Itapúa, 14. September 2026. Bei der Sanierung der Ruta Graneros del Sur wächst erneut die Unzufriedenheit. Produzenten, Anwohner und regelmäßige Nutzer kritisieren vor allem den aus ihrer Sicht langsamen und unregelmäßigen Fortschritt auf dem Abschnitt zwischen Capitán Miranda und La Paz.
Betroffen ist der sogenannte Lote 2. Er umfasst rund 23 Kilometer der Departementsstraße D054 zwischen dem Abzweig zur Unión de Productores de Itapúa, UPISA, bei La Paz und der Einmündung in die Ruta PY06 bei Capitán Miranda.
Für Itapúa ist das keine gewöhnliche Nebenstraße. Der Korridor wird intensiv vom Schwerverkehr genutzt und verbindet landwirtschaftliche Produktionsgebiete mit Sammelstellen, Verarbeitungsbetrieben, Häfen und den großen Verkehrsachsen des Departamentos.
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Sponsoring-Möglichkeiten ansehenNutzer kritisieren das Arbeitstempo
Nach einem aktuellen Bericht des lokalen Mediums Más Encarnación beklagen Produzenten und regelmäßige Nutzer, dass die Arbeiten im Lote 2 nicht mit dem erwarteten Tempo vorankommen.
Sie fordern eine stärkere Präsenz von Maschinen und Personal, damit die Sanierung abgeschlossen werden kann.
Gerade für den landwirtschaftlichen Verkehr ist der Zustand der Strecke relevant. Lastwagen mit Getreide und anderen Agrarprodukten nutzen den Korridor ebenso wie Lieferanten, Arbeitnehmer und Einwohner der umliegenden Gemeinden.
Die aktuelle Kritik ist allerdings nicht neu. Bereits Anfang des Jahres gab es erhebliche Probleme auf diesem Abschnitt.
Probleme liegen tiefer als zunächst angenommen
Im Februar und April hatte das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation, MOPC, erklärt, dass sich insbesondere der Lote 2 verzögere.
Bei den Arbeiten stellte sich heraus, dass Teile des vorhandenen Straßenunterbaus instabiler waren als ursprünglich angenommen. In bereits sanierten Bereichen traten erneut Risse und Schlaglöcher auf.
Das Problem ließ sich deshalb nicht einfach durch eine neue Asphaltschicht lösen.
Nach Angaben des damaligen Direktors für Straßenbau im MOPC, Hugo Miranda, waren in betroffenen Bereichen umfassendere Eingriffe notwendig. Dafür mussten technische Planungen und Budgets angepasst werden.
Im April war das ursprüngliche Vertragsende bereits überschritten. Das Gesamtprojekt hatte zu diesem Zeitpunkt nach Angaben des MOPC einen Fortschritt von rund 55 Prozent erreicht. Besonders der Lote 2 war von den Verzögerungen betroffen.
58 Kilometer durch das produktive Zentrum Itapúas
Das gesamte Projekt Graneros del Sur umfasst 58,4 Kilometer der Straßen D047 und D054 und ist in zwei Baulose geteilt.
Der Lote 1 führt über 35,4 Kilometer von der Kreuzung bei Carmen del Paraná über den Bereich Fram bis La Paz. Anfang Juli wurde für diesen Abschnitt ein Baufortschritt von rund 73 Prozent gemeldet.
Der Lote 2 umfasst weitere 23 Kilometer von La Paz bis Capitán Miranda.
Für Lote 1 waren ursprünglich rund 56,4 Milliarden Guaraní vorgesehen, für Lote 2 etwa 57,3 Milliarden Guaraní.
Der zweite Abschnitt wird von Concret Mix S.A. ausgeführt.
Finanziert wird das Projekt im Rahmen des paraguayischen Programms zur Verbesserung des befestigten Straßennetzes mit Mitteln eines Kredits der Weltbank.
Mehr als eine Verbindung zwischen Gemeinden
Die wirtschaftliche Bedeutung der Straße erklärt ihren Namen.
Graneros del Sur führt durch eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen Paraguays. Soja, Mais, Weizen und andere Agrarprodukte müssen von den Produktionsflächen zu Silos, Verarbeitungsbetrieben, Häfen und Exportwegen transportiert werden.
Nach Angaben des MOPC soll die Sanierung gleichzeitig die Verkehrssicherheit verbessern und mehr als 35.000 Einwohnern entlang des Korridors zugutekommen.
Eine schlechte Straße verursacht deshalb nicht nur Unannehmlichkeiten.
Für Transportunternehmen und landwirtschaftliche Betriebe können schlechte Fahrbahnen längere Fahrzeiten, höheren Treibstoffverbrauch, stärkeren Fahrzeugverschleiß und damit höhere Logistikkosten bedeuten.
Vor dem Rally wurde das Tempo erhöht
Im Vorfeld des WRC Rally del Paraguay Ende August hatte das MOPC die Arbeiten in mehreren Teilen Itapúas intensiviert.
Auch Graneros del Sur gehörte dazu.
Auf Lote 1 wurden unter anderem Asphaltierungsarbeiten, tiefere Fahrbahnreparaturen und Erdarbeiten für einen neuen Kreisverkehr im Bereich UPISA durchgeführt. Auf Lote 2 konzentrierten sich die Arbeiten auf besonders problematische Straßenabschnitte und tiefere Ausbesserungen des Fahrbahnaufbaus.
Die aktuelle Kritik der Nutzer zeigt allerdings, dass damit das grundsätzliche Problem noch nicht gelöst ist.
Entscheidend ist jetzt der weitere Zeitplan
Bei der Bewertung muss zwischen zwei Dingen unterschieden werden.
Die Verzögerungen sind nicht ausschließlich ein Hinweis auf mangelnde Bautätigkeit. Das MOPC hatte bereits vor Monaten nachvollziehbar darauf hingewiesen, dass unerwartete Schäden im Straßenunterbau umfangreichere Arbeiten und Änderungen der ursprünglichen Planung notwendig machten.
Gleichzeitig ist das ursprünglich vorgesehene Vertragsende längst überschritten.
Gerade deshalb wäre inzwischen eine aktualisierte öffentliche Information über Baufortschritt, verbleibende Arbeiten und neuen Fertigstellungstermin für Lote 2 wichtig.
Für Produzenten und Einwohner entlang der Strecke geht es schließlich nicht um einen abstrakten Infrastrukturplan. Graneros del Sur gehört zu den Verkehrsadern, über die ein erheblicher Teil des wirtschaftlichen Alltags dieser Region läuft.
Quellen
Más Encarnación, 12. September 2026: Crece la preocupación por el lento avance de las obras en la ruta Graneros del Sur
Ministerio de Obras Públicas y Comunicaciones, MOPC: Projektinformationen zur Ruta Graneros del Sur
ABC Color, 8. April 2026: Lote 2 de la Ruta Graneros del Sur, prácticamente paralizado y a la espera de que aprueben convenios modificatorios
La Nación, 2. Juli 2026: Obras en tramo Carmen del Paraná – La Paz llegan a 73 %