Ort: Cambyretá

  • Nach schwerem Unwetter: 18 Feuerwehreinsätze in Itapúa

    Nach schwerem Unwetter: 18 Feuerwehreinsätze in Itapúa

    ENCARNACIÓN / CAMBYRETÁ. Ein schweres Unwetter mit starken Windböen, intensivem Regen und Hagel hat in der Nacht auf Samstag erhebliche Schäden in Encarnación, Cambyretá und weiteren Teilen des Departamento Itapúa verursacht. Der Cuerpo de Bomberos Voluntarios del Paraguay (CBVP) meldete insgesamt 18 Einsätze im Zusammenhang mit dem Unwetter und weiteren Zwischenfällen während des laufenden Rally-Wochenendes.

    Bäume, Stromleitungen und Gebäude beschädigt

    Nach der Bilanz des CBVP mussten die Einsatzkräfte neunmal wegen eingestürzter oder beschädigter Strukturen ausrücken. Hinzu kamen fünf Einsätze wegen umgestürzter Bäume und ein Einsatz aufgrund einer herabgestürzten Stromleitung. Außerdem wurden drei Motorradunfälle von den Rettungskräften betreut.

    Die Feuerwehr war an mehreren Stellen mit Sicherungsarbeiten, der Beseitigung von Hindernissen und der Beurteilung beschädigter Gebäude beschäftigt. Der CBVP warnte insbesondere davor, sich herabgestürzten Stromleitungen, beschädigten Bäumen oder instabilen Konstruktionen zu nähern.

    Besonders deutlich wurden die Auswirkungen des Unwetters in Encarnación und Cambyretá.

    Haus in Cambyretá schwer zerstört

    Im Barrio San Jorge in Cambyretá wurde ein Wohnhaus durch den Sturm nahezu vollständig zerstört. Teile der Konstruktion brachen zusammen. Eine Person wurde dabei zunächst eingeschlossen, konnte sich jedoch selbst befreien und erlitt nach Angaben lokaler Medien keine schweren Verletzungen.

    Auch die Comisaría 68ª im Barrio Jardín wurde schwer getroffen. Starke Windböen rissen große Teile der Dachkonstruktion ab und beschädigten Bereiche des Polizeigebäudes. Polizisten wurden dort nach den vorliegenden Berichten nicht verletzt.

    Ein weithin sichtbares Zeichen der Stärke des Sturms war der Einsturz des großen Willkommensportals von Cambyretá an der Ruta PY14. Die Konstruktion stürzte auf die Fahrbahn. Der Verkehr musste deshalb für etwa eine Stunde unterbrochen werden. Verletzt wurde dabei niemand.

    Schäden auch in Encarnación

    In Encarnación stürzten Bäume und Äste auf Straßen, außerdem wurden Stromleitungen und andere Einrichtungen beschädigt. Betroffen waren nach lokalen Berichten unter anderem die Stadtteile Ita Cua, San Isidro und Mboi Ka’e sowie Teile des Stadtzentrums.

    Kommunale Einsatzkräfte, Feuerwehr und ANDE arbeiteten an der Beseitigung umgestürzter Bäume, der Sicherung gefährlicher Stellen und der Wiederherstellung der Stromversorgung.

    Das Unwetter traf Encarnación zu einem außergewöhnlich ungünstigen Zeitpunkt. Wegen des WRC Rally del Paraguay befinden sich derzeit zahlreiche Besucher, Teams und internationale Gäste in der Region.

    Rally-Infrastruktur ebenfalls getroffen

    Besonders betroffen war die Costanera von Encarnación. Im Bereich des Sambódromo beschädigten die Windböen Zelte, Werbetafeln und andere temporäre Konstruktionen der Fan Zone und des Service Parks.

    Auch Bereiche einzelner Rally-Teams wurden in Mitleidenschaft gezogen. Militärangehörige und weitere Einsatzkräfte begannen anschließend mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten, um die betroffenen Bereiche wieder nutzbar zu machen.

    Die sportlichen Veranstaltungen konnten fortgesetzt werden. Zeitweise blieben jedoch öffentlich zugängliche Bereiche geschlossen, bis deren Sicherheit überprüft worden war.

    Einsatzkräfte weiterhin in Bereitschaft

    Der CBVP hatte für das Rally-Wochenende bereits vor dem Unwetter ein außergewöhnlich großes Aufgebot nach Itapúa verlegt. Rund 270 Feuerwehrleute waren für die Absicherung der Veranstaltung vorgesehen. Diese Kapazitäten standen damit auch für die Folgen des Unwetters zur Verfügung.

    Die Behörden rufen Bewohner und Besucher dazu auf, in beschädigten Bereichen weiterhin vorsichtig zu sein. Insbesondere lose Äste, beschädigte Dächer und elektrische Leitungen können auch nach dem Ende eines Unwetters eine Gefahr darstellen.

    Das vollständige Ausmaß der Sachschäden in Encarnación, Cambyretá und den übrigen betroffenen Gebieten war zunächst noch nicht abschließend beziffert.

    Quellen: Cuerpo de Bomberos Voluntarios del Paraguay (CBVP), lokale Behörden und Einsatzkräfte; ABC Color; Itapúa Noticias; Más Encarnación; El Nacional.

    Stand: 30. August 2026

  • Studenko expandiert nach Cambyretá: Neue 5.000-m²-Fabrik soll Exportmärkte erschließen

    Studenko expandiert nach Cambyretá: Neue 5.000-m²-Fabrik soll Exportmärkte erschließen

    Der traditionsreiche Lebensmittelhersteller Studenko plant in Cambyretá eine neue Produktionsanlage mit rund 5.000 Quadratmetern Fläche. Das Familienunternehmen aus Itapúa will damit seine Kapazitäten erhöhen und erstmals stärker auf regionale Exportmärkte ausrichten.

    Cambyretá, 29. August 2026. Eines der traditionsreichen Industrieunternehmen Itapúas steht vor einem größeren Entwicklungsschritt. Studenko SAE plant den Bau einer neuen Produktionsstätte im Distrikt Cambyretá. Die Anlage soll rund 5.000 Quadratmeter umfassen und vor allem die Herstellung von Wurstwaren, Aufschnitt und Schinken erweitern.

    Studenko produziert seit 1950 in Encarnación. Aus einem lokalen Familienbetrieb entwickelte sich über Jahrzehnte ein im paraguayischen Lebensmittelmarkt etablierter Hersteller. Die bestehende Fabrik liegt heute allerdings in einem Gebiet, das sich seit ihrer Errichtung stark verändert hat.

    Nach Angaben des paraguayischen Ministeriums für Industrie und Handel, MIC, gab es bei der Errichtung des ursprünglichen Standortes noch keine heutige Trennung zwischen Wohn- und Industriegebieten. Der geplante Neubau in Cambyretá soll deshalb nicht nur zusätzliche Produktionsfläche schaffen, sondern auch eine langfristig geeignetere industrielle Infrastruktur bieten.

    Vom regionalen Hersteller zum Exporteur

    Der wichtigste Teil des Projekts liegt jedoch nicht allein in der Größe der neuen Fabrik.

    Studenko will mit der zusätzlichen Kapazität Voraussetzungen schaffen, um Märkte außerhalb Paraguays zu bedienen. Welche Länder konkret zuerst beliefert werden sollen, wurde bisher nicht bekanntgegeben.

    Unternehmensinhaber Sergio Studenko erklärte bei einem Besuch von Vertretern des Wirtschaftsministeriums, dass inzwischen auch Interessenten aus dem Ausland auf das Unternehmen zukämen. Das sei ein wesentlicher Grund, die Expansion jetzt voranzutreiben.

    Eine konkrete Investitionssumme oder ein Termin für die Fertigstellung der neuen Anlage wurden in den bisher veröffentlichten Informationen noch nicht genannt.

    Familienunternehmen seit mehr als 75 Jahren

    Der Ausbau ist zugleich ein Generationsprojekt.

    Sergio Studenko betonte gegenüber dem MIC die Bedeutung der Familie für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Das Wissen aus mehreren Jahrzehnten Produktion soll an die nächste Generation weitergegeben werden.

    Damit steht Studenko vor einer typischen Herausforderung traditionsreicher Familienunternehmen: Die bestehende Marke und Unternehmenskultur sollen erhalten bleiben, während Produktion, Organisation und Absatzmärkte deutlich größer werden.

    Industrieentwicklung wird auch für Cambyretá wichtiger

    Der geplante Standort macht die Investition auch für Cambyretá interessant.

    Der Präsident der paraguayischen Industrievereinigung Unión Industrial Paraguaya, UIP, Enrique Duarte, bezeichnete Studenko als einen wichtigen Teil der Industriegeschichte Encarnacións und Paraguays. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Cambyretá für größere Industrieprojekte eine entsprechende Raumplanung und Infrastruktur benötigt.

    Genau darin liegt eine größere Frage hinter dem einzelnen Unternehmensprojekt: Cambyretá wächst unmittelbar neben Encarnación und entwickelt sich zunehmend vom Wohn- und Umlandgebiet zu einem Standort für Gewerbe und Industrie.

    Neue Produktionsbetriebe benötigen Straßenanbindungen, Stromversorgung, Wasser, Abwasserentsorgung und klar ausgewiesene Industrieflächen. Mit zunehmenden Investitionen wird daher auch die kommunale Raumplanung wichtiger.

    Neue Arbeitsplätze noch nicht beziffert

    Welche Auswirkungen die neue Fabrik auf den Arbeitsmarkt haben wird, ist derzeit noch offen.

    Das Unternehmen und das Wirtschaftsministerium haben bisher keine konkrete Zahl zusätzlicher Arbeitsplätze veröffentlicht. Eine Produktionsfläche von 5.000 Quadratmetern und die geplante Ausweitung der Kapazität lassen zwar zusätzliche Beschäftigung erwarten. Eine Zahl wäre derzeit aber Spekulation.

    Für Itapúa ist das Vorhaben dennoch bemerkenswert. Während die Region häufig mit Landwirtschaft, Yerba Mate und Tourismus verbunden wird, zeigt die Studenko-Investition eine andere Seite der regionalen Wirtschaft: Lebensmittelverarbeitung mit dem Ziel, über den paraguayischen Markt hinauszugehen.

    Wenn das Exportprojekt gelingt, würde aus einem Unternehmen, das vor mehr als 75 Jahren in Encarnación begann, ein regional produzierender Anbieter mit internationaler Ausrichtung.

    Quellen: Ministerio de Industria y Comercio (MIC), La Nación, Unión Industrial Paraguaya
    Redaktion: Parapunto