Encarnación, 14. Oktober 2026. Wegen des Hochwassers am Paraná hat die paraguayische Migrationsbehörde (Dirección Nacional de Migraciones) ihre Kontrollposten an den Flussübergängen nach Argentinien vorübergehend geschlossen. Nach Berichten von La Nación und 1000 Noticias vom Dienstagnachmittag sind inzwischen 14 Posten in Alto Paraná, Ñeembucú, Itapúa und Misiones außer Betrieb. La Nación schreibt, damit seien „todos los pasos fluviales habilitados en Itapúa“ vorübergehend geschlossen. Eine Frist nennt die Behörde nicht, die Sperre gilt bis auf Weiteres. parapunto hatte am 13. Oktober über die Einstellung des Fährverkehrs durch die argentinische Prefectura berichtet, nun hat auch die paraguayische Seite reagiert.
Welche Übergänge betroffen sind
Zunächst waren zehn Posten geschlossen worden. Am Dienstag kamen nach La Nación vier weitere hinzu, Bella Vista Sur und Campichuelo in Itapúa sowie Panchito López und Yacyretá in Misiones. 1000 Noticias nennt für Itapúa außerdem Puerto Triunfo, Mayor Otaño, Carlos Antonio López und Capitán Meza und verweist auf weitere, nicht namentlich genannte Posten. Für Ñeembucú führt das Portal Paso de Patria, Itacorá, Puerto Itá, Cerrito und Panchito López auf, für Alto Paraná den Posten Tres Fronteras in Presidente Franco, dessen Container auf höheres Gelände gebracht wurde. Bei Panchito López widersprechen sich die Quellen, La Nación ordnet den Posten Misiones zu, 1000 Noticias dagegen Ñeembucú. ABC Color verortet die gleichnamige Compañía in Yabebyry im Departamento Misiones. Eine vollständige Liste aller 14 Posten enthält keine der gelesenen Quellen, die Internetseite der Migrationsbehörde war beim Abruf nicht zugänglich.
Favio Espinoza, Generaldirektor für Migrationsbewegungen, sagte Radio 1000, an mehreren Posten würden Möbel und Computer geräumt, vor allem in Puerto Triunfo, Capitán Meza und Mayor Otaño. Der Fluss steige „súper rápido“, die Behörde beobachte die Lage Stunde für Stunde.
Sichtbar werden in Bella Vista
Sponsoring-Plätze für Unternehmen, die genau in Bella Vista bekannt werden wollen.
Sponsoring-Möglichkeiten ansehenWas weiter funktioniert
In Betrieb bleiben laut 1000 Noticias die Kontrollstelle an der internationalen Brücke San Roque González de Santa Cruz zwischen Encarnación und Posadas, der Zug zwischen beiden Städten sowie die Posten in Pilar und Alberdi. Der Übergang zwischen Ayolas und dem argentinischen Ituzaingó über den Damm von Yacyretá bleibt nach ABC Color, La Nación und 1000 Noticias vorerst bis Samstag, 17. Oktober, gesperrt. Ob er dann öffnet, hängt vom Wetter ab. Die Entidad Binacional Yacyretá (EBY) hat außerdem alle Besichtigungen des Kraftwerks ausgesetzt.
Die Lage am Fluss
Yacyretá lässt inzwischen deutlich mehr Wasser ab. Nach Ronnie Ayala, Leiter der technischen Abteilung der EBY, flossen am Dienstag 12.000 Kubikmeter pro Sekunde über das Hauptwehr, nach 9.000 am Vortag und 1.500 im Normalbetrieb. Für die folgenden 24 Stunden erwartete er einen Zufluss von 33.000 Kubikmetern pro Sekunde. Die Überschrift von ABC spricht von 33 Prozent der Kapazität. Gemeint ist dieser erwartete Zufluss im Verhältnis zu einer Gesamtkapazität von mehr als 100.000 Kubikmetern pro Sekunde, nicht die tatsächliche Abgabe.
Flussabwärts in Yabebyry wurden nach ABC drei Familien von der Insel Lapachal in Sicherheit gebracht, an der Compañía Panchito López erreichte der Pegel 4,88 Meter. In Itapúa selbst berichtet La Nación von Überschwemmungen in Puerto Ápe Aime im Distrikt San Rafael del Paraná sowie in Bella Vista und Capitán Meza. In Ápe Aime sei das Wasser rund zehn Meter über das gewohnte Ufer vorgedrungen und habe Boote und kleine Geschäfte erreicht. Der Bericht stützt sich nach eigener Angabe auf Videos aus sozialen Netzwerken, eine zweite Quelle lag bis Redaktionsschluss nicht vor. Zahlen zu betroffenen Familien in Itapúa nennt er nicht.
Einordnung für Leserinnen und Leser im DACH-Raum
Für die meisten Fahrten zwischen Encarnación und Posadas ändert sich wenig, Brücke und Zug sind offen. Wer in den Orten im Osten Itapúas lebt, etwa in Bella Vista, Capitán Meza oder Mayor Otaño, und gewohnt mit der Fähre nach Misiones übersetzt, muss bis auf Weiteres den Umweg über Encarnación einplanen. Das betrifft Einkäufe, Arzttermine und Familienbesuche auf der argentinischen Seite ebenso wie Touristen, die die kleinen Übergänge als Abkürzung nutzen wollten. An geschlossenen Posten findet keine Grenzkontrolle statt, ein regulärer Grenzübertritt ist dort derzeit also nicht möglich. Wer Grundstücke oder Gebäude in Ufernähe besitzt, sollte die Mitteilungen der EBY verfolgen. Ayala rechnet wegen El Niño mit Auswirkungen bis in die ersten Monate des Jahres 2027.
Quellen
- La Nación, 13. Oktober 2026, Suman 14 los puestos fluviales inhabilitados como medida de contingencia por crecida del Paraná
- 1000 Noticias, 13. Oktober 2026, Crecida del Paraná: Migraciones inhabilita temporalmente 14 puestos fronterizos
- ABC Color, 13. Oktober 2026, Caudal de Yacyretá está al 33% de su capacidad, según jefe del departamento técnico
- ABC Color, 13. Oktober 2026, Yacyretá: mal tiempo obliga a suspender visitas y cerrar el paso fronterizo
- ABC Color, 13. Oktober 2026, Evacúan a familias por la crecida del Paraná en Panchito López e isla Lapachal
- La Nación, 13. Oktober 2026, Colonia Ápe Aime quedó totalmente bajo agua tras el temporal en San Rafael del Paraná