ENCARNACIÓN. In Encarnación entsteht ein neues spezialisiertes Zentrum für psychische Gesundheit und Suchterkrankungen. Die Bauarbeiten im Stadtteil Pacú Cuá sind inzwischen zu mehr als 30 Prozent abgeschlossen und liegen nach Angaben der Entidad Binacional Yacyretá sogar vor dem vorgesehenen Zeitplan.
Rund 3,1 Milliarden Guaraní werden in das Projekt investiert. Nach der Fertigstellung soll das Zentrum vom paraguayischen Gesundheitsministerium betrieben werden und Menschen aus Encarnación und dem übrigen Departamento Itapúa zur Verfügung stehen.
Ambulante Hilfe statt stationärer Klinik
Das Konzept ist ausdrücklich auf ambulante Versorgung ausgerichtet. Menschen mit Depressionen, Angststörungen, anderen psychischen Erkrankungen oder problematischem Substanzkonsum sollen dort untersucht, behandelt und längerfristig begleitet werden können.
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Sponsoring-Möglichkeiten ansehenAuch Angehörige sollen Beratung und Unterstützung erhalten.
Das Zentrum ist damit keine psychiatrische Klinik und keine stationäre Entzugseinrichtung. Der Ansatz besteht vielmehr darin, spezialisierte psychiatrische, psychologische und suchtmedizinische Hilfe näher an das alltägliche Lebensumfeld der Betroffenen zu bringen.
Bereits beim Baustart im Mai hatte Gesundheitsministerin María Teresa Barán die Bedeutung dieses Ansatzes hervorgehoben. Ein großer Teil der Menschen mit Suchtproblemen benötige keine langfristige stationäre Aufnahme, sondern könne im Rahmen gemeindenaher Angebote behandelt und begleitet werden.
Psychologie, Psychiatrie und Krisenintervention
Das Gebäude entsteht auf einem 1.200 Quadratmeter großen Grundstück in Pacú Cuá. Die bebaute Fläche beträgt rund 540 Quadratmeter und verteilt sich auf eine Ebene.
Vorgesehen sind unter anderem psychologische und psychiatrische Behandlungsräume, Bereiche für Gruppensitzungen und Krisenintervention, eine Krankenpflegeeinheit und eine Apotheke.
Hinzu kommen Verwaltungsräume, ein Auditorium für Workshops und Veranstaltungen sowie Aufenthalts- und Erholungsbereiche. Bei der Planung wurden nach Angaben der EBY insbesondere Barrierefreiheit und die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Behandlungsangebote berücksichtigt.
Ein Angebot für Patienten und ihre Familien
Psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen betreffen häufig nicht nur die unmittelbar Erkrankten. Deshalb soll die Einrichtung auch Familien in die Betreuung einbeziehen.
Gerade bei länger dauernden psychischen Erkrankungen oder problematischem Substanzkonsum kann die Unterstützung des sozialen Umfelds für den Behandlungsverlauf eine wichtige Rolle spielen.
Das neue Zentrum soll dafür Räume für Beratung, therapeutische Gruppen und die Begleitung von Krisensituationen bereitstellen.
Ausbau der Versorgung außerhalb Asuncións
Besondere Bedeutung erhält das Projekt durch seinen Standort.
Spezialisierte psychiatrische und suchtmedizinische Angebote konzentrieren sich in Paraguay bislang stark auf die Hauptstadt und größere Einrichtungen. Nach Angaben von EBY-Direktor Luis Benítez wird das Zentrum in Encarnación zu den ersten spezialisierten Einrichtungen dieser Art außerhalb Asuncións gehören.
Ganz ohne Angebote beginnt Encarnación allerdings nicht. Psychologische Betreuung gibt es bereits im Hospital Regional, im Hospital General und in verschiedenen Unidades de Salud de la Familia. Auch die Stadt selbst betreibt Programme zur Prävention und Behandlung von Suchterkrankungen.
Das neue Zentrum soll diese bestehende Struktur um eine eigene spezialisierte Einrichtung für psychische Gesundheit und Sucht erweitern.
Fertigstellung möglicherweise früher als geplant
Für die Bauarbeiten war ursprünglich eine Ausführungszeit von 270 Tagen vorgesehen. Nach Änderungen am ursprünglichen Projekt wurde der Umfang erweitert und die Investitionssumme auf rund 3,1 Milliarden Guaraní angepasst.
Bei einer aktuellen Baustellenbesichtigung stellte die EBY einen Fortschritt von mehr als 30 Prozent fest. Die Arbeiten liegen demnach vor dem vertraglichen Zeitplan.
Die Verantwortlichen rechnen derzeit mit einer Fertigstellung gegen Ende 2026 oder in den ersten Monaten des Jahres 2027. Anschließend soll das Gebäude an das Ministerio de Salud Pública y Bienestar Social übergeben werden. Erst danach folgen Ausstattung und Inbetriebnahme.
Quellen
Entidad Binacional Yacyretá, 19. Mai 2026: „Encarnación contará con un Centro de Salud Mental y Adicciones mediante apoyo de Yacyretá“
Itapúa Noticias, 8. September 2026: „Encarnación será la primera en inaugurar su Centro de Atención a Adicciones y Salud Mental“
Municipalidad de Encarnación: Programme für Prävention und Behandlung von Suchterkrankungen