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26. September 2026 · Hohenau

El Niño: Itapúa muss sich auf deutlich mehr Regen und Hochwasserrisiko am Paraná einstellen

Beim III Foro Hidroclimático Nacional in Hohenau wurden die Klima- und Wasserstandsprognosen für Oktober bis Dezember 2026 vorgestellt. Für den Río Paraná erwarten die Fachleute überdurchschnittliche Wasserstände und ein erhöhtes Überschwemmungsrisiko.
Beim III Foro Hidroclimático Nacional in Hohenau wurden die Klima- und Wasserstandsprognosen für Oktober bis Dezember 2026 vorgestellt. Für den Río Paraná erwarten die Fachleute überdurchschnittliche Wasserstände und ein erhöhtes Überschwemmungsrisiko. Foto: ABC-Miguel Ángel Rodríguez

Hohenau, 26. September 2026. Für den Süden Paraguays zeichnet sich ein ungewöhnlich niederschlagsreiches letztes Quartal des Jahres ab. Beim III Foro Hidroclimático Nacional in Hohenau haben Fachleute die Aussichten für Oktober, November und Dezember vorgestellt. Im Mittelpunkt steht ein sehr starkes El-Niño-Ereignis und dessen mögliche Folgen für Paraguay.

Nach den beim Forum vorgestellten Prognosen liegt die Wahrscheinlichkeit für ein sehr starkes El-Niño-Ereignis bei mehr als 90 Prozent. Noch bemerkenswerter ist eine weitere Einschätzung: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent könnte das Ereignis im Zeitraum Oktober bis Dezember eine außergewöhnliche Intensität erreichen und stärker ausfallen als die seit 1950 dokumentierten El-Niño-Episoden.

Mehr Niederschlag im Süden und Osten erwartet

Für Paraguay bedeutet das vor allem ein erhöhtes Niederschlagsrisiko. Überdurchschnittliche Regenmengen werden insbesondere für die Región Oriental und den Südosten des Chaco erwartet.

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Damit gehört auch Itapúa zu den Regionen, in denen die Entwicklung in den kommenden Monaten besonders aufmerksam verfolgt werden sollte.

Die Prognosen bedeuten allerdings nicht, dass es an jedem Ort permanent regnen oder zwangsläufig zu Überschwemmungen kommen wird. Saisonale Klimaprognosen beschreiben Wahrscheinlichkeiten für größere Regionen und längere Zeiträume. Einzelne lokale Wetterereignisse lassen sich daraus nicht vorhersagen.

Paraná könnte deutlich steigen

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Río Paraná.

Während für den Río Paraguay im kommenden Quartal teilweise Wasserstände unterhalb der langjährigen Durchschnittswerte erwartet werden, sieht die Situation am Paraná anders aus.

Für Oktober, November und Dezember werden dort Wasserstände oberhalb der historischen Mittelwerte prognostiziert. Nach Einschätzung der Fachleute könnten auch Referenzmarken für Warnstufen überschritten werden. Das Risiko von Überschwemmungen in Ufergebieten wird deshalb als sehr hoch eingeschätzt.

Für Itapúa ist diese Entwicklung unmittelbar relevant. Zahlreiche Orte des Departamentos liegen am Paraná oder sind wirtschaftlich und infrastrukturell eng mit dem Fluss verbunden. Dazu gehört insbesondere Encarnación mit seiner langen Uferzone.

Die Bevölkerung in potenziell betroffenen Gebieten wird daher aufgefordert, die hydrologischen Mitteilungen der zuständigen Behörden und der binationalen Wasserkraftwerke aufmerksam zu verfolgen.

Landwirtschaft muss Wetterrisiken stärker einplanen

Dass das nationale Hydroklima-Forum ausgerechnet in Hohenau stattfand, ist kein Zufall. Itapúa gehört zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen Paraguays.

Das Ministerio de Agricultura y Ganadería beteiligte sich am Forum deshalb auch mit Blick auf das Risikomanagement in der Landwirtschaft. Stärkere und unregelmäßigere Niederschläge können Aussaat, Ernte, Bodenzustand, Pflanzenschutz und Befahrbarkeit landwirtschaftlicher Flächen beeinflussen.

Dabei gilt auch hier: Mehr Regen ist nicht automatisch negativ. Entscheidend sind Zeitpunkt, Intensität und Verteilung der Niederschläge. Problematisch werden vor allem Starkregen, länger anhaltende Niederschlagsperioden und lokale Überflutungen.

Kein Grund zur Panik, aber Anlass zur Vorbereitung

Die aktuellen Prognosen sind keine konkrete Hochwasserwarnung für Encarnación, Hohenau oder andere einzelne Orte in Itapúa.

Sie zeigen vielmehr ein deutlich erhöhtes Risiko für die kommenden Monate.

Gerade deshalb wird die laufende Beobachtung entscheidend sein. Wetterwarnungen, Pegelstände und hydrologische Prognosen können sich mit neuen Messdaten verändern.

Für Bewohner von Itapúa beginnt damit eine Phase, in der Meldungen der Dirección de Meteorología e Hidrología sowie Informationen über die Entwicklung des Río Paraná besondere Aufmerksamkeit verdienen.

PARAPUNTO wird die Entwicklung in Itapúa und am Paraná weiter verfolgen.

Quellen

Dirección de Meteorología e Hidrología Paraguay
Informe Final III Foro Hidroclimático Nacional, September 2026
https://www.meteorologia.gov.py/pub_cat/foro-hidroclimatico/

ABC Color, 25. September 2026
„Alertan sobre histórica intensidad de ‘El Niño’ en último trimestre del año“
https://www.abc.com.py/nacionales/2026/09/25/alertan-sobre-historica-intensidad-de-el-nino-en-ultimo-trimestre-del-ano/

La Nación, 23. September 2026
„Foro Hidroclimático analiza herramientas para proteger la producción agrícola“
https://www.lanacion.com.py/negocios/2026/09/23/foro-hidroclimatico-analiza-herramientas-para-proteger-la-produccion-agricola/