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13. Oktober 2026 · Itapúa, Paraguay

Yacyretá öffnet das Hauptwehr, Fähren von Itapúa nach Argentinien stehen still

Ein über die Ufer getretener Fluss mit braunem Wasser, im Wasser stehende Bäume am Rand einer überfluteten Niederung
Hochwasser an einem Fluss. Symbolbild. Foto Justin Wilkens / Unsplash

Ayolas, 13. Oktober 2026. Das Wasserkraftwerk Yacyretá hat am Montag die Tore seines Hauptwehrs geöffnet. Die Entidad Binacional Yacyretá (EBY) begründet den Schritt mit den höheren Abgaben der Kraftwerke flussaufwärts und mit Regen in weiten Teilen des Einzugsgebiets. Am selben Tag hat die argentinische Prefectura Naval den Personenverkehr mit Fähren und Booten an mehreren Übergängen am oberen Paraná eingestellt, zwei davon führen nach Itapúa. parapunto hatte am 12. Oktober über die steigenden Pegel berichtet, dieser Beitrag fasst die seither veröffentlichten Angaben zusammen.

Zufluss deutlich über dem Durchschnitt

Nach Angaben von Ronnie Ayala, Leiter der technischen Abteilung der EBY auf der paraguayischen Seite, kommen derzeit rund 28.000 Kubikmeter pro Sekunde in Yacyretá an. Etwa 19.000 davon gibt Itaipú ab, rund 9.000 bringt der Iguazú, dessen Abfluss in weniger als 48 Stunden von 1.500 auf 9.000 Kubikmeter gestiegen ist. Im Iguazú-Becken fiel mehr als fünfmal so viel Regen wie vorhergesagt. Der Hydrologie-Alarm Nr. 4 der EBY nennt für Montag einen etwas niedrigeren Zufluss von 26.300 Kubikmetern und erwartet für die folgenden Tage 29.000 bis 32.000. Der Oktober liegt damit bisher rund 40 Prozent über dem langjährigen Mittel von 14.400 Kubikmetern pro Sekunde. Wie viele Tore geöffnet wurden, sagt die EBY nicht. Das argentinische Portal Análisis Litoral spricht von allen 18.

Ayala betont, die Öffnung verursache das Hochwasser nicht. Es handle sich um „un fenómeno natural que recibimos“, das sich flussabwärts fortsetze. Ohne den Damm wäre die Wirkung nach seiner Darstellung gleich groß oder größer. Bis Mittwoch rechnet die EBY mit 20 bis 60 Millimetern Regen, örtlich mit bis zu 130 Millimetern, vor allem im Iguazú-Becken und im direkten Einzugsgebiet des Stausees.

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Ayolas über der Überflutungsmarke

Am stärksten betroffen ist Ayolas im Departamento Misiones unterhalb des Damms. Laut ABC Color stand der Fluss am Hafen am Montagmorgen bei 4,53 Metern und damit knapp über der Marke von 4,50 Metern, ab der die Stadt überflutet wird. Die EBY erwartet für die kommenden Tage 5,10 bis 5,60 Meter. Nach ABC hatten bis Sonntagabend 41 Familien ihre Häuser verlassen, am Montagmorgen kamen etwa zehn weitere hinzu. Untergebracht sind sie unter anderem im städtischen Sportzentrum und im Gimnasio Municipal. Die Evakuierung koordiniert José Mutti, den ABC als neu gewählten Bürgermeister bezeichnet. Für den Übergang zwischen Ayolas und dem argentinischen Ituzaingó über den Damm meldet Análisis Litoral eine Sperre bis Samstag, eine zweite Quelle dafür lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Fähren nach Mayor Otaño und Carlos Antonio López eingestellt

Die Prefectura Naval Argentina hat über ihre Dienststelle in Eldorado den Personenverkehr mit Fähren und Booten an fünf Übergängen vollständig unterbrochen, für argentinische wie für paraguayische Boote. Betroffen sind die Verbindungen von Eldorado nach Mayor Otaño und von Pinares nach Carlos Antonio López, beide in Itapúa, sowie die Übergänge von Puerto Mado nach Lomas Valentinas, von Puerto Victoria nach Capitán Urbina und von Puerto Piray nach 7 de Agosto. Begründet wird die Maßnahme mit der stärkeren Strömung und mit Treibgut, die Berichte nennen Abfälle, Wurzelstöcke und Baumreste. La Nación beschreibt die Sperre als unbefristet. Sie soll erst aufgehoben werden, wenn Pegel und Schiffbarkeit wieder sicher sind. Eine Anordnung paraguayischer Behörden erwähnen die gelesenen Berichte nicht, zur Brücke San Roque González zwischen Encarnación und Posadas enthalten sie keine Angaben.

Das Wetter heute in Itapúa

Für Encarnación sagt der Wetterdienst laut ABC Color für Dienstag 17 bis 22 Grad mit verstreutem Regen und vereinzelten Gewittern voraus. La Tribuna nennt 16 bis 22 Grad und erwähnt keine Gewitter. Die Unwetterwarnung vom frühen Dienstagmorgen gilt nach ABC für Concepción, den Norden von San Pedro, Amambay, Canindeyú und Alto Paraguay, Itapúa gehört nicht dazu. Die Warnseite der Wetterdirektion DMH war beim Abruf nicht erreichbar.

Einordnung für Leserinnen und Leser im DACH-Raum

Für Encarnación und die Kolonien an der PY06 ergibt sich aus den Quellen keine unmittelbare Gefahr durch den Fluss. Wer im Norden Itapúas lebt und für Einkäufe, Arztbesuche oder Familienbesuche mit der Fähre nach Misiones in Argentinien übersetzt, muss bis auf Weiteres Umwege über feste Grenzübergänge einplanen. Das gilt auch für Reisende, die die kleinen Übergänge als Abkürzung nutzen. Ernst nehmen sollten die Lage alle, die ein Grundstück am Paraná besitzen oder kaufen wollen. Die EBY hält wegen El Niño weitere Hochwasser bis Dezember für wahrscheinlich, ihr Lagebericht nennt für den Pazifikindex Niño 3.4 eine Abweichung von 2,72 Grad, den zweithöchsten Wert seit 2008. Bei jeder Besichtigung lohnt deshalb die Frage, wie hoch das Wasser in früheren Hochwasserjahren an dieser Stelle stand.

Quellen