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15. Oktober 2026 · Alto Paraná, Bella Vista, Itapúa

Paraná steigt bis Freitag weiter, Itaipú und Yacyretá erwarten ab Samstag Entspannung

Kleines Boot mit mehreren Menschen auf einem breiten, schlammbraunen Fluss
Boot auf einem schlammbraunen Fluss. Symbolbild. Foto Anthony Bringas / Unsplash

Encarnación, 15. Oktober 2026. Der Paraná steigt weiter, ein Ende ist aber in Sicht. Sowohl die Betreiber von Itaipú als auch die Entidad Binacional Yacyretá (EBY) erwarten bis Freitag noch höhere Pegel und danach eine Beruhigung. Der Wetterdienst rechnet ab dem Wochenende mit trockenem Wetter. In Itapúa ist inzwischen auch die Fähre zwischen Bella Vista und dem argentinischen Corpus außer Betrieb, im Departamento Ñeembucú haben drei Gemeinden den Notstand ausgerufen.

Wann das Wasser sinken soll

Nach Última Hora lag der Fluss am Mittwoch über 121 Metern über dem Meeresspiegel. An welchem Messpunkt, nennt der Bericht nicht, er bezieht sich auf das Dreiländereck bei Ciudad del Este. Itaipú rechnet damit, dass der Pegel am Samstag, 17. Oktober, zu fallen beginnt. Grund für den Anstieg waren nach Itaipú unerwartet starke Regenfälle im Einzugsgebiet und vor allem am Iguazú, dessen Wassermassen den Abfluss des Paraná an der Mündung bremsen. In Ciudad del Este wurden bis Dienstag 183 Familien aus dem Viertel San Rafael in Sicherheit gebracht.

Weiter flussabwärts meldet die EBY nach einem Bericht der argentinischen Zeitung Primera Edición vom Mittwoch einen Zufluss von rund 37.300 Kubikmetern pro Sekunde in den Stausee von Yacyretá. Für die kommenden Tage erwartet sie 37.000 bis 40.500 Kubikmeter. Im Oktober führt der Paraná bislang 56 Prozent mehr Wasser als im langjährigen Mittel seit 1971, im September waren es 37 Prozent mehr. Die Pegel unterhalb des Damms sollen bis Freitag steigen und sich danach möglicherweise stabilisieren. Für Ayolas sagt die EBY 6,20 bis 6,60 Meter voraus, die Alarmmarke liegt bei 4,20 Metern, ab 4,50 Metern wird die Stadt überflutet. Ältere Zahlen der EBY, die das Portal AgendAR am Donnerstag verbreitete, nannten 234 Menschen in Notunterkünften in Ayolas und 22 Familien bei Angehörigen. Sie beziehen sich offenbar auf Dienstag, damals bezifferte die EBY das Plus gegenüber dem Mittel noch auf 40 Prozent.

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Was in Itapúa gilt

Die Fähre Don Morel zwischen Bella Vista und Corpus hat den Betrieb eingestellt, ihr Anleger steht unter Wasser. Eigentümer Hernán Morel sagte Última Hora „La situación nos obliga a parar el paso“. Nach seinen Angaben nutzen monatlich rund 18.000 Menschen und mehr als 7.000 Fahrzeuge die Verbindung, die damit auch die Brücke zwischen Encarnación und Posadas entlastet. Wann sie wieder fährt, ist offen. Auch der Verkehr zwischen Puerto Maní und Bella Vista ruht, der Fluss stieg dort in weniger als 24 Stunden um mehr als einen Meter. Última Hora zählt nach argentinischen Angaben und der Migrationsbehörde sieben geschlossene Übergänge, darunter Ape Aimé, Puerto Triunfo, 7 de Agosto, Mayor Otaño und Bella Vista. Über die Schließung der Kontrollposten hatte parapunto am 14. Oktober berichtet. Von Einschränkungen an der Brücke nach Posadas berichten die gelesenen Quellen nicht.

Für Itapúa meldet die Dirección de Meteorología e Hidrología am Donnerstag vereinzelten Regen am Morgen, danach Besserung bei Höchstwerten von 22 bis 23 Grad und Südwind. Für Freitag ist die Regenwahrscheinlichkeit gering, für Samstag erwartet der Wetterdienst landesweit gutes Wetter. Auch die EBY rechnet ab Samstag mit keinem nennenswerten Niederschlag im Einzugsgebiet.

Notstand in Ñeembucú

Am Unterlauf haben nach Última Hora die Gemeinden Cerrito, Mayor Martínez und Villalbín den Notstand erklärt. In Cerrito wurden 60 bis 80 Familien evakuiert, vier Schulen dienen als Unterkunft, für mehr als 700 Schülerinnen und Schüler fällt der Unterricht aus. Bewohner tiefer gelegener Ortsteile sollen sich darauf einstellen, innerhalb von 72 Stunden ihre Häuser zu verlassen.

Einordnung für Leserinnen und Leser im DACH-Raum

Wer in Bella Vista, Obligado oder Hohenau lebt und regelmäßig nach Misiones übersetzt, muss vorerst über Encarnación fahren. Verlagert sich der Fährverkehr dorthin, sind an der Brücke längere Wartezeiten möglich. Die Prognose für das Wochenende ist eine gute Nachricht, sie gilt aber nur kurzfristig. Die EBY hält wegen El Niño neue Hochwasserereignisse zwischen Oktober und Dezember für sehr wahrscheinlich, ohne dass daraus zwingend Überschwemmungen folgen müssen. Wer Grundstücke in Ufernähe besitzt oder kaufen will, sollte die Pegelmeldungen der EBY auch in den kommenden Wochen im Blick behalten. Reisende, die über Ayolas und den Damm von Yacyretá nach Argentinien wollen, sollten vor der Abfahrt prüfen, ob der Übergang wieder offen ist.

Quellen