In Cambyretá nimmt ein lange verzögertes Eisenbahnprojekt wieder Gestalt an. Am Tunnel Regino Espínola laufen derzeit Bauarbeiten für die künftige Bahnverbindung zwischen Encarnación und Cambyretá. Vertreter der Entidad Binacional Yacyretá (EBY) haben die Baustelle in dieser Woche erneut kontrolliert.
Der Tunnel ist Teil der ersten Etappe zur Wiederherstellung der Eisenbahninfrastruktur in der Region. Vorgesehen ist eine Strecke von rund sieben Kilometern, die von der Umgebung des internationalen Grenzübergangs San Roque González de Santa Cruz durch Gebiete von Encarnación und Cambyretá bis über die Ruta PY06 hinausführt.
Bahn und Straße werden getrennt
Eine Besonderheit des Projekts ist die Trennung von Straßen- und Bahnverkehr.
Sichtbar werden in Cambyretá
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Sponsoring-Möglichkeiten ansehenIm Bereich Regino Espínola und Adolfo Ariste wird die Bahn unter der Straße geführt. Der Tunnel soll nach aktuellen Angaben eine Breite von rund 5,60 Metern aufweisen. Für das Bauwerk wird ein Lichtraum von etwa zehn Metern Höhe angegeben.
Damit soll der Zugverkehr künftig ohne niveaugleiche Kreuzung mit dem Straßenverkehr möglich sein.
Bereits im Mai wurde der darüberliegende Straßenabschnitt für den Verkehr freigegeben. Der von der EBY errichtete Viadukt verbindet die Viertel Espíritu Santo, San Rafael und San Juan. Während Fahrzeuge oben die Calle Adolfo Ariste benutzen, ist darunter die Trasse für die Eisenbahn vorgesehen.
Projekt war mehr als ein Jahrzehnt praktisch blockiert
Bemerkenswert ist vor allem die lange Vorgeschichte.
Nach Angaben des paraguayischen EBY-Direktors Luis Benítez war das Eisenbahnprojekt über mehr als zehn Jahre weitgehend zum Stillstand gekommen. Als die derzeitige Verwaltung die Verantwortung übernahm, habe der Ausführungsgrad bei lediglich rund zehn Prozent gelegen.
Die Arbeiten wurden inzwischen wieder aufgenommen. Die EBY will das Projekt noch während der laufenden Verwaltungsperiode fertigstellen und führt dazu Gespräche mit dem ausführenden Unternehmen.
Parallel wird bereits die Beschaffung der Schienen vorbereitet. Da diese importiert werden müssen, muss die Bestellung entsprechend früh erfolgen.
Sieben Kilometer Bahnstrecke
Das Tunnelbauwerk ist nur ein Teil eines deutlich größeren Infrastrukturprojekts.
Die erste Etappe umfasst rund sieben Kilometer Bahntrasse durch Encarnación und Cambyretá. Neben dem eigentlichen Gleisbau gehören Tunnel, Viadukte, Brücken und weitere Querungsbauwerke dazu.
Die EBY bezifferte die Investition für diese erste Phase bereits 2024 auf rund 141,3 Milliarden Guaraní.
Ziel ist die funktionale Wiederherstellung der Eisenbahninfrastruktur zugunsten der staatlichen Bahngesellschaft FEPASA.
Mehr als ein einzelner Tunnel
Für Cambyretá hat das Projekt gleichzeitig eine städtebauliche Bedeutung. Neue Straßenverbindungen und niveaufreie Kreuzungen sollen verhindern, dass eine künftige Bahnstrecke bestehende Viertel voneinander trennt.
Der bereits eröffnete Viadukt an der Calle Adolfo Ariste verbessert die Verbindung zwischen mehreren Wohngebieten und verkürzt Wege Richtung Encarnación.
Ob und wann auf der gesamten Strecke tatsächlich wieder regulärer Zugverkehr stattfinden wird, ist mit dem Bau des Tunnels allerdings noch nicht entschieden. Zunächst geht es um die Wiederherstellung der dafür notwendigen Infrastruktur.
Dass am Regino-Espínola-Tunnel wieder sichtbar gearbeitet wird, ist dennoch ein wichtiger Schritt für ein Projekt, das die Region bereits seit vielen Jahren begleitet.
Quellen
Entidad Binacional Yacyretá (EBY), 18. Februar und 19. Mai 2026
Informationen zum Viadukt und zur Wiederherstellung der Bahnstrecke in Cambyretá
Itapúa Noticias, 9. September 2026
„Supervisan avance de las obras ferroviarias en el túnel Regino Espínola de Cambyretá“
Más Encarnación, 8. September 2026
„Avanza la construcción del túnel ferroviario Regino Espínola en Cambyretã“
Entidad Binacional Yacyretá (EBY), Projektinformation zur ersten Etappe der Eisenbahninfrastruktur Encarnación–Cambyretá