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13. Oktober 2026 · Itapúa, Paraguay

Soja-Aussaat fast abgeschlossen, doch Dauerregen und fehlende Sonne lassen die Ernte offen

Reihen grüner Sojapflanzen auf einem weiten Feld
Junge Sojapflanzen auf dem Feld. Symbolbild. Foto Kelly Sikkema / Unsplash

Asunción, 13. Oktober 2026. Die Aussaat der Sojasaison 2026/27 ist in Paraguay nahezu beendet. Héctor Cristaldo, Präsident der Unión de Gremios de la Producción (UGP), beziffert den Stand gegenüber ABC Color auf 95 Prozent, einige Regionen lägen noch zurück. Sorgen macht den Produzenten inzwischen weniger die Aussaat als das Wetter danach. Seit Wochen regnet es viel, in manchen Gegenden gab es fast acht Tage ohne Sonne.

Ziel über zwölf Millionen Tonnen

Die erste Schätzung des Sektors geht von 3,6 bis 3,7 Millionen Hektar Soja aus. Die UGP hält an der Erwartung fest, mehr als zwölf Millionen Tonnen zu ernten, Cristaldo selbst nennt das aber „difícil“. Ziel sei ein Ertrag, der mindestens so gut ist wie im Vorjahr. Das Analysehaus StoneX bleibt zurückhaltender und rechnet unverändert mit 11,49 Millionen Tonnen aus Haupternte und Zweitaussaat. Zum Vergleich nannte der Produzentenverband APS bei der offiziellen Eröffnung der Kampagne Anfang September für die Saison 2025/26 eine geschätzte Rekordernte von 11,5 Millionen Tonnen auf rund 3,4 Millionen Hektar. Der landesweite Durchschnitt lag demnach bei 3.374 Kilogramm je Hektar. StoneX erwartet also etwa das Niveau des Rekordjahres, die UGP deutlich mehr.

Zu viel Wasser, zu wenig Licht

Nach Cristaldo hat es in allen Departamentos geregnet, am stärksten in der Región Oriental. In Alto Paraná fielen innerhalb von zwei Tagen rund 100 Millimeter, im Chaco hilft der Regen den Weiden. Cristaldo bringt die Niederschläge mit El Niño in Verbindung. Sie seien erwartet worden, fielen aber sehr lang und sehr heftig aus. Das größte praktische Problem sei derzeit, mit Maschinen auf die Felder zu kommen. Krankheiten seien bisher nicht gemeldet. Er hält die Lage für „manejable“, die Pflanzen bräuchten aber Sonne. Wie die Ernte ausfällt, werde man erst im Dezember wissen.

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Für Itapúa hatte die UGP schon Ende September auf Schwierigkeiten hingewiesen. Kühle Nächte und nasse Böden erschwerten dort laut einem von La Nación wiedergegebenen Bericht das Keimen, auf einzelnen Flächen trat die Umfallkrankheit auf, bei der junge Keimlinge absterben. Der Pflanzenzüchter Mario Cuba vom Unternehmen Inbiotech erklärte, dasselbe sei schon in der vergangenen Saison vorgekommen. Wenige Tage zuvor hatte die Produzentin Blanca Saiki von der Coordinadora Agrícola del Paraguay für ihre Zone in Itapúa noch einen Vorsprung gegenüber früheren Jahren gemeldet und den Stand mit fast 65 Prozent angegeben. Neuere Zahlen speziell für Itapúa lagen bis Redaktionsschluss nicht vor.

Preise erholt, Vorverkäufe gering

Anfang September hatte APS-Präsident Lindemar Cesca noch von Weltmarktpreisen unter Druck, hohen Produktionskosten und schwankenden Wechselkursen gesprochen. Inzwischen haben sich die Preise nach Angaben von ABC Color erholt, und einige Produzenten haben einen Teil der kommenden Ernte vorab verkauft. Cristaldo hält die Menge für nicht bedeutend und den Vorgang für üblich. Konkrete Preise nennen die gelesenen Berichte nicht.

Einordnung für Leserinnen und Leser im DACH-Raum

Landwirtschaftsminister Carlos Giménez nennt Soja eine der wichtigsten Devisenquellen des Landes. Für die Kolonien in Itapúa mit ihren Agrargenossenschaften wie Colonias Unidas ist die Ernte eine zentrale Einnahmequelle, ein guter oder schlechter Sommer wirkt sich auf Händler, Werkstätten und Transportunternehmen in der Region aus. Produzenten der Coordinadora Agrícola warnten bereits im September, dass anhaltender Regen im letzten Quartal unter El Niño auch die Ernte und die Annahme bei den Getreidesammelstellen erschweren könnte. Wer in Paraguay Ackerland kaufen oder pachten will, sollte deshalb nicht nur auf Ertragszahlen achten, sondern auch darauf, wie gut Flächen entwässert und bei Nässe erreichbar sind.

Quellen