Hohenau, 28. September 2026. Die neue Ruta de los Inmigrantes im Departamento Itapúa nimmt zunehmend Gestalt an. Nach aktuellen Angaben des paraguayischen Ministeriums für öffentliche Arbeiten und Kommunikation, MOPC, sind 68,79 Prozent der ersten Bauetappe abgeschlossen. Die neue Straße soll vor allem die Verbindung zwischen der Ruta PY06 und dem Hafen Puerto Paredón verbessern.
Der derzeit im Bau befindliche Abschnitt ist rund 11,7 Kilometer lang. Er beginnt an der Ruta PY06 bei Hohenau und führt in Richtung Puerto Paredón am Río Paraná.
Damit entsteht nicht nur eine neue lokale Straßenverbindung. Die Strecke soll vor allem den Transport landwirtschaftlicher Produkte erleichtern und den Schwerverkehr besser an die Hafeninfrastruktur anbinden.
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Die Colonias Unidas mit Hohenau, Obligado und Bella Vista gehören zu den wirtschaftlich stärksten landwirtschaftlichen Gebieten Itapúas. Entsprechend hoch ist das Verkehrsaufkommen durch Lastwagen, die Getreide und andere Agrarprodukte transportieren.
Nach Angaben des MOPC umfasst das aktuelle Projekt neben der Asphaltierung auch Entwässerungsanlagen, Brücken und weitere Infrastruktur.
Das Ministerium bezeichnet die Verbindung als strategisch für die Agroindustrie der Region. Durch den verbesserten Zugang zum Hafen sollen Transportwege effizienter und die Anbindung der Produktionsgebiete an den Río Paraná verbessert werden.
Rund 11,7 Kilometer sind erst der Anfang
Die derzeitige Baustelle bildet allerdings nur einen Teil des ursprünglich geplanten Projekts.
Die gesamte Ruta de los Inmigrantes soll nach bisheriger Planung eine wesentlich längere Verbindung durch die Region schaffen. Für einen weiteren Abschnitt von rund 32 Kilometern ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen.
Genau hier liegt derzeit die offene Frage des Projekts.
ABC Color berichtet, dass diese zweite Etappe weiterhin nicht vergeben wurde. Damit steht zwar der erste Abschnitt kurz vor der 70-Prozent-Marke, für einen erheblichen Teil der geplanten Gesamtverbindung besteht aber noch kein entsprechender Bauauftrag.
Investition von mehr als 16 Millionen US-Dollar
Für die aktuell laufende erste Etappe nennt das MOPC Investitionen von rund 115 Milliarden Guaraní, umgerechnet etwa 16 Millionen US-Dollar.
Die Arbeiten werden vom Consorcio Los Inmigrantes ausgeführt. Das Projekt wird über die Corporación Andina de Fomento, CAF, finanziert und ist Teil eines größeren Programms zur Verbesserung wichtiger Verkehrsverbindungen in Paraguay.
Für die Region um Hohenau ist die Straße besonders relevant. Landwirtschaftliche Produktion, Verarbeitung, Logistik und Hafeninfrastruktur liegen hier räumlich eng beieinander.
Eine leistungsfähige Straßenverbindung kann deshalb unmittelbar die Transportkosten und Fahrzeiten beeinflussen.
Wann folgt die zweite Etappe?
Der aktuelle Baufortschritt ist sichtbar. Weniger klar ist derzeit, wann die noch fehlenden rund 32 Kilometer umgesetzt werden.
Damit sollte zwischen zwei Dingen unterschieden werden: Die erste Etappe mit 11,7 Kilometern befindet sich tatsächlich im Bau und hat einen Fortschritt von 68,79 Prozent erreicht. Daraus folgt aber noch nicht, dass die gesamte geplante Ruta de los Inmigrantes bald fertiggestellt sein wird.
Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, wann die nächste Etappe ausgeschrieben und vergeben wird.
Gerade für Hohenau und die Colonias Unidas ist das mehr als eine Infrastrukturfrage. Die Ruta de los Inmigrantes soll langfristig Produktionsgebiete, Unternehmen und Hafenanlagen besser miteinander verbinden und damit eine der wirtschaftlich bedeutendsten Regionen Itapúas stärken.
Quellen
Ministerio de Obras Públicas y Comunicaciones, MOPC, 28. September 2026
„Obra que potenciará la agroindustria en Itapúa roza el 70% de ejecución“
ABC Color, 27. September 2026
„Ruta de los Inmigrantes: el avance de la obra y la incógnita sobre los 32 km que aún faltan adjudicar“