ENCARNACIÓN | 5. September 2026
Zwei Tage lang stand die Universidad Nacional de Itapúa in Encarnación im Zeichen von Forschung, Technologie und Innovation. Gestern ging dort der dritte multidisziplinäre Kongress für Forschung und Innovation unter dem Motto „Ciencia que Une“ zu Ende.
Nach Angaben der Universität wurden 156 Forschungsarbeiten und wissenschaftliche Produktionen aus Paraguay, Brasilien, Argentinien, Kolumbien und Chile eingebracht. Präsentiert wurde gleichzeitig in 15 Sälen des Universitätscampus.
Sichtbar werden in Encarnación
Sponsoring-Plätze für Unternehmen, die genau in Encarnación bekannt werden wollen.
Sponsoring-Möglichkeiten ansehenDie Größenordnung zeigt, dass wissenschaftliche Forschung in Paraguay nicht ausschließlich in Asunción stattfindet.
Von künstlicher Intelligenz bis Gesundheitsforschung
Der Kongress war bewusst interdisziplinär aufgebaut.
Die Beiträge verteilten sich auf drei große Bereiche:
Ingenieurwissenschaften und Technologie, darunter Digitalisierung, Industrie 4.0 und 5.0, Robotik, künstliche Intelligenz, Machine Learning, Cybersicherheit und Blockchain.
Gesundheitswissenschaften und Innovation
sowie
Sozial- und Geisteswissenschaften.
Neben klassischen wissenschaftlichen Präsentationen gab es Workshops, Gesprächsrunden, Symposien und Veranstaltungen zur Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse.
Damit sollte Forschung nicht nur innerhalb der Universität diskutiert werden. Ein erklärtes Ziel war auch die Verbindung zwischen Wissenschaft, Unternehmen und Gesellschaft.
Wissenschaft soll in der Wirtschaft ankommen
Gerade dieser Aspekt ist für Itapúa interessant.
Parallel zum wissenschaftlichen Programm präsentierten Studierende und junge Unternehmer ihre Projekte auf einer von der universitären Gründungsinitiative INCUNI organisierten Unternehmermesse.
Auch landwirtschaftliche Themen spielten eine Rolle. Unter anderem wurde der sogenannte SHEP-Ansatz vorgestellt, der landwirtschaftliche Produktion stärker an tatsächlicher Marktnachfrage orientieren soll.
Die Universität versucht damit, Forschung stärker mit konkreten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen zu verbinden.
Für ein Departamento, dessen Wirtschaft stark von Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und zunehmend auch Dienstleistungen geprägt ist, kann genau dieser Wissenstransfer langfristig wichtig werden.
Internationale Kooperation in Encarnación
Auch internationale Zusammenarbeit war Teil des Kongresses.
Im Rahmen der Cátedra JICA 2026 wurde die Rolle internationaler wissenschaftlicher Kooperation und technologischen Wissenstransfers diskutiert. Die japanische Entwicklungsorganisation JICA ist seit Jahrzehnten in Paraguay aktiv.
Parallel fand ein internationales Treffen von Postgraduiertenprogrammen statt, an dem unter anderem Hochschulen aus Paraguay, Argentinien und Brasilien beteiligt waren.
Damit positioniert sich die Universidad Nacional de Itapúa zunehmend auch als regionaler Treffpunkt für Hochschulen aus dem südlichen Südamerika.
Wissenschaft außerhalb der Hauptstadt
Encarnación wird meist mit Tourismus, Costanera, Handel und zuletzt internationalen Sportveranstaltungen verbunden.
Die Universidad Nacional de Itapúa zeigt eine andere Seite der Stadt.
Forschungseinrichtungen, wissenschaftliche Zeitschriften, internationale Hochschulkooperationen und Technologietransfer können langfristig ebenfalls ein Standortfaktor sein.
Ob daraus tatsächlich neue Unternehmen, Patente oder konkrete Anwendungen entstehen, wird sich allerdings erst zeigen.
Ein zweitägiger Kongress allein macht noch keinen Innovationsstandort.
Dass in Encarnación mehr als 150 Forschungsarbeiten gleichzeitig diskutiert werden und dabei Wissenschaftler, Studierende, Unternehmer und internationale Partner zusammenkommen, zeigt jedoch, dass Itapúa auf diesem Gebiet zunehmend eigene Strukturen entwickelt.
Quellen
Universidad Nacional de Itapúa, 3./4. September 2026: Die UNI berichtet von 156 Forschungsarbeiten bzw. wissenschaftlichen Produktionen aus Paraguay, Brasilien, Argentinien, Kolumbien und Chile sowie Präsentationen in 15 parallelen Sälen. Außerdem dokumentiert sie die internationale Beteiligung, JICA-Aktivitäten und die Unternehmermesse.
Universidad Nacional de Itapúa: Offizielles Kongressprogramm mit den drei Themenbereichen Ingenieurwissenschaften und Technologien, Gesundheitswissenschaften sowie Sozial- und Geisteswissenschaften.
Universidad Nacional de Itapúa: Der Kongress fand am 3. und 4. September 2026 statt und sollte ausdrücklich Forschung, Innovation, Wirtschaft und Gesellschaft miteinander verbinden.