KUWAIT-STADT | 3. September 2026
Iran hat am Donnerstagmorgen Kuwait mit Raketen und Drohnen angegriffen. Die kuwaitische Luftabwehr fing nach Angaben des Militärs anfliegende Geschosse und Drohnen ab.
Das kuwaitische Verteidigungsministerium spricht von einer iranischen Aggression gegen das Land. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, die Sicherheitsanweisungen der Behörden zu beachten. Explosionsgeräusche seien teilweise auf den Einsatz der Luftabwehr zurückzuführen.
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Sponsoring-Möglichkeiten ansehenÜber mögliche Opfer oder größere Schäden lagen zunächst keine bestätigten Angaben vor.
Nach iranischer Darstellung richten sich die Angriffe gegen US-Militärstützpunkte in Kuwait. Das Emirat ist ein enger Verbündeter der Vereinigten Staaten und beherbergt amerikanische Streitkräfte.
Eskalation weitet sich aus
Der Angriff auf Kuwait ist Teil einer erneuten Eskalation zwischen Iran und den USA.
Bereits am Mittwoch hatten Bahrain und Jordanien iranische Luftangriffe gemeldet. Nach Angaben der dortigen Behörden wurden ebenfalls mehrere Angriffe abgefangen.
Auslöser der jüngsten Eskalation waren neue amerikanische Angriffe auf iranische Militärstellungen. Die USA hatten unter anderem iranische Raketenstellungen auf einer Insel in der Straße von Hormus angegriffen. Nach Darstellung Washingtons sollten die dortigen Systeme zum Ausbringen von Minen in der strategisch wichtigen Meerenge eingesetzt werden.
Iran reagierte darauf mit Angriffen auf amerikanische Ziele und Einrichtungen in mehreren Staaten der Region.
Ölpreis steigt deutlich
Die Entwicklung hat inzwischen unmittelbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl stieg am Donnerstag zeitweise auf mehr als 97 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit rund sechs Wochen.
Besonders kritisch bleibt die Situation in der Straße von Hormus. Die Meerenge zwischen Iran und Oman gehört zu den wichtigsten Transportwegen für Erdöl und Flüssiggas weltweit.
Am Mittwoch passierten nach vorläufigen Schifffahrtsdaten nur sechs Handelsschiffe die Meerenge. Einen Tag zuvor waren es elf gewesen. Der Durchschnitt der vergangenen zehn Tage lag bei rund 13 Schiffen.
Iran hat gleichzeitig weitere Schiffe auf eine Liste von Schiffen gesetzt, die nach iranischer Auffassung nicht regelkonform verkehren. Ihnen drohen bei einer Passage Geldstrafen, Beschlagnahmung oder Festsetzung.
Damit reicht die Bedeutung der militärischen Eskalation weit über Kuwait und Iran hinaus.
Eine längerfristige Störung des Verkehrs durch die Straße von Hormus könnte die internationalen Energiepreise weiter erhöhen und über höhere Transport-, Produktions- und Treibstoffkosten auch andere Volkswirtschaften treffen.
Die Lage bleibt dynamisch.
Quellen
Associated Press, 3. September 2026
Reuters, 3. September 2026
Kuwait Armed Forces / Kuwait News Agency, 3. September 2026