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17. Oktober 2026 · Bella Vista, Itapúa

Balsa von Bella Vista fällt wohl noch einen Monat aus, Anleger und Rallye-Strecke stehen unter Wasser

Gebäude auf einem Steg an einem breiten, schlammig braunen Fluss, davor ein festgemachtes Boot
Anleger an einem Hochwasser führenden Fluss. Symbolbild. Foto Tolla / Unsplash

Bella Vista, 17. Oktober 2026. Die Fährverbindung zwischen Bella Vista und Puerto Maní in der argentinischen Provinz Misiones ruht seit Montag, und ein Ende ist nicht in Sicht. Nach Angaben des Fährbesitzers Hernán Morel liegt der Paraná dort mindestens vier Meter über dem gewohnten Stand. Das Wasser hat den Anleger, den Strand und das Kundenbüro der Balsa überflutet. Auch die Uferstraße, die beim Mundial de Rally als Wertungsprüfung diente, steht laut ABC Color vollständig unter Wasser.

Reparatur statt bloßem Abwarten

Morel rechnet nicht damit, dass ein sinkender Pegel allein genügt. „No será suficiente con que baje el río“, sagte er ABC Color. Nötig sei eine umfassende Instandsetzung des Anlegers, die nach seiner Einschätzung möglicherweise einen weiteren Monat dauert. Die Strömung erreiche derzeit rund 20 Kilometer pro Stunde, üblich seien fünf bis sieben. Hilfe, um wenigstens Unterlagen und Einrichtung aus dem Büro zu bergen, habe er nicht erhalten.

Die Zeitung Hoy berichtet zusätzlich, dass der Stützpunkt der Prefectura Naval in Bella Vista kurz davor stehe, ebenfalls überflutet zu werden. Bereits am 13. Oktober hatte Kapitän Livio Duarte, Kommandant des Marinebereichs Itapúa, Bella Vista als kritischsten Punkt im Departamento bezeichnet. Am argentinischen Ufer gebe es keine sicheren Stellen zum Festmachen.

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Alle acht Flussübergänge bleiben zu

Seit dem 13. Oktober sind in Absprache mit den argentinischen Behörden sämtliche internationalen Flussquerungen zwischen Itapúa und Misiones gesperrt. Betroffen sind Capitán Meza, Samu’u, Campichuelo, Carlos Antonio López, Triunfo, 7 de Agosto, Ape Aime und Bella Vista. ABC Color nannte damals eine Dauer von mindestens zehn Tagen, gerechnet ab dem 13. Oktober wäre das etwa der 23. Oktober. Im jüngsten Bericht vom 16. Oktober fehlt ein Datum. Die Übergänge sollen erst wieder öffnen, wenn der Pegel sinkt und die Überschwemmungen an beiden Ufern zurückgehen. Lastkähne und Schlepper dürfen weiter fahren, die Sperre betrifft nur den Grenzverkehr.

Einziger Weg nach Argentinien bleibt damit nach den vorliegenden Berichten die Brücke San Roque González zwischen Encarnación und Posadas. Wer sonst in Bella Vista übersetzt, fährt laut ABC Color mehr als 50 Kilometer bis Encarnación. Über die Balsa liefen bisher 100 bis 150 Fahrzeuge am Tag, nach Angaben von Hoy vor allem von Brasilianern und ihren Nachkommen. Die Migrationsbehörde zählte 2025 an den Flusshäfen Itapúas insgesamt 137.931 Reisende, rund 68.600 davon allein in Puerto Triunfo bei Natalio.

Was Yacyretá für das Wochenende erwartet

Weiter flussabwärts in Ayolas lag der Paraná am Freitag bei 6,36 Metern, normal sind 1,80 Meter. Auf Grundlage der Daten der Entidad Binacional Yacyretá rechnete ABC Color für Samstag und Sonntag mit 6,40 bis 6,50 Metern und erst für Montag mit einem Rückgang auf 6,30 Meter. Der Notfallausschuss von Ayolas hatte zuvor bis zu sieben Meter für möglich gehalten, räumte aber ein, keine genauen Werte zu haben. Die EBY selbst ging in ihrem Hydrologie-Alarm vom 14. Oktober ab Samstag von stabilen bis leicht sinkenden Zuflüssen aus und erwartete keinen nennenswerten Regen mehr. Eine neuere EBY-Meldung vom 16. Oktober ließ sich für diesen Beitrag nicht abrufen. Die Angaben weichen also voneinander ab, eine spürbare Entspannung zeichnet sich nach den offiziellen Prognosen frühestens zu Wochenbeginn ab.

Einordnung für Leser im DACH-Raum

Für die Colonias Unidas fällt mit der Balsa ein wichtiger Verbindungsweg aus. Für viele Bewohner von Bella Vista, Hohenau und Obligado ist sie der kürzeste Weg nach Misiones und weiter nach Brasilien. Wer in den kommenden Wochen Besuch aus Europa erwartet, der über Argentinien anreist, oder selbst über Posadas fahren will, sollte die Brücke in Encarnación und den Umweg von mehr als 50 Kilometern einplanen. Für Betriebe am Ufer, die vom kleinen Grenzverkehr und vom Tourismus leben, bedeutet ein weiterer Monat ohne Fähre spürbare Einbußen. Vor jeder Fahrt über einen Flusshafen lohnt sich die Nachfrage bei Migraciones oder der Prefectura, ob der Übergang wieder offen ist.

Quellen

  • ABC Color, 16. Oktober 2026, „Crecida del Paraná, balsas inoperativas, cuantiosos daños en puertos y playas de Itapúa“, abc.com.py
  • Hoy, 16. Oktober 2026, „Crecida golpea a Bella Vista, balsas no operan y base naval casi queda bajo agua“, hoy.com.py
  • ABC Color, 13. Oktober 2026, „Crecida del Paraná, inhabilitan todos los pasos fluviales internacionales en Itapúa por al menos diez días“, abc.com.py
  • ABC Color, 16. Oktober 2026, „Yacyretá prevé un leve descenso del río Paraná en Ayolas“, abc.com.py
  • ABC Color, 16. Oktober 2026, „Río Paraná podría alcanzar los 7 metros este fin de semana en Ayolas“, abc.com.py
  • Entidad Binacional Yacyretá, 14. Oktober 2026, Alerta Hidrológico N°06/octubre, eby.gov.py