PARAPUNTO Radio Demo
Beispielmusik · noch kein Live-Sender
Sendeplan & mehr →
Paraguay heute … Asunción … Encarnación … Hohenau … Ciudad del Este … Chaco … 1 EUR = … 1 USD = …

13. Oktober 2026 · Paraguay

China sanktioniert Paraguays Technologieminister Villate wegen Taiwan, er will die gemeinsamen Projekte nun beschleunigen

Nahaufnahme von Lüftern an Servern in einem Rechenzentrum
Server in einem Rechenzentrum. Symbolbild. Foto Winston Chen / Unsplash

Asunción, 13. Oktober 2026. Das chinesische Außenministerium hat Sanktionen gegen Gustavo Villate verhängt, Paraguays Minister für Informations- und Kommunikationstechnologie (MITIC). Dieselben Maßnahmen treffen den Außenminister von Belize, Francis Fonseca. Peking begründet sie mit der Unterstützung beider Politiker für die diplomatischen Beziehungen ihrer Länder zu Taiwan. Paraguay gehört zu den wenigen Staaten, die Taiwan anerkennen und nicht die Volksrepublik China. Nach AFP hat Taiwan weltweit noch zwölf diplomatische Verbündete.

Was die Sanktionen bedeuten

Nach Angaben der Agentur EFE, die ABC Color und Última Hora übernommen haben, stützt sich die Maßnahme auf das chinesische Gesetz gegen ausländische Sanktionen. Sie ist als Dekret Nr. 21 seit dem 12. Oktober in Kraft und umfasst drei Punkte. Bewegliches und unbewegliches Vermögen Villates in China wird eingefroren, chinesischen Organisationen und Personen sind Geschäfte und jede Zusammenarbeit mit ihm untersagt, und er erhält weder ein Visum noch die Einreise nach Festlandchina, Hongkong und Macau.

Außenamtssprecherin Mao Ning sagte nach AFP, einige Politiker in Paraguay und Belize seien „peones de las autoridades taiwanesas“, die Strafe solle anderen als Warnung dienen. Laut EFE warf sie Villate außerdem vor, die Insel besucht, „Separatisten“ empfangen und falsche Informationen über chinesische Cyberangriffe verbreitet zu haben. Hintergrund ist ein Streit seit Juli, als Paraguay und die USA China Angriffe auf paraguayische Staatssysteme vorwarfen. Peking weist das als unbegründet zurück. Die Sanktionen wurden zwei Tage nach dem taiwanischen Nationalfeiertag bekannt, zu dem Villate Taiwans Bevölkerung und Regierung öffentlich gratuliert hatte.

Anzeige

Sichtbar werden in Paraguay

Sponsoring-Plätze für Unternehmen, die genau in Paraguay bekannt werden wollen.

Sponsoring-Möglichkeiten ansehen

Villate gibt sich unbeeindruckt

Villate reagierte noch am Montag auf der Plattform X. „Ninguna sanción externa condiciona nuestras decisiones“, schrieb er und kündigte an, die gemeinsamen Vorhaben mit Taiwan zu beschleunigen. Genannt werden das Projekt Yguazú Digital, der Technologiepark, die Polytechnische Universität UPTP und das Vorhaben HIS. Gegenüber ABC Color sprach er von einer „medalla de honor“ und sagte, er habe mit Präsident Santiago Peña noch nicht über die Sanktionen gesprochen. Peñas Vorgabe sei aber, die Zusammenarbeit mit Taiwan zu beschleunigen. Laut dem Portal Reporte Asia sieht Villate den Auslöser vor allem im binationalen Rechenzentrum in Chaco’i und in Gesprächen mit dem taiwanischen Elektronikkonzern Foxconn über eine Beteiligung an Yguazú Digital.

Taiwans Außenministerium und Botschaft verurteilten das Vorgehen Pekings, die Haltung sei „reprochable“ und die Methoden „despreciables“. Ob Paraguays Außenministerium offiziell reagiert hat, ist unklar. Reporte Asia berichtet, die Cancillería habe die Sanktionen zurückgewiesen und Taiwan ihre feste Unterstützung zugesichert. Auf der Website des Ministeriums war bis Dienstagmorgen keine entsprechende Mitteilung zu finden, und die übrigen gelesenen paraguayischen Medien erwähnen keine. Eine Stellungnahme von Präsident Peña lag ebenfalls nicht vor.

Einordnung für Leserinnen und Leser im DACH-Raum

Für deutschsprachige Unternehmer und Investoren in Paraguay ändern die Sanktionen zunächst wenig, denn sie richten sich gegen eine Person und nicht gegen Firmen oder den Handel. Sie zeigen aber, dass Peking den Druck auf Asunción gezielt dort erhöht, wo Paraguay mit Taiwan wirtschaftlich am meisten vorhat, bei Rechenzentren, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz. Wer in diesem Bereich investiert oder mit Partnern aus Taiwan oder China arbeitet, sollte die politische Dimension im Blick behalten. Die Regierung Peña hat sich bisher klar für Taiwan entschieden. Der Präsident besuchte Taipeh in diesem Jahr und nennt Taiwan nach AFP einen „socio fundamental“. Ein Kurswechsel ist aus den vorliegenden Quellen nicht erkennbar.

Quellen