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9. Oktober 2026 · Itapúa

Hospital General de Itapúa behandelt erstmals eine chronische Wunde mit Bioprinting

Probenverarbeitung in einem medizinischen Labor
Probenverarbeitung in einem medizinischen Labor, nicht im Hospital General de Itapúa. Symbolbild. Foto Testalize.me / Unsplash

Itapúa, 9. Oktober 2026. Im Hospital General de Itapúa (HGI) ist erstmals eine chronische Hautwunde mit einem biologisch gedruckten Pflaster behandelt worden. Darüber berichtet das Regionalmedium Itapúa Noticias unter Berufung auf das Krankenhaus. Das Material stammt von der Patientin selbst. Aus ihrem Fettgewebe entstand ein Pflaster, das passgenau in der Form der Wunde gedruckt und anschließend aufgelegt wurde. Es soll die Neubildung der Haut anregen und die Heilung unterstützen.

Der Fall

Behandelt wurde eine 36 Jahre alte Frau aus Alto Verá. Ihre Wunde steht nach Angaben des Krankenhauses im Zusammenhang mit einer chronischen Veneninsuffizienz, also einer Schwäche der Beinvenen, bei der das Blut schlechter zum Herzen zurückfließt. Zunächst untersuchte sie die Gefäßchirurgie des HGI. Den Eingriff führten Gefäßchirurgie und Plastische Chirurgie gemeinsam aus, mit technischer Unterstützung eines Partners namens Biothec und in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium. Die Patientin habe sich gut erholt und sei nach Hause entlassen worden, wo sie die Genesung fortsetzt.

Für das HGI ist es der erste Fall dieser Art, für das Departamento Itapúa nach Angaben des Krankenhauses der zweite. Eine ähnliche Behandlung habe es zuvor bereits in Hohenau gegeben. Wann und in welcher Einrichtung das war, geht aus dem Bericht nicht hervor, und in anderen Medien fand sich dazu bei unserer Recherche nichts. Auch die Namen der behandelnden Ärzte, das Datum des Eingriffs und mögliche Kosten werden nicht genannt. Was Biothec genau ist, ein Unternehmen, ein Labor oder eine Stiftung, ließ sich nicht klären.

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Was hinter der Technik steckt

Beim Bioprinting arbeiten Drucker nicht mit Kunststoff, sondern mit sogenannten Biotinten, also Gelen aus Biopolymeren oder aus lebendem Gewebe. So lassen sich Wundauflagen herstellen, die genau zur Form einer Verletzung passen. An der Universität Buenos Aires forscht eine Gruppe von UBA und CONICET an solchen Pflastern für chronische Wunden, diabetische Geschwüre und Verbrennungen. Sie beschrieb ihr Projekt 2023 als noch im Laborstadium und hielt fest, dass es weltweit noch keinen kommerziellen Durchbruch gebe. Ein Kongressbeitrag aus demselben Jahr testete gedruckte Gerüste aus Pektin ausschließlich an Zellkulturen. Diese Arbeiten nutzen zellfreie Biotinten und sind mit dem Verfahren in Itapúa, das Fettgewebe der Patientin verwendet, nicht direkt vergleichbar. Ob die Behandlung im HGI Teil einer Studie ist, nach welchem Protokoll sie erfolgt und wie viele Patientinnen und Patienten künftig in Frage kommen, bleibt offen.

Einordnung für Leserinnen und Leser im DACH-Raum

Chronische Wunden an den Beinen heilen oft über Monate nicht und betreffen besonders häufig ältere Menschen. Für Zugewanderte, Rückkehrer und ältere Bewohner der Kolonien ist die Meldung ein Hinweis, dass im regionalen Gesundheitssystem neue Verfahren erprobt werden. Von einer etablierten Standardtherapie sollte man nach dem bisherigen Stand aber nicht ausgehen. Öffentlich zugängliche Daten zur Wirksamkeit aus Paraguay fanden sich nicht, und die Angaben zum Fall stammen bislang aus einer einzigen Quelle. Wer selbst betroffen ist, fragt am besten beim behandelnden Arzt oder in der Gefäßchirurgie des HGI nach, ob das Verfahren für den eigenen Fall in Betracht kommt. Für Leserinnen und Leser in Hohenau ist zudem bemerkenswert, dass dort offenbar bereits ein früherer Eingriff stattgefunden hat.

Quellen