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8. Oktober 2026 · Asunción & Central, Paraguay

Weltbank sieht Paraguay vorn, Entwicklungsbanken wollen privates Kapital für Straßen gewinnen

Gelber Bagger hebt auf einer Baustelle Erde aus
Bagger auf einer Baustelle. Symbolbild. Foto Jamar Penny / Unsplash

Asunción, 8. Oktober 2026. Paraguay gehört nach den neuen Prognosen der Weltbank zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften Lateinamerikas. Zugleich werben die Entwicklungsbanken CAF und BID dafür, den Investment Grade des Landes zu nutzen, um Straßen und andere Infrastruktur stärker mit privatem Sparkapital zu finanzieren. Beide Themen stehen im Vorfeld des Forums der Straßenbaukammer Cavialpa, das am 20. Oktober in Asunción stattfindet.

Weltbank sieht Paraguay über dem Durchschnitt

In ihrem am 6. Oktober veröffentlichten Regionalbericht erwartet die Weltbank für Lateinamerika und die Karibik 2026 ein Wachstum von 2,2 Prozent nach 2,4 Prozent im Vorjahr. Paraguay und El Salvador wachsen laut der Pressemitteilung weiter über dem regionalen Schnitt. Die Nachrichtenagentur AFP, wiedergegeben von La Nación, nennt für Paraguay 4,7 Prozent und für El Salvador 4,5 Prozent. Brasilien und Argentinien kommen demnach auf je 2,1 Prozent, Mexiko auf 1,4 Prozent. Die Pressemitteilung der Weltbank selbst nennt keine Zahl für Paraguay, die Länderübersicht im Bericht ließ sich für diesen Beitrag nicht im Wortlaut prüfen.

Als Risiken nennt der Bericht laut AFP El Niño, der über Dürre oder Starkregen Wasserkraft und Landwirtschaft treffen kann, außerdem schwankende Energiepreise und länger hohe Leitzinsen. Weltbank-Vizepräsidentin Susana Cordeiro Guerra sieht für die Region das Potenzial für „un crecimiento más sólido y ambicioso“.

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Privates Sparkapital für öffentliche Projekte

Wie sich Wachstum in Infrastruktur übersetzen lässt, war Thema bei der Vorstellung des Cavialpa-Forums am Mittwoch, über die ABC Color berichtet. Jorge Srur, Regionalmanager Süd der Entwicklungsbank CAF, sagte „Paraguay es grado de inversión y tiene una gran oportunidad“. Das eigentliche Problem sei langfristige Finanzierung in Landeswährung. Uruguay, Kolumbien und Chile zeigten, wie öffentlich-private Partnerschaften mit privatem Sparkapital finanziert werden können. Die CAF arbeite seit etwa einem Jahr an solchen Instrumenten.

Alonso Chaverri-Suárez, Vertreter der Interamerikanischen Entwicklungsbank BID in Paraguay, warnte vor Einheitslösungen. Je nach Projekt kämen Staatshaushalt, multilaterale Mittel, öffentlich-private Partnerschaften oder Instrumente des Kapitalmarkts in Frage. Als Beispiel nannte er den vom BID unterstützten Corredor Bioceánico. Cavialpa-Präsident Paul Sarubbi sagte, Investmentfonds, multilaterale Geldgeber und Banken schauten inzwischen auf Paraguay, fehlende Infrastruktur bremse aber das Wachstum. Er forderte staatliche Planung über Jahrzehnte.

Rückendeckung kommt aus der Regierung. Javier Giménez, Leiter des Gabinete Civil, verwies laut La Nación darauf, dass Fitch die Bonitätsnote des Landes bestätigt habe, und sprach von einem „doble grado de inversión“. Seine Äußerungen fielen im Zusammenhang mit der Debatte um Ueno Bank und die Bankenaufsicht, über die parapunto gesondert berichtet.

Auf einen Blick

  • Was: 6. Foro & Exposición Cavialpa 2026
  • Wann: 20. Oktober 2026
  • Wo: Gran Teatro der Zentralbank BCP, Asunción
  • Gast: Uruguays früherer Präsident Luis Lacalle Pou

Einordnung für Leserinnen und Leser im DACH-Raum

Für Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bestätigen die Zahlen das Bild eines Landes, das deutlich schneller wächst als seine großen Nachbarn Brasilien und Argentinien. Öffentlich-private Partnerschaften und Finanzierungen über den Kapitalmarkt könnten mittelfristig auch für europäische Bau- und Ingenieurfirmen sowie für Anleger interessant werden. Ob und wann solche Instrumente kommen, ist allerdings offen, konkrete Projekte wurden nicht genannt. Für Auswanderer in Itapúa zeigt sich der Bedarf im Alltag, etwa beim Ausbau der Ruta de los Inmigrantes bei Hohenau. Das von der Weltbank genannte El-Niño-Risiko betrifft mit Landwirtschaft und Wasserkraft zwei Säulen der Wirtschaft im Süden des Landes. Prognosen sind zudem keine Garantie, die Weltbank selbst verweist auf Energiepreise und Zinsen als Unsicherheiten.

Quellen