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2. Oktober 2026 · Alto Paraná

Risse und Wassereintritt: Neues Nierenzentrum von Itaipú in Hernandarias muss Saal schließen

Krankenhauszimmer mit Bett und medizinischen Geräten
Im Nierenzentrum von Hernandarias werden Dialysepatienten derzeit in einem Ausweichraum behandelt. Symbolbild. Foto Annie Spratt / Unsplash

Hernandarias, 2. Oktober 2026. Knapp neun Monate nach seiner Übergabe zeigt das Centro Nefrológico de Alto Paraná in Hernandarias erhebliche Baumängel. Wegen Rissen in Wänden und Böden und eindringendem Regenwasser musste ein Behandlungssaal geschlossen werden, berichtet ABC Color. Die Dialysepatienten werden vorübergehend in einem anderen Raum versorgt. Die Itaipú Binacional, die den Bau finanziert hat, spricht von örtlich begrenzten Mängeln ohne Gefahr für die Statik.

Ein Neubau mit Verspätung

Das 977 Quadratmeter große Zentrum steht auf dem Gelände des Hospital Distrital de Hernandarias und kostete nach Angaben von ABC Color und La Nación 7.685 Millionen Guaraní. Angekündigt wurde es 2022 mit einer Bauzeit von 460 Tagen, fertig sein sollte es in der zweiten Jahreshälfte 2024. Übergeben hat es Itaipú-Direktor Justo Zacarías am 14. Januar 2026 an das Gesundheitsministerium. Gebaut hat die Firma Ritter Construcciones S.R.L. Zur Ausstattung gehören laut Itaipú Dialyse- und Aufwachbereiche, medizinische Gase, Klimatisierung und eine Umkehrosmoseanlage für die Wasseraufbereitung.

Was Personal und Patienten berichten

Nach dem ABC-Bericht wurden die Dialysesitzungen von vier Stunden auf etwa zwei Stunden und 40 Minuten verkürzt. Das Zentrum betreut demnach 40 chronische Patienten mit festen Terminen, dazu rund 15 ohne festen Platz sowie Notfälle und Überweisungen. Eine erste Reparatur habe nur ein bis zwei Monate gehalten, dann seien die Risse zurückgekehrt. Der Krankenpfleger Diego Domínguez sagte ABC, man arbeite derzeit auf eine Weise, die für die Patienten „no es aconsejable“. Patienten kritisieren, dass die Arbeiten nur langsam vorankämen.

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Was Itaipú und die Gesundheitsregion sagen

Itaipú verweist auf eine technische Inspektion, über deren Ergebnis neben ABC Color auch ADN Digital berichtet. Ursache sei eine mangelhafte Haftung des Putzes am Beton, weil weder ein Haftvorspritz aufgetragen noch an den Übergängen zum Mauerwerk ein Drahtgewebe eingesetzt worden sei. Schäden an der Tragstruktur, Setzungen und Wasserverluste habe die Prüfung ausgeschlossen. Die Baufirma behebe die Mängel im Rahmen ihrer vertraglichen Pflichten mit Bewehrungseisen, Gewebe, neuem Putz und Epoxidanstrich, die Arbeiten stünden kurz vor dem Abschluss.

Die zuständige Décima Región Sanitaria erklärte laut La Nación, die Versorgung laufe weiter. Man habe einen zusätzlichen Raum eingerichtet und vorübergehend drei Schichten für 36 Patienten organisiert. Regionaldirektor Federico Schordel kündigte gegenüber ABC an, ein Team des Ministeriums werde die Ursache der Risse klären.

Wo sich die Angaben widersprechen

Die Darstellungen passen nicht vollständig zusammen. ABC Color nennt 40 chronische Patienten und weitere ohne festen Termin, die Gesundheitsregion spricht von 36. Die verkürzten Sitzungen erwähnt nur ABC. ABC und La Nación berichten von Wasser, das bei Regen eindringe, Itaipú schließt dagegen „pérdidas de agua“ aus. Ob damit undichte Leitungen oder eindringender Regen gemeint sind, bleibt offen. Auch bei der Kostenfrage gibt es zwei Lesarten. Die Gesundheitsregion sagt, Itaipú finanziere die Reparatur im Rahmen der Gewährleistung, Itaipú sieht die Verantwortung bei der Baufirma. Die ABC-Schlagzeile, wonach der Bau „se cae a pedazos“, geht über das hinaus, was der Artikel selbst beschreibt, nämlich Risse und Feuchtigkeit.

Einordnung für den DACH-Raum

Die Itaipú Binacional finanziert aus ihren Einnahmen zahlreiche Sozial- und Infrastrukturprojekte in Paraguay, darunter mehrere Gesundheitseinrichtungen. Der Fall Hernandarias zeigt, dass Bauaufsicht und Qualitätskontrolle bei öffentlich finanzierten Projekten eine Schwachstelle bleiben können, auch wenn Gewährleistungsregeln greifen. Für deutschsprachige Auswanderer mit chronischen Erkrankungen ist eine andere Beobachtung wichtiger. Schon der Ausfall eines einzelnen Saals in einem regionalen Dialysezentrum führte hier zu kürzeren Behandlungen. Wer einen Umzug nach Paraguay plant und auf regelmäßige Therapie angewiesen ist, sollte die Versorgung am künftigen Wohnort vorab genau prüfen und private Alternativen kennen. Für Bau- und Planungsbüros aus dem DACH-Raum, die sich für Ausschreibungen in Paraguay interessieren, unterstreicht der Fall, wie genau Medien und Öffentlichkeit Projekte mit öffentlichen Mitteln verfolgen.

Quellen

ABC Color, 1. Oktober 2026
Millonaria obra de Itaipú inaugurada en enero se cae a pedazos y obliga a clausurar sala del Centro Nefrológico

ABC Color, 1. Oktober 2026
Esto dice Itaipú sobre el deterioro de millonaria obra hospitalaria inaugurada en enero

La Nación, 1. Oktober 2026
Centro Nefrológico: región sanitaria informa que atención continúa a la par de reparación edilicia

ADN Digital, 1. Oktober 2026
Avanzan reparaciones en el Centro Nefrológico de Hernandarias