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9. Oktober 2026 · Itapúa, Paraguay

Unwetterwarnung für Zentral- und Nord-Itapúa, Yacyretá erwartet Hochwasser bis Dezember

Fluss mit braunem, schlammigem Hochwasser nach starken Regenfällen
Fluss mit schlammigem Hochwasser nach starkem Regen. Symbolbild. Foto engin akyurt / Unsplash

Encarnación, 9. Oktober 2026. Auch am Freitag kommt Paraguay nicht zur Ruhe. Die Wetterbehörde DMH hat ihre Warnung am frühen Morgen erneuert und rechnet mit Starkregen, Gewittern, mäßigen bis starken Böen und einer hohen Wahrscheinlichkeit für Hagel. Schweres Wetter sei örtlich vor allem im Lauf des Vormittags möglich. In Itapúa gilt die Warnung nach übereinstimmenden Angaben von ABC Color und Última Hora diesmal nur für das Zentrum und den Norden des Departamentos. Der Süden mit Encarnación wird nicht genannt. Am Donnerstag hatte die Warnung laut La Nación noch ganz Itapúa umfasst.

Welche Gebiete betroffen sind

ABC Color zählt neben Asunción 17 Departamentos auf, darunter Alto Paraná, Central, Caazapá und Guairá sowie jeweils Zentrum und Norden von Misiones und Ñeembucú. Última Hora nennt dieselben Gebiete, Asunción fehlt in ihrer Liste allerdings. Ob die Hauptstadt im aktuellen Hinweis enthalten ist, ließ sich nicht klären, da die Seiten der DMH bei unserer Recherche nicht erreichbar waren. Laut ABC Color wurde die Warnung kurz nach 6.20 Uhr Ortszeit herausgegeben, ein genaues Ende nennt keine der Quellen. Für Encarnación erwartet die DMH laut La Nación am Freitag gelegentlichen Regen und am Samstag vereinzelte Schauer. ABC Color nennt für die Stadt Höchstwerte von 23 bis 24 Grad.

Paraná in Ayolas an der Alarmmarke

Angespannt bleibt die Lage am Paraná unterhalb des Yacyretá-Damms. Die Entidad Binacional Yacyretá (EBY) erwartet in ihrem Alerta Hidrológico Nr. 2 vom Donnerstag für Puerto Ayolas Pegelstände von 4,20 bis 4,30 Metern. Bei 4,20 Metern beginnt dort die Alarmstufe, ab 4,50 Metern wird der Ort überflutet. Gemessen wurden am Donnerstag laut Diario HOY und ABC Color 4,18 Meter, ein weiterer Bericht von ABC Color nennt 4,20 Meter. HOY bezeichnet die Marke von 4,20 Metern als „cota de emergencia“, die EBY als Alarmmarke. Den Zufluss zum Stausee beziffert die EBY für Donnerstag auf rund 22.000 Kubikmeter pro Sekunde, für die Folgetage auf 23.000 bis 24.500. Schon im September lag er 37 Prozent über dem langjährigen Mittel. Die Prognose reicht nur bis Montag.

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In Ayolas hat das örtliche Krisenkomitee laut ABC Color rund 24 Familien in Notunterkünfte gebracht, viele weitere verließen ihre Häuser auf eigene Faust. Ab Freitag gibt es drei Mahlzeiten am Tag aus Gemeinschaftsküchen, getragen vom Katastrophenschutz SEN, der Gobernación de Misiones und der Gemeinde. Am Wochenende beginnt der Aufbau von 50 Behelfshäusern. Laut ABC Color wird über das Wochenende mit mehr als 4,40 Metern gerechnet, das läge über der EBY-Prognose. Die Marinepräfektur geht laut HOY von 700 bis 900 möglicherweise betroffenen Familien aus und plant mit Szenarien bis sechs Meter, angelehnt an das Hochwasser von 1983. Das sind Planungsannahmen, keine Vorhersage. Für Encarnación selbst fanden sich keine Pegelangaben. Am gegenüberliegenden Ufer in Posadas lag der Fluss laut dem argentinischen Sender Radio Cataratas am Mittwoch bei 10,01 Metern, die Alarmstufe beginnt dort bei 11 Metern.

El Niño als Treiber

Die EBY verweist ausdrücklich auf El Niño. Dessen Indizes deuteten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Hochwasserereignisse im Quartal Oktober bis Dezember 2026 hin. Eine AFP-Meldung in ABC Color stützt diese Einschätzung. Die Weltorganisation für Meteorologie erwartet demnach, dass sich El Niño bis zu einem Höhepunkt im Dezember weiter verstärkt und zu den stärksten seit 1950 gehören könnte. Dass das Phänomen bis Februar 2027 anhält, sei praktisch sicher. Die Originalmitteilung der WMO konnten wir nicht einsehen. Die Regierung hat parallel eine Informationskampagne gestartet, die laut Itapúa Noticias vor allem vor Sturzfluten warnt. Die Behörden raten, bei Unwetter nicht zu reisen und überflutete Stellen nicht zu durchqueren.

Einordnung für Leserinnen und Leser im DACH-Raum

Ob die deutschsprachig geprägten Kolonien entlang der Ruta PY06 im heutigen Warngebiet liegen, lässt sich aus den Listen nicht genau ablesen, weil die DMH nur grobe Teilräume nennt. Landwirte in Hohenau, Obligado und Bella Vista behalten deshalb am besten die lokalen Meldungen im Blick, zumal die Hagelgefahr ausdrücklich hoch eingestuft ist. Die Aussicht der EBY auf Hochwasser bis Dezember betrifft vor allem tief gelegene Ufergebiete flussabwärts des Damms wie Ayolas. Wer Reisen an den Paraná plant oder dort Grundstücke prüft, sollte die Hochwasserlinien kennen. Das ist eine Empfehlung der Redaktion, keine behördliche Vorgabe. Aktuelle Warnungen verbreitet der Katastrophenschutz SEN über seine App SATSEN.

Quellen