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26. Oktober 2026 · Paraguay

Bioquímicos streiken bis Mittwoch, staatliche Labore nehmen keine ambulanten Analysen an

Sechs Röhrchen mit Blutproben in einem Laborständer
Während des Streiks nehmen die Labore des Gesundheitsministeriums keine ambulanten Proben an. Symbolbild. Foto National Cancer Institute / Unsplash

Asunción, 26. Oktober 2026. In den Laboren der staatlichen Gesundheitsversorgung hat am Montag ein dreitägiger Streik begonnen. Die Gewerkschaft Unión de Bioquímicos del Paraguay (UBP) legt die Arbeit bis einschließlich Mittwoch, 28. Oktober, nieder. Zuvor waren zwei Gesprächsrunden mit dem Gesundheitsministerium und dem Arbeitsministerium ohne Ergebnis geblieben, die zweite am 20. Oktober. Ambulante Laboraufträge werden in den Einrichtungen des Ministeriums in dieser Zeit nicht angenommen.

Was trotz Streik weiterläuft

Das Gesundheitsministerium (MSPBS) hat mit der Resolution S.G. Nr. 847/2026 festgelegt, welche Laborleistungen an allen drei Tagen in sämtlichen eigenen Einrichtungen gesichert sein müssen. La Nación zählt zehn Bereiche auf. Dazu gehören die Labore der Notaufnahmen, die Versorgung stationärer Patienten, die Intensivstationen für Erwachsene, Kinder und Neugeborene, Untersuchungen vor Operationen und bei chirurgischen Notfällen, Transfusionsmedizin und Blutbanken, Geburtshilfe und Kreißsäle, die Kontrolle von Dialysepatienten, Chemotherapie und Onkologie, Gewebetypisierung für Transplantationen sowie infektiologische und epidemiologische Notfälle. Hinzu kommt jeder weitere Bereich, dessen Ausfall Patienten gefährden würde. Verantwortlich für die Umsetzung sind die Leitungen der 18 Gesundheitsregionen, der Krankenhäuser und der Labore, also auch die VII. Gesundheitsregion in Itapúa.

Die Gewerkschaft hatte selbst angekündigt, Notaufnahmen, stationäre Patienten und Intensivstationen weiter zu versorgen. Ausgesetzt sind dagegen Routinekontrollen und ambulante Analysen. Gewerkschaftssprecherin Natalia Zarza sagte gegenüber ABC Color, „durante la huelga no se va a tomar ningún pedido ambulatorio“. Für Montagmorgen war eine Kundgebung vor dem Ministerium in Asunción angekündigt. ABC Color nannte dafür 7 Uhr und einen anschließenden Marsch zum Wirtschaftsministerium und zum Kongress, OviedoPress 8 Uhr.

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Worum es in dem Konflikt geht

Im Kern geht es um das Gehalt. Nach Angaben der Gewerkschaft verdienen die meisten Bioquímicos im Ministerium pro Anstellung rund 4,3 Millionen Guaraníes brutto und etwa 3,5 Millionen netto. Gefordert wird eine Erhöhung um zwei Millionen Guaraníes pro Anstellung. Die Gehaltstabelle sei seit 14 Jahren nicht angepasst worden, berichtet OviedoPress. Außerdem verlangt die UBP mehr Personal, den Abschluss laufender Ernennungen und eine verlässliche Versorgung mit Reagenzien. Bei der Zahl der Betroffenen gehen die Angaben auseinander. ABC Color zitiert die Gewerkschaft mit 1.554 Bioquímicos im Ministerium und das Ministerium mit 1.572, OviedoPress spricht von rund 1.600.

Das Ministerium erkennt das Streikrecht an, sieht im laufenden Haushaltsjahr aber keinen Spielraum für eine Erhöhung. Laut ABC Color schlägt das Wirtschaftsministerium vor, eine Anpassung ab April des kommenden Jahres zu prüfen. Nach OviedoPress wäre ein Nachtrag im Haushalt 2027 denkbar, der jedoch die Zustimmung des Wirtschaftsministeriums bräuchte. Die Gewerkschaft sieht das anders. „No hubo ningún ofrecimiento de parte del ministerio“, sagte Zarza laut OviedoPress.

Auf einen Blick

  • Streik von Montag, 26., bis Mittwoch, 28. Oktober 2026
  • Betroffen sind die Labore der Einrichtungen des Gesundheitsministeriums im ganzen Land
  • Keine Annahme ambulanter Laboraufträge und keine Routinekontrollen
  • Notaufnahme, stationäre Versorgung, Intensivstation, Geburtshilfe, Dialyse, Onkologie und Blutbanken laufen weiter
  • Die gelesenen Berichte beziehen sich ausschließlich auf das Netz des Ministeriums, eine Beteiligung des IPS wird nicht erwähnt

Einordnung für Leser aus dem DACH-Raum

Wer in Paraguay lebt und sich über das staatliche Netz versorgen lässt, etwa in einem Hospital Regional oder einer Unidad de Salud Familiar, sollte geplante Blutuntersuchungen auf die Zeit ab Donnerstag verschieben oder ein privates Labor wählen. Wer über das IPS oder eine private Krankenversicherung abgesichert ist, ist nach den vorliegenden Berichten nicht betroffen, weil sich der Streik gegen das Gesundheitsministerium richtet. Der Konflikt zeigt zugleich, wie knapp das öffentliche Gesundheitswesen ausgestattet ist. Nach OviedoPress sind Labore in manchen Orten im Landesinneren nur montags, mittwochs und freitags geöffnet. Wer neu ins Land kommt, sollte diese Lücken bei der Wahl von Wohnort und Krankenversicherung mitbedenken.

Quellen