne Straßen integriert oder im Laufe der Zeit verändert.

    Ein Historiker holt den Weg aus der Vergessenheit

    Silvio Sosa beschäftigte sich über Jahre mit der Rekonstruktion dieser Strecke. Seine Arbeit stützt sich unter anderem auf historische Dokumente aus dem Archivo Nacional de Asunción.

    Bereits 2017 wurde gemeinsam mit touristischen und öffentlichen Einrichtungen ein erster Rundgang unter dem Titel „Descubriendo el Camino Real“ durchgeführt. Ziel war es, Geschichte, Landschaft und Tourismus miteinander zu verbinden.

    2021 veröffentlichte Sosa schließlich das Buch „Descubriendo el Camino Real“. Die Publikation entstand mit Unterstützung des Kulturfonds der Secretaría Nacional de Cultura und dokumentiert seine Forschungen zum historischen Wegenetz und zur frühen Geschichte von Ytapúa.

    Seit 2022 offiziell geschütztes Kulturgut

    Der jahrelange Einsatz führte schließlich auch zu einer offiziellen Anerkennung.

    Mit der Resolution Nr. 876/2022 erklärte die paraguayische Secretaría Nacional de Cultura den südlichen Abschnitt des „Camino Real – Tape Aviru de la Vía de las Misiones“ in den Distrikten Encarnación und Cambyretá zum Bien de Valor Patrimonial, also zu einem Kulturgut von besonderem Denkmalwert.

    Damit geht es inzwischen nicht mehr nur um historische Forschung. Der Weg soll erhalten, sichtbar gemacht und auch touristisch erschlossen werden.

    Geschichte direkt unter den Füßen

    Der Camino Real erzählt eine für Itapúa typische Geschichte. Verschiedene historische Schichten liegen hier unmittelbar übereinander: die Kultur der Guaraní, die Jesuitenzeit, die spanische Kolonialzeit und die Entwicklung des modernen Paraguay.

    Gerade deshalb ist der Weg mehr als eine touristische Route. Er erinnert daran, dass die Geschichte Encarnacións nicht erst mit der modernen Stadt oder den europäischen Einwanderern beginnt.

    Viele der Straßen, die heute selbstverständlich zum Alltag gehören, folgen einer Landschaft, durch die Menschen bereits lange vor ihnen unterwegs waren.

    Quellen: Secretaría Nacional de Cultura, Municipalidad de Encarnación, ABC Color, Itapúa Noticias
    Redaktion: Parapunto