Encarnación, 27. Oktober 2026. Die Gobernación de Itapúa hat vier weitere Ausdrucksformen regionaler Identität offiziell zu „Tesoros de Itapúa“ erklärt. Gouverneur Javier Pereira Rieve übergab die Resolutionen bei einem Festakt mit Vertretern von Behörden, Gemeinden und Erzeugerkomitees, wie La Tribuna und Itapúa Noticias am Montag berichteten. Ausgezeichnet wurden der Weizen aus Fram, der Carnaval Encarnaceno, das japanische Erbe der Nikkei-Gemeinschaften und die Karotte aus Tomás Romero Pereira.
Vier Resolutionen
- Weizen aus dem Distrikt Fram, Resolution 1043/2026
- Carnaval Encarnaceno, Resolution 1044/2026
- Japanisches Erbe (Legado Japonés), Resolution 1045/2026
- Karotte aus Tomás Romero Pereira, Resolution 1046/2026
Dahinter steht das Projekt „Tesoros Añua“, das die Gobernación mit Begleitung der japanischen Entwicklungsagentur JICA umsetzt, laut La Tribuna mit Unterstützung der Tourismusbehörde Senatur. Nach der Projektseite der Gobernación sollen lebendige Traditionen aus Landwirtschaft, Küche, Handwerk und Einwanderungsgeschichte erfasst und zu einem Netz gastgebender Gemeinden verknüpft werden, aus dem authentische touristische Angebote entstehen.
Aus aussortierten Karotten werden Seife und Gebäck
Hinter den Auszeichnungen stehen konkrete Erzeuger. In Tomás Romero Pereira werden laut La Tribuna jede Woche rund 5.000 Kilo Karotten aussortiert, weil sie nicht den Handelsgrößen entsprechen. Junge Leute und Produzenten verarbeiten sie zu Alfajores, süßem Brot, Säften und Mehl, inzwischen auch zu handgemachter Seife und Körperölen. Die Kosmetikherstellerin Carolina Bordón ist eine von ihnen. In Fram verweist der Weizenproduzent Carlos Tkachik auf die Rolle des Getreides für die Mühlen und die Esstradition des Ortes. Nach La Tribuna hängen an beiden Produkten Hunderte Erzeugerfamilien.
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Bereits zuvor gehörten nach einem Bericht von ABC Color vom September die Chipa aus Coronel Bogado, die Yerba Mate aus Bella Vista, das guaranitische Erbe der Jesuitenreduktionen, der Reis aus Carmen del Paraná und der Honig aus Nueva Alborada zu den Tesoros. Die Projektseite der Gobernación führt zusätzlich das Thema Einwanderer, bislang ohne Inhalte. Eine vollständige amtliche Liste aller Erklärungen mit Datum ist öffentlich nicht zu finden, die Angaben der Quellen decken sich nicht ganz.
Als Schaufenster für die Produkte dient die „Tienda Antena“ an der Avenida Internacional in Encarnación, einen Block vom Zugang zur Brücke nach Posadas entfernt. Die Gobernación eröffnete sie am 24. August während der Rallye-Weltmeisterschaft. Das Gebäude kostete nach ABC Color 500 Millionen Guaraníes, JICA finanzierte die Einrichtung mit 70 Millionen Guaraníes.
Einordnung für den DACH-Raum
Mit dem japanischen Erbe erkennt die Gobernación erstmals ausdrücklich die Kultur einer Einwanderergemeinschaft als Teil der Identität Itapúas an. Für die Nachfahren deutschsprachiger Siedler in Hohenau, Obligado, Bella Vista und anderen Kolonien liegt die Frage nahe, ob ihr Erbe ebenfalls einen Platz in der Reihe findet. Das angekündigte Thema Einwanderer wäre der naheliegende Ort dafür, Inhalte gibt es dazu aber noch nicht. Für Reisende ist die Tienda Antena am Brückenkopf ein praktischer erster Halt, um regionale Produkte kennenzulernen. Kleinbetriebe und Genossenschaften können den Titel in der Vermarktung nutzen. Ob daraus mehr wird als eine Auszeichnung, hängt davon ab, ob Touren, Verkaufsstellen und Gastgeberangebote tatsächlich entstehen.
Quellen
- La Tribuna, 26. Oktober 2026, Declaran tesoros de Itapúa al trigo y a la zanahoria
- Itapúa Noticias, 26. Oktober 2026, Itapúa reconoce cuatro tesoros de su identidad regional
- ABC Color, 25. September 2026, Buscan promover el turismo de los Tesoros de Itapúa
- Gobernación de Itapúa, Projektseite, Tesoros de Itapúa