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11. Oktober 2026 · Alto Paraná, Itapúa

Itaipú erwartet ab heute wieder steigenden Paraná, in Ayolas haben 43 Familien ihre Häuser verlassen

Braunes, schlammiges Flusswasser nach starkem Regen, das über das Ufer tritt
Nach tagelangem Regen führt der Paraná viel Wasser, Itaipú rechnet mit einem weiteren Anstieg. Symbolbild. Foto engin akyurt / Unsplash

Ciudad del Este, 11. Oktober 2026. Nach einer kurzen Atempause rechnet das Wasserkraftwerk Itaipú ab diesem Sonntag wieder mit steigenden Pegeln am Río Paraná. Flussabwärts in Ayolas haben nach Angaben des örtlichen Notfallausschusses bereits 43 Familien ihre Häuser verlassen. In der Nacht galt zudem eine Gewitterwarnung, die auch den Norden und das Zentrum von Itapúa einschloss. parapunto hatte am 10. Oktober über die Lage in Itapúa und Ayolas berichtet, dieser Beitrag ergänzt die seither bekannt gewordenen Angaben.

Itaipú rechnet bis Montag mit rund 111 Metern

Laut einem Bericht von 1000 Noticias vom Samstagabend hat Itaipú die Uferbewohner in Alto Paraná am Wochenende vor dem Hochwasser gewarnt. Wegen der Regenfälle in den Einzugsgebieten von Iguazú und Paraná steige der Durchfluss ab Sonntag allmählich an. An der Freundschaftsbrücke solle der Pegel von 109,47 Metern über dem Meer bis Montag auf etwa 111 Meter klettern. Itaipú selbst und La Nación hatten am 9. Oktober noch 109,17 Meter genannt und für die folgenden Tage eine Spanne bis 112 Meter, ABC Color bis 112,5 Meter. Die Technikdirektion von Itaipú erwägt laut 1000 Noticias, den Stausee leicht abzusenken, um Raum für die Hochwasserspitze zu schaffen.

Bei der Zahl der umgesiedelten Familien im Barrio San Rafael gehen die Angaben auseinander. Itaipú meldete am 9. Oktober 23 Familien, wobei laut La Nación nur sechs Häuser tatsächlich unter Wasser standen. 1000 Noticias nennt am Samstag etwa 41 Familien, ohne die höhere Zahl zu belegen. Derlis Gauto, Berater für soziale Verantwortung bei Itaipú, hatte gegenüber La Nación erklärt, in der kommenden Woche könne der Fluss bis auf 116 oder 117 Meter steigen und die Umsiedlungen würden dann ab Donnerstag fortgesetzt. Das ist eine Einschätzung, keine veröffentlichte Prognose.

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Ayolas knapp unter der Überflutungsmarke

In Ayolas im Departamento Misiones stand der Paraná laut ABC Color am Samstag bei 4,36 Metern, in den nächsten Tagen könnten es 4,40 Meter werden. Die Alarmstufe liegt bei 4,20 Metern, ab 4,50 Metern wird die Stadt überflutet. Der Notfallausschuss COE zählte nach ABC Color 43 Familien, die ihre Häuser verlassen haben. 22 davon mit rund 117 Personen wurden aus dem Barrio San José Mí evakuiert, etwa 21 weitere kamen bei Angehörigen oder Bekannten unter. Untergebracht sind die Evakuierten in vier provisorischen Lagern, darunter das städtische Polideportivo. In der Nacht zum Samstag hatte La Tribuna noch von mehr als 30 Familien gesprochen, die Zahlen stammen also von unterschiedlichen Zeitpunkten.

Die Entidad Binacional Yacyretá hatte in ihrem Hydrologie-Alarm vom 8. Oktober für Ayolas 4,20 bis 4,30 Meter bis Montag vorhergesagt, ein Wert, den der Fluss inzwischen überschritten hat. Neuere Tagesberichte als jener vom 9. Oktober waren am Sonntagmorgen auf der Website der EBY nicht abrufbar. Damals lag der Zufluss bei 24.100 Kubikmetern pro Sekunde, über den Aña-Cuá-Arm wurden 8.900 Kubikmeter pro Sekunde abgegeben, der Hauptüberlauf blieb geschlossen. Für Encarnación weist die Pegeltabelle der Wetterdirektion DMH mit Stand 9. Oktober 9,95 Meter aus, sechs Zentimeter weniger als am Vortag. Der Wasserstand dort hängt weitgehend vom Betrieb des Yacyretá-Kraftwerks ab.

Gewitterwarnung in der Nacht

Die DMH gab laut ABC Color in der Nacht zum Sonntag um 0.39 Uhr eine Warnung vor Gewittern, starken Böen und vereinzeltem Hagel heraus. Sie betraf die frühen Morgenstunden in neun Departamentos, darunter den Norden und das Zentrum von Itapúa. Encarnación war nicht ausdrücklich genannt. Bereits am Samstagmorgen hatte die DMH mit dem Aviso Nr. 1085 vor Gewittern im Osten und Süden Itapúas sowie in weiten Teilen von Alto Paraná gewarnt, wie RDN berichtete. Meteorologin Ana Pereira hielt dort örtlich mehr als 50 Millimeter Regen im Norden und Osten der Region Oriental für möglich. Schadensmeldungen aus Itapúa fanden sich in den bis Sonntagmorgen gesichteten Regionalmedien nicht. Die Warnseite der DMH war beim Abruf nicht erreichbar, ein offizielles Ende der Warnung ließ sich daher nicht prüfen. Für Montag sagt die DMH für Asunción vereinzelte Gewitter voraus.

Einordnung für Leserinnen und Leser im DACH-Raum

Für Encarnación und die Kolonien entlang der PY06 wie Hohenau, Obligado und Bella Vista ergibt sich aus den vorliegenden Daten keine neue Gefährdung durch den Fluss. Anders sieht es für Eigentümer von Grundstücken und Wochenendhäusern in Ufernähe zwischen Ciudad del Este und Ayolas aus. Die EBY rechnet wegen El Niño bis Dezember mit Hochwasserlagen, der Index für den Pazifik lag nach ihren Angaben Ende September so hoch wie zuletzt im November 2015. Wer am Paraná ein Grundstück kaufen möchte, sollte sich deshalb die historischen Höchststände nennen lassen und prüfen, ob die Parzelle unterhalb der kritischen Marken liegt. Angler und Reisende mit Ziel Ayolas sollten sich vor der Abreise beim örtlichen COE oder der Gemeinde nach der Lage erkundigen.

Quellen