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8. Oktober 2026 · Encarnación, Itapúa, Paraguay

Unwetter erreicht Itapúa am frühen Morgen, in Ayolas werden Familien vor dem Paraná in Sicherheit gebracht

Dunkle Gewitterwolken ziehen über eine flache Agrarlandschaft
Gewitterfront über Agrarland. Symbolbild. Foto Dave Hoefler / Unsplash

Encarnación, 8. Oktober 2026. Das angekündigte Unwetter ist im Süden Paraguays angekommen. Seit den frühen Morgenstunden ziehen Gewitterzellen über Ñeembucú, Misiones und den Südwesten von Itapúa. Der Wetterdienst DMH gab kurz nach 5 Uhr Ortszeit eine Kurzfristwarnung für genau diese Gebiete heraus und schloss eine Ausweitung auf das übrige Umland nicht aus. Ein um 5.30 Uhr verbreiteter Bericht von Meteorología Encarnación erwartete die Front in Itapúa „en los próximos 30 minutos a una hora“. Meldungen über Schäden lagen in den ausgewerteten Quellen bis zum frühen Morgen noch nicht vor.

Was der Wetterdienst erwartet

Im Wetterbericht von 6.20 Uhr spricht die DMH von Regen und Gewittern mit „fenómenos puntualmente severos“. In den Hauptgebieten rechnet sie für Donnerstag und Freitag mit 90 bis 120 Millimetern Regen, örtlich auch mehr. Dazu kommen Böen um 100 km/h und eine hohe Wahrscheinlichkeit von örtlichem Hagel. Für die übrigen Landesteile nennt der Wetterdienst 50 bis 90 Millimeter und Böen um 70 km/h. Im Tagesverlauf soll das System nach Norden ziehen und auch Central und Asunción erreichen. Für Freitag erwartet die DMH laut La Nación ein erneutes Aufleben der Unwetter in weiten Teilen des Landes.

Bei den Windgeschwindigkeiten weichen die Angaben voneinander ab. La Nación nennt Böen von 70 bis 110 km/h, die DMH selbst spricht von Werten um 100 km/h. Die Regenmengen sind in beiden Quellen gleich. Gegenüber dem Sonderbulletin vom Mittwoch, über das parapunto berichtet hat, fallen die Prognosen damit etwas höher aus. Damals waren für Itapúa 60 bis 100 Millimeter und Böen von 80 bis 90 km/h genannt worden. Das Lokalportal Más Encarnación hatte am Mittwoch für Itapúa lediglich Gewitter mäßiger Intensität vorhergesagt.

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Paraná steigt, Ayolas bringt Familien in Sicherheit

Unabhängig vom Gewitter steigt der Río Paraná weiter. In Ayolas im Departamento Misiones wurden laut ABC Color, wiedergegeben von 1000 Noticias, zwölf Familien aus den Vierteln San José Mí und María Auxiliadora vorsorglich in zwei Notunterkünfte gebracht. Nach Angaben des örtlichen Krisenstabs COE dürfte der Pegel über das Wochenende und Anfang nächster Woche bei etwa 4,30 Metern liegen. Weitere Evakuierungen seien möglich. Stadtrat Diego Barreto mahnte, nicht abzuwarten, bis das Wasser die Häuser erreicht. Ob der Starkregen den Fluss zusätzlich anschwellen lässt, geht aus den Quellen nicht hervor.

ANDE stockt Reparaturtrupps auf

Der staatliche Stromversorger ANDE bereitet die Aktivierung seines Notfallprotokolls vor. Je nach Warnstufe stehen 20, 30 oder mehr als 40 zusätzliche Reparaturtrupps bereit, die meisten davon für Asunción und Central. Vorrang haben Übertragungsleitungen und Mittelspannungsnetze, danach Krankenhäuser und andere wichtige Einrichtungen, erst dann Störungen bei einzelnen Haushalten. ANDE rät, bei Unwetter Geräte vom Netz zu nehmen und herabgefallene Kabel auf keinen Fall zu berühren.

El Niño gewinnt an Kraft

Den größeren Rahmen liefert die Weltorganisation für Meteorologie. Nach ihrem jüngsten Bulletin verstärkt sich El Niño weiter und erreicht voraussichtlich im Dezember seinen Höhepunkt. Er könnte zu den stärksten seit mindestens 1950 gehören, die Wahrscheinlichkeit, dass er bis Februar 2027 anhält, bezeichnet die WMO als praktisch 100 Prozent. WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo sagte, El Niño habe sich „consolidado y se está fortaleciendo rápidamente“. Paraguay wird in der Mitteilung nicht eigens erwähnt. Der paraguayische Wetterdienst und die Yacyretá bringen die nasse Phase und die hohen Pegel am Paraná jedoch mit El Niño in Verbindung.

Einordnung für Leserinnen und Leser im DACH-Raum

Böen um 100 km/h entsprechen auf der Skala des Deutschen Wetterdienstes schweren Sturmböen, für die dort bereits eine Unwetterwarnung gilt. Für landwirtschaftliche Betriebe in den deutschsprachig geprägten Kolonien wie Hohenau, Obligado und Bella Vista ist örtlicher Hagel das größte unmittelbare Risiko, zumal es der zweite Hagelsturm in der Region binnen einer Woche werden könnte. Wer heute oder morgen zwischen Encarnación und Asunción unterwegs sein will, verschiebt die Fahrt nach Möglichkeit und meidet überflutete Straßenabschnitte. Mit Blick auf einen starken El Niño bis in den Südsommer dürfte die Region noch länger mit nassen Phasen und hohen Flusspegeln rechnen müssen. Das ist eine Einschätzung auf Grundlage der WMO-Prognose, keine amtliche Vorhersage für Itapúa.

Quellen