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16. September 2026 · Itapúa

Dorado und Boga ziehen den Paraná hinauf: Paraguay verstärkt Fischereikontrollen

Mitarbeiter des paraguayischen Umweltministeriums MADES kontrollieren die Fischerei während der aktuellen Wanderung von Dorados und Bogas. Die Überwachung wurde unter anderem auf dem Río Paraná verstärkt, um die wandernden Fischbestände zu schützen. Foto: MADES Paraguay.
Mitarbeiter des paraguayischen Umweltministeriums MADES kontrollieren die Fischerei während der aktuellen Wanderung von Dorados und Bogas. Die Überwachung wurde unter anderem auf dem Río Paraná verstärkt, um die wandernden Fischbestände zu schützen. Foto: MADES Paraguay.

Itapúa, 16. September 2026. Im Paraná ist derzeit ein besonderes Naturschauspiel zu beobachten. Große Schwärme von Dorados und Bogas bewegen sich flussaufwärts. Das paraguayische Umweltministerium MADES hat deshalb die Kontrollen auf den großen Flüssen des Landes verstärkt.

Die Wanderung ist Teil des natürlichen Lebenszyklus der Fische und spielt für die Fortpflanzung und den Erhalt der Bestände eine wichtige Rolle.

Kontrolliert wird auch auf dem Río Paraná und damit entlang der Grenze von Itapúa zu Argentinien.

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Fischer werden stärker kontrolliert

Mitarbeiter der Dirección de Pesca y Acuicultura überprüfen derzeit sowohl Berufsfischer als auch Sportangler.

Kontrolliert werden unter anderem Fischereilizenzen, die Registrierung der Boote, verwendete Fanggeräte und die Einhaltung der vorgeschriebenen Mindestgrößen.

Die Einsätze erfolgen gemeinsam mit der paraguayischen Marinepräfektur.

Nach Angaben des MADES konzentrieren sich die Kontrollen auf den Paraná und den Río Paraguay sowie weitere Gewässer, in denen die wandernden Fischschwärme beobachtet werden.

Warum die Fische jetzt flussaufwärts ziehen

Dorado und Boga gehören zu den charakteristischen Fischarten des Paraná-Systems.

Der Dorado, wissenschaftlich Salminus brasiliensis, ist insbesondere für seine ausgeprägten Wanderbewegungen bekannt. Die Tiere legen im Flusssystem beträchtliche Distanzen zurück.

Solche Wanderungen hängen mit Nahrungsangebot, Wasserbedingungen und Fortpflanzungszyklen zusammen.

Gerade größere Ansammlungen machen die Tiere allerdings auch besonders anfällig für intensive Befischung. Wenn sich viele Fische auf engem Raum konzentrieren, können in kurzer Zeit erhebliche Mengen gefangen werden.

Deshalb überwachen die Behörden solche Situationen besonders aufmerksam.

Auch auf argentinischer Seite reagieren die Behörden

Die Fischwanderung ist kein rein paraguayisches Phänomen.

Auf der argentinischen Seite des Paraná wurden in den vergangenen Tagen außergewöhnlich große Ansammlungen von Fischen beobachtet. In der Provinz Corrientes reagierten die zuständigen Behörden deshalb mit zeitweiligen außerordentlichen Einschränkungen der Fischerei.

Die grenzüberschreitende Dimension ist für den Paraná entscheidend. Fischbestände halten sich naturgemäß nicht an Staatsgrenzen.

Genau deshalb trafen sich Vertreter Paraguays und Argentiniens erst am 11. September im argentinischen Ituzaingó im Rahmen des Consejo Asesor der Comisión Mixta del Río Paraná, COMIP.

Dabei ging es ausdrücklich um den Schutz gemeinsam genutzter Fischbestände und um eine nachhaltigere Fischerei im Paraná. An den Gesprächen beteiligten sich neben MADES unter anderem Vertreter der paraguayischen Marine, der Außenministerien sowie Akteure aus Sportfischerei und Tourismus.

Noch gilt keine allgemeine Veda

Für Fischer in Itapúa ist eine Unterscheidung besonders wichtig.

Die derzeit verstärkten Kontrollen bedeuten nicht, dass auf paraguayischer Seite bereits die reguläre jährliche Fischereisperre, die sogenannte veda pesquera, begonnen hat.

Während der Veda werden kommerzielle und sportliche Fischerei zum Schutz der Fortpflanzungsperiode weitgehend untersagt.

Die jetzt laufenden Maßnahmen sind dagegen Kontrollen innerhalb der grundsätzlich weiterhin zulässigen Fischerei. Lizenzen, Fangmethoden, Mindestgrößen und weitere gesetzliche Bestimmungen müssen eingehalten werden.

Wann die Veda für die Saison 2026/27 genau beginnt und welche Zeiträume für die unterschiedlichen Grenzgewässer gelten, muss MADES für die kommende Saison gesondert festlegen.

Der Paraná ist auch ein wirtschaftlicher Lebensraum

Für Itapúa besitzt die Fischwanderung nicht nur ökologische Bedeutung.

Entlang des Paraná gehören Berufsfischerei und insbesondere Sportfischerei auch zur lokalen Wirtschaft. Angelwettbewerbe und Fischereitourismus ziehen regelmäßig Teilnehmer aus Paraguay, Argentinien und anderen Ländern in die Region.

Bella Vista und andere Orte entlang des Flusses haben eine lange Tradition solcher Veranstaltungen.

Damit treffen unterschiedliche Interessen aufeinander: Schutz der Fischbestände, traditionelle Fischerei, Sportfischerei und touristische Nutzung.

Langfristig hängen sie jedoch voneinander ab. Ohne stabile Fischbestände verliert auch die wirtschaftliche Nutzung des Flusses ihre Grundlage.

Ein gemeinsamer Fluss braucht gemeinsamen Schutz

Die gegenwärtige Wanderung von Dorado und Boga macht besonders deutlich, warum der Schutz des Paraná nicht allein national organisiert werden kann.

Ein Fisch, der heute vor Itapúa schwimmt, kann zuvor Hunderte Kilometer durch argentinische Gewässer zurückgelegt haben und seine Wanderung anschließend weiter flussaufwärts fortsetzen.

Paraguay und Argentinien teilen deshalb nicht nur einen Fluss.

Sie teilen auch dessen Fischbestände.

Die verstärkten Kontrollen des MADES sind damit Teil einer größeren Aufgabe: den Paraná als zusammenhängenden Lebensraum zu behandeln und nicht lediglich als Grenze zwischen zwei Staaten.

Quellen

Ministerio del Ambiente y Desarrollo Sostenible (MADES), 15. September 2026: MADES custodia migración de cardúmenes y refuerza controles de pesca

Ministerio del Ambiente y Desarrollo Sostenible (MADES), 11. September 2026: MADES participa de reunión del Consejo Asesor de la COMIP y workshop sobre pesca sostenible